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Eine gelungene Generalprobe

 Kubo Balaz (weißes Trikot, ganz rechts) war mit sieben Treffern bester Werfer im Team der Zweibrücker Löwen.
Kubo Balaz (weißes Trikot, ganz rechts) war mit sieben Treffern bester Werfer im Team der Zweibrücker Löwen. FOTO: Marco Wille
Zweibrücken. Mehr als achtbar hat sich der Drittliga-Aufsteiger SV 64 Zweibrücken in der 1. DHB-Pokal-Hauptrunde gegen Balingen aus der Affäre gezogen. Am Ende war der Erstligist beim 22:33 (12:16) eine Nummer zu groß. Martin Wittenmeier

Die Partie ist erst wenige Momente alt, da platzt dem Trainer vom Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten, Markus Gaugisch, der Kragen: "Wacht endlich auf! Drei Minuten sind rum, und wir haben schon drei Fehler gemacht." Nach einem unnötigen Ballverlust der Gäste schließt Florian Enders eine schöne Kombination mit Aris Wöschler zum 2:1 für die 64er ab. 550 Zuschauer in der Westpfalzhalle sind aus dem Häuschen. Dabei muss SV Trainer Stefan Bullacher auf Jerome Müller und Björn Zintel verzichten, die mit der Deutschen U 18-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen im Einsatz sind. "Für uns ist das Fluch und Segen zugleich, aber wir sind stolz, dass unsere Jugendarbeit solche Früchte trägt." Der Außenseiter zeigt sich der Anfangsphase vom Bundesligisten unbeeindruckt, spielt frech auf und nutzt seine Chancen konsequent. Insbesondere Aris Wöschler präsentiert sich in bestechender Form und düpiert Gäste-Torwart Karim Ketelaer ein ums andere Mal. Nach zehn Minuten führt der Drittligist mit zwei Toren. Balingen wirkt überrascht und braucht fast 15 Minuten, um ins Spiel zu finden. Zwei Zeitstrafen gegen den SV 64 nutzen die Bundesliga-Profis dann aber eiskalt aus, ziehen mit einem 5:0-Lauf auf 9:6-weg. Von da an bestimmt der Favorit die Partie, zumal die Angriffsbemühungen der Zweibrücker Löwen hektischer werden. Viele Würfe werden zur sicheren Beute von Ketelaer. Erst kurz vor der Pause findet der SV 64 wieder besser Zugriff auf die Partie, Kubo Balaz, Dorian Vallet und Aris Wöschler verkürzen bis zur Halbzeit auf 12:16.

"Man hat gemerkt, dass Balingen direkt nach der Pause alles klar machen wollte und auch über die nötigen Mittel dazu verfügt. Da war das Kräfteverhältnis klar verteilt", erkennt Bullacher die körperliche Überlegenheit des Erstligisten an. Nach wenigen Minuten in der zweiten Hälfte fällt dann eine gewisse Vorentscheidung. Viel zielstrebiger als noch vor dem Wechsel schließen die Gäste von der schwäbischen Alb jetzt ihre Offensiv-Aktionen ab. Der Bundesligist, bei dem Denni Djozic im zweiten Durchgang herausragt, zieht das Tempo an und führt rasch 22:13. Von Resignation bei den Zweibrückern dennoch keine Spur. Mit aller Macht stemmen sich Löwen gegen die Klatsche. Von der Bank und den Rängen wird der Kampfeswille mit lautstarker Unterstützung honoriert, jede gelungene Aktion wird beklatscht. Bis zum Schlusspfiff hält der Drittligist wacker mit und darf sich trotz der letztlich deutlichen 22:33-Niederlage von den eigenen Fans feiern lassen. Stefan Bullacher lobte nach dem Spielende den couragierten Auftritt seiner Truppe: "Wir konnten heute den Ernstfall für den Ligaalltag proben und haben uns achtbar verkauft."

Zum Thema:

Auf einen BlickSV 64 Zweibrücken : Kovacin und Klöckner im Tor - Hammann, Vallet (2), Mathieu (2), Balaz (7), Pohland, Enders (3), N. Wöschler, Denk, Zellmer (1), A. Wöschler (7).Zuschauer: 550Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff. maw

 Aris Wöschler ließ gegen Balingen sein Talent aufblitzen.
Aris Wöschler ließ gegen Balingen sein Talent aufblitzen. FOTO: Marco Wille