| 22:29 Uhr

Eishockey-Regionalliga
Erst 40 Minuten Kampf, dann 20 Minuten Party

 Schwupps, der nächste Treffer! Stürmer Dan Radke trifft zum zwischenzeitlichen 10:3 für die Hornets.
Schwupps, der nächste Treffer! Stürmer Dan Radke trifft zum zwischenzeitlichen 10:3 für die Hornets. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken hat sich gestern Abend im Schlussdrittel des Final-Rückspiels gegen den SC Bietigheim-Bissingen in einen wahren Rausch gespielt und den Meister mit 12:3 (1:2/2:1/9:0) aus der Halle gefegt. Somit kommt es nächsten Samstag in Bietigheim zum Alles-oder-nichts-Spiel um den Titel. Von Martin Wittenmeier

Bislang waren alle Playoff-Spiele der Hornets echte Krimis, zweimal ging es sogar ins Penaltyschießen. Auch gestern Abend sah es zwei Drittel lang so aus, als würde die Entscheidung erst ganz spät fallen. Doch dann änderten die Zweibrücker ihre Pläne und überrollten Bietigheim mit neun Toren binnen 16 Minuten.

Es war von Beginn an ein hart geführtes Spiel mit zwei offensiven Teams. Die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun, auf der Strafbank herrschte Hochbetrieb. Playoff-Zeit! Im ersten Bietigheimer Powerplay fiel direkt das erste Tor – doch es jubelten die Hornets. Marco Trenholm (6.) traf in Unterzahl zum 1:0. Fünf Minuten später gelang dem Meister durch Eric Freeburg der Ausgleich. Und es kam sogar noch besser für die Gäste. Diesmal selbst mit einem Mann weniger auf dem Eis, drehte Timo Heintz die Partie. „Das erste Drittel war nicht so gut, da hatten wir ein paar Probleme“, gab EHC-Trainer Terry Trenholm hinterher zu.

Das änderte sich mit dem Seitenwechsel. In Überzahl bugsierte Maximilian Dörr den Puck vorbei am Steelers-Torwart Victor Laveuve zum 2:2. Die Antwort der Gäste folgte prompt: Exakt 60 Sekunden nach dem Ausgleich brachte Timo Heintz Bietigheim ein letztes Mal in Front. Danach spielten nur noch die Hornets, die von den zahlreichen Undiszipliniertheiten der Gäste profitierten. Kurz nach dem 3:3 durch Marc Lingenfelser wurde Bietigheims Eric Freeburg nach einem Kopfcheck gegen Felix Stokowski vorzeitig zum Duschen geschickt. Allerdings verpassten es die Hornets hier, ihre fünfminütige Überzahl in weitere Tore umzumünzen.



Was dann in den letzten 20 Minuten passierte, wird den 1200 Fans in der rappelvollen Zweibrücker Ice-Arena noch lange im Gedächtnis bleiben. Auch Trainer Terry Trenholm konnte kaum glauben, was seine Mannschaft aufs Eis gezaubert hatte. Bietigheim wurde komplett auseinandergenommen und von den Zweibrückern phasenweise vorgeführt. „Zwölf Tore – das ist ja völliger Wahnsinn. Die Jungs haben heute phantastisch gespielt und gekämpft“, sagte Trenholm und strahlte dabei wie ein Honigkuchenpferd.

Dan Radke eröffnete den Torreigen (41.), Marco Trenholm (44.) und Christian Werth (47.) legten zum 6:3 nach. Nach dem siebten Hornets-Treffer durch Trenholm (47.) hatte Bietigheims Laveuve genug. Entnervt schlich der Torwart der Gäste vom Eis, pfefferte seine Handschuhe an die Bande und musste von seinen Teamkameraden aufgemuntert werden. Seinem Ersatzmann Tobias Amon erging es allerdings nicht besser. Gnadenlos bestraften die Hornets jeden Fehler mit Toren. Erneut Trenholm und Christian Werth schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe, Dan Radke machte es sogar zweistellig. Terry Trenholm wechselte munter durch und schonte in den Schlussminuten seine erste Reihe. „Das Spiel war gewonnen, aber ich wollte keine unnötigen Verletzungen oder Sperren für das dritte Finale riskieren.“ Zumal sich die Gäste längst aufgegeben hatten, die Hausherren aber immer noch nicht satt waren. Werth besorgte Treffer Nummer elf und Youngster Robin Spenler durfte drei Minuten vor dem Ende das halbe Dutzend zum 12:3-Endstand vollmachen.

Frustriert stapften die Bietigheimer Spieler und Betreuer direkt nach dem Schlusspfiff in die Kabine, während sich die Zweibrücker nach dem Ausgleich in der Finalserie minutenlang von den Fans feiern ließen. „Es war eine lange Saison, aber sie ist noch nicht zu Ende. Nächste Woche wollen wir uns unseren großen Traum erfüllen und den Titel holen“, freut sich Trenholm auf das alles entscheidende Duell am nächsten Samstag (16.30 Uhr) in Bietigheim.