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Eine Qual zum Genießen
Ein „verrückter Wettkampf“ fürs Auge

Für Triathlet Oliver Spurzem ist Alpe d’Huez einfach zum Genießen.
Für Triathlet Oliver Spurzem ist Alpe d’Huez einfach zum Genießen. FOTO: Svenja Hofer
L‘Alpe d‘Huez. Wsf-Triathlet Oliver Spurzem startet am morgigen Donnerstag beim Triathlon Alpe d’Huez. Von Svenja Hofer

So langsam kommt Oliver Spurzem wieder auf Touren. Und zwar auf die gewohnt langen Touren. Nach der gerade erst zu Ende gegangenen Kurzdistanz-Saison mit dem Militär-Nationalteam hat der Triathlet der Wassersportfreunde Zweibrücken, der in diesem Jahr auf einen Start beim Ironman in Hawaii verzichtet, den Schalter auf die Mitteldistanz umgelegt. Um sich am morgigen Donnerstag gleich in einen „wirklich verrückten Wettkampf“ zu stürzen: den Triathlon Alpe d‘Huez.

„Das ist ein Wettkampf zum Genießen, einer fürs Auge“, erklärt der 41-Jährige. Genießen bedeutet für Oliver Spurzem dabei: 2,2 Kilometer Schwimmen im kristallklaren, mit 15 Grad eiskalten Wasser des Lac du Verney, 118 Kilometer Radfahren über drei Bergpässe – den Alpe du Grand Serre (1375 m), den Col d‘Ornon (1371 m) sowie den 21 Kurven umfassenden Aufstieg zum Alpe d‘Huez –, sowie abschließend 20 Kilometer Laufen über heißen Asphalt und Pfade in einer majestätischen Bergkulisse.

„Ich gehe das Rennen langsam an. Der Wettkampf ist einer zum Abhaken auf der Liste“, erklärt Spurzem. „Das eiskalte Wasser wird sicher eine Herausforderung“, sagt er lachend. Dennoch freut sich Spurzem auf die tolle Kulisse des Bergsees.



Solche vom Erlebnis her tollen Rennen habe er in den vergangenen Jahren zurückgestellt. „Weil es nur das vorrangige Ziel Hawaii gab.“ Ende des Jahres sollen womöglich noch weitere Wettkämpfe dieser Art folgen. „Ich habe noch ein paar Dinge im Kopf“, erklärt Spurzem. Zum Beispiel das Long-Course-Weekend auf Mallorca Ende Oktober. Über drei Tage werden dort 3,8 Kilometer Schwimmen, 172 auf dem Rad und der Marathon absolviert. „Es ist ein bisschen wie Hawaii, nur auf drei Tage verteilt“, sagt der ehrgeizige Sportler mit einem Schmunzeln. Auch einen Start beim Athen-Marathon am 11. November spukt Oliver Spurzem noch im Kopf herum.

Doch auch den nächsten Hawaii-Start hat er dabei immer vor Augen. Auf seine vierte WM-Teilnahme auf der mystischen Vulkaninsel im Pazifik will Spurzem beim Ironman 70.3 Coronado in Kalifornien (USA) Mitte September hinarbeiten. Dort geht es bereits um Qualipunkte für Hawaii 2019. „Sollte es da schon klappen, wäre das perfekt.“ Dann hätte der Zweibrücker, der bei seiner fünften Ironman-EM 2017 seine Bestzeit auf 9:14 Stunden verbesserte, ein Jahr lang Zeit, sich auf Hawaii vorzubereiten. Ohne Druck, ohne großen Wettkampfstress. „Ich will unbedingt ein wirklich ordentliches Hawaii-Rennen – so lange mir das nicht gelingt, kann ich das nicht abhaken.“ 2018 sei ein Übergangsjahr. „Im Prinzip gehört das alles schon zur Vorbereitung auf Hawaii 2019, darauf liegt mein Fokus.“ Zuerst macht Oliver Spurzem nun aber ein Haken hinter den Alpe-d’Huez-Triathlon.