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Einen neuen Weg eingeschlagen

Die Fußstapfen, die Adis Herceg beim SVN Zweibrücken ausfüllen muss, sind groß. Innerhalb von sieben Jahren formt sein Vorgänger Peter Rubeck aus einer mittelmäßigen Verbandsliga-Truppe einen konkurrenzfähigen Regionalligisten, qualifiziert sich zweimal für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal.

In ihrer ersten Regionalliga-Saison belegen die Niederauerbacher auf Anhieb Rang sieben. Traditionsvereine wie Kickers Offenbach , Hessen Kassel oder auch die Nachbarn vom FC Homburg müssen sich nach 34 Spieltagen hinten anstellen. Diese Konstanz hätten dem Verein in seiner ersten Spielzeit in der Viertklassigkeit wohl nur wenige zugetraut.

Der Schock folgt nach dem verlorenen Verbandspokal-Finale gegen Waldalgesheim: Rubeck, über sieben Jahre die personifizierte Erfolgsgarantie, und mit ihm fast zwanzig Spieler kehren dem SVN im Sommer den Rücken. Von heute auf morgen steht der Regionalligist quasi ohne Übungsleiter, ohne Mannschaft da. Keiner weiß, ob und wie es weiter geht.

Anfang Juni präsentiert man endlich einen neuen Trainer. Jetzt soll es Adis Herceg in Zweibrücken richten. Das Saisonziel ist klar definiert: Klassenverbleib, nichts anderes zählt an der Hofenfelsstraße. Kein leichtes Unterfangen für den 36-Jährigen, für den es die erste Trainerstation in der Regionalliga ist. Lediglich vier Spieler aus der Vorsaison stehen ihm zum Trainingsauftakt zur Verfügung. Dutzende Testspieler kommen und gehen. Teure Neuverpflichtungen kann sich der klamme Verein nicht leisten. Peu à peu bastelt sich der gebürtige Bosnier, der auch die sportliche Leitung im Verein übernommen hat, bis zum Auftaktspiel in Baunatal eine schlagkräftige Truppe aus jungen, talentierten Spielern zusammen. Dazu vertraut Herceg mit Torwart Thorsten Hodel, Abwehrchef Daniel Meisenheimer und den beiden Mittelfeldakteuren Christian Telch und Adam Bouzid auf routinierte Stützen, die den SVN schon durch die vergangene Saison geführt haben. Auch eine eigene Spielphilosophie hat Herceg mit nach Zweibrücken gebracht: Baute Peter Rubeck im vergangenen Jahr verstärkt auf die Abwehr, setzt Adis Herceg konsequent auf Offensive. Seiner jungen Mannschaft möchte er das Fußballspielen nicht verbieten, betont er immer wieder. Dass Fehler passieren, nimmt er dabei in Kauf.

Diese Rechnung scheint aufzugehen: Der SVN Zweibrücken ist halbwegs ordentlich aus den Startlöchern gekommen. Nach fünf Spieltagen hat die Elf von Trainer Herceg fünf Zähler auf dem Konto - genau so viele wie zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Runde unter Peter Rubeck.