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EHC Zweibrücken
Hornets planen die nächste „geile Saison“

 Daumen hoch und viel Applaus für eine tolle Saison der Zweibrücker Hornets. Ob die Vizemeisterschaft in der kommenden Runde noch getoppt werden kann? Die Vorbereitungen sind jedenfalls schon angelaufen.
Daumen hoch und viel Applaus für eine tolle Saison der Zweibrücker Hornets. Ob die Vizemeisterschaft in der kommenden Runde noch getoppt werden kann? Die Vorbereitungen sind jedenfalls schon angelaufen. FOTO: CHRIS BUECH
Zweibrücken. Nachdem der EHC Zweibrücken den Meistertitel in der Eishockey-Regionalliga vor einer Woche haarscharf verpasst hat, haben die Planungen für die neue Runde bereits begonnen. Auch Gespräche mit Trainer Terry Trenholm laufen. Von Mirko Reuther

Auf die Katerstimmung folgte großer Stolz. Beim EHC Zweibrücken blickt man eine Woche nach der knapp verpassten Meisterschaft in der Eishockey-Regionalliga Südwest mit hoch erhobenem Haupt auf die abgelaufene Saison zurück. „Natürlich waren wir zuerst enttäuscht. Und im Moment sind die Gefühle immer noch ein bisschen gemischt. Wenn man so nah am Pott dran war – dann will man ihn auch mit nach Hause nehmen“, räumt die sportliche Leiterin Christina Fischer zwar ein. „Aber wir haben mit den Playoffs zuerst unser Saisonziel erreicht – und dann noch ordentlich was draufgepackt. Die Mannschaft hat sich super entwickelt und ist als Team zusammengewachsen. Wir können absolut zufrieden sein“, ergänzt sie.

Dass die Zweibrücker nur haarscharf an der Meisterschaft vorbeigeschrammt sind, ist umso höher zu bewerten, da der Mannschaft nach der ersten Saisonhälfte im Titelrennen nur Außenseiterchancen eingeräumt wurden. Zwar glückte der Auftakt mit Siegen nach Penaltyschießen gegen Heilbronn und Eppelheim. Doch spielerisch gab es noch eine Menge Sand im
EHCZ-Getriebe. Und als der graue November vor der Tür stand, gingen die Hornets um ihren neuen Trainer Terry Trenholm in fünf Partien vier Mal als Verlierer vom Eis. Auf unerwartete Niederlagen gegen die Kellerkinder Stuttgart und Mannheim folgte die höchste Pleite der Saison. Gegen Eppelheim kam der EHCZ mit 3:7 unter die Räder. Zudem kassierten die Hornets einfach zu viele Gegentore. Im Schnitt fast fünf Mal pro Partie zappelte der Puck in den ersten zehn Saisonspielen im Zweibrücker Tornetz – viel zu oft für eine Mannschaft, die ein ernsthaftes Wort um den Titel mitreden will. Auch die Teilnahme an den Playoffs stand zum kalten Jahresausklang auf tönernen Füßen.

„Ein neuer Trainer, viele Neuzugänge, das musste sich erst richtig finden“, erklärt Fischer die Startschwierigkeiten. Sie ergänzt: „Dann haben sich unsere Reihen immer besser eingespielt und wir standen viel stabiler – auch dank Vladi.“ In der Tat erwies sich die Verpflichtung von Vladimir Zvonik als Glücksfall. Der tschechische Verteidiger stieß unter der Runde zur Mannschaft, weil der Kanadier Andy Willigar dem EHCZ nach nur drei Spielen überraschend den Rücken gekehrt hatte. Seit dem Debüt von Zvonik im Dezember sank die Zahl der Gegentore bei den Hornets rapide. Weil hinter dem amtierenden Meister Bietigheim eine ganze Reihe von Mannschaften einen starken Saisonendspurt hinlegte, musste Zweibrücken zwar bis zum vorletzten Spieltag um den Playoff-Einzug bangen. Doch nach dem 5:1-Sieg gegen Mannheim im Februar war klar, dass der EHCZ, der die Endrunde in der Vorsaison noch verpasst hatte, diesmal wieder an den K.o.-Spielen um die Meisterschaft teilnehmen würde.



Was folgte, war eine irre Halbfinal-Serie gegen die Eisbären Heilbronn. Nachdem jede Mannschaft eine Partie im Penaltyschießen für sich entschieden hatte, bogen die Hornets im entscheidenden dritten Spiel einen 0:3-Rückstand noch in einen 5:4-Sieg um. Ob die sportliche Leiterin einen unspektakulären – aber dafür ungefährdeten Sieg vorgezogen hätte? „Nein, solche Spiele machen den Sport doch erst richtig spannend. Da brennt die Luft“, antwortet Fischer.

Doch in der Finalserie gegen den SC Bietigheim-Bissingen wendete sich das Glück. Nachdem Zweibrücken die Niederlage im ersten Spiel (5:6) durch einen spektakulären 12:3-Kantersieg vor über 1200 begeisterten Zuschauern in der Ice-Arena ausgeglichen hatte, unterlagen die Hornets im entscheidenden Spiel drei in der Penalty-Lotterie. „Die Jungs waren richtig geknickt. Aber mit ein bisschen Abstand war die Meinung durch die Bank weg: Das war eine geile Saison. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Fischer.

Sie und das Vorstandsteam sind bereits wieder in die Planungen für die kommende Saison eingestiegen. „Die Spieler haben jetzt Sommerpause. Für mich geht es aber nahtlos weiter“, sagt sie. Stand jetzt steht nur fest, dass André Nunold, Bernd Hartfelder und Michael Neumann, die ihre Karriere beendet haben, in der kommenden Runde nicht mehr für die Hornets auflaufen werden. Ansonsten sollen sich die Äbgänge nach Möglichkeit in Grenzen halten. „Menschlich und spielerisch hat es in dieser Saison so gut gepasst, dass wir die Mannschaft im Grunde so zusammenhalten wollen“, sagt Fischer. Sie vermutet, dass in Sachen Kaderplanung „in zwei bis drei Wochen“ die ersten Neuigkeiten vermeldet werden können. Ob Trainer Trenholm, der in Zweibrücken vor der Runde einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, in der kommenden Saison wieder an der Bande stehen wird, wollte Fischer am Donnerstag noch nicht bestätigen. Auf die Frage, ob sich Trenholm und der EHCZ in aussichtsreichen Gesprächen befänden, antwortet sie aber: „Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen.“

 Christina Fischer, die sportliche Leiterin der Hornets war mit der Saison „absolut zufrieden“.   Foto: Betz/PMZ
Christina Fischer, die sportliche Leiterin der Hornets war mit der Saison „absolut zufrieden“. Foto: Betz/PMZ FOTO: David Oliver Betz