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EHC Zweibrücken
Gelingt die Revanche gegen die Rebels?

 Christian Werth (re.) will noch nicht an die Playoffs denken, sondern mit einem Sieg gegen Stuttgart am Sonntag erstmal den nächsten Schritt machen.
Christian Werth (re.) will noch nicht an die Playoffs denken, sondern mit einem Sieg gegen Stuttgart am Sonntag erstmal den nächsten Schritt machen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Der EHC Zweibrücken empfängt am Sonntag die Stuttgart Rebels in der Ice-Arena. Im ersten Ligaspiel gegen die Schwaben traf Hornets-Stürmer Christian Werth doppelt. Für einen Sieg reichte es aber nicht. Das soll diesmal anders laufen. Von Mirko Reuther

Christian Werth ist hart im Nehmen. Nachdem der Stürmer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken Ende Oktober im Training von einem Puck am Kopf getroffen wurde und seine Platzwunde im Krankenhaus mit fünf Stichen genäht werden musste, hinderte ihn nur das Veto des Arztes daran, wenige Tage später gegen die Mad Dogs Mannheim wieder auf dem Eis zu stehen. „Ich will immer spielen, aber mit der Gehirnerschütterung und den Fäden am Kopf war das dann offenbar zu heikel“, sagt Werth. Und klingt dabei, als bedauere er diesen Umstand zutiefst. Es bräuchte also schon Schlimmeres, um den 30-Jährigen daran zu hindern, am Sonntag um 19 Uhr für seine Hornets im Heimspiel gegen die Stuttgart Rebels aufzulaufen.

Mit dem ersten Saisonspiel gegen die Schwaben Anfang Oktober verbindet Werth allerdings gemischte Gefühle. Zwar erzielte der Hornets-Stürmer einen Doppelpack – doch die Zweibrücker, die mit einem Rumpfkader angetreten waren, verloren mit 2:3 nach Penaltyschießen. Es war die erste Saisonniederlage für den EHCZ. „Tore geben mir Selbstvertrauen, aber klar – die Mannschaft steht im Vordergrund. Und für das Team waren die Treffer nicht relevant. In Bestbesetzung hätten wir dort nicht verloren“, hadert Werth.

Die zweite – und bislang letzte Niederlage – kassierten die Zweibrücker dann am vorletzten Spieltag zu Hause gegen den aktuellen Tabellenführer ESC Hügelsheim (3:5). Doch den Frust über die Pleite im Spitzenspiel haben die Hornets längst abgeschüttelt. Am Freitag vergangener Woche bezwangen Zweibrücken die Eisbären Heilbronn auswärts mit 7:4. „Da haben wir gegen eine Mannschaft, die zu Hause noch ungeschlagen war, ein gutes Zeichen gesetzt. Das war wichtig, damit die Konkurrenz gar nicht erst auf den Gedanken kommt, dass wir einen Durchhänger haben oder uns von einer Niederlage aus der Bahn werfen lassen“, sagt Werth. Dass die Hornets in Heilbronn als „echtes Team“ aufgetreten seien und im dritten Drittel nach einer langen Zeitstrafe gegen  EHCZ-Verteidiger Felix Stokowski „nie nachgelassen“ hätten, sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen.



Stokowski hatte zunächst eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert und wurde auf der Strafbank von Heilbronner Anhängern mit einer Bierdusche – und zahlreichen Pöbeleien empfangen. Dass Stokowski daraufhin mit dem Schläger gegen die Scheibe der Bank geschlagen hatte, wurde von den Schiedsrichtern als Tätlichkeit gegen die Zuschauer gewertet und mit einer 5 plus 25 Minutenstrafe geahndet. Dagegen wurde von Seiten der Zweibrücker beim Verband Einspruch eingelegt, teilte der Verein am Mittwoch mit.

„Bis zur Strafe gegen Felix hatten wir alles im Griff. Aber auch diese Situation haben wir überstanden. Ich bin sehr stolz auf die gesamte Mannschaft“, jubelte Trainer Terry Trenholm nach der Partie. Seine Mannschaft kletterte durch den Erfolg auf Platz drei und hat dabei noch ein Spiel weniger auf dem Konto als Spitzenreiter Hügelsheim und der Zweite EV Ravensburg. Dass der EHCZ nun aus eigener Kraft wieder Tabellenführer werden kann, ist dem Trainer wichtig. „Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen die Hauptrunde als Erster beenden. Diese Möglichkeit haben wir jetzt wieder.“

Werth ist bei seiner Zielsetzung ein wenig vorsichtiger: „Wir waren letztes Jahr im Finale, sind diese Saison stark aufgestellt und die Stimmung ist gut. Klar haben wir die Playoffs, ein mögliches Endspiel und sogar den Pokal irgendwo im Hinterkopf. Aber wir tun gut daran, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.“

Dass die Hornets den ersten Vergleich mit dem Tabellensechsten Stuttgart verloren haben, hemme die Mannschaft nicht, verspricht der Stürmer. „Das ist Vergangenheit und komplett angehakt. Mit unseren Zuschauern im Rücken wird das sowieso ein komplett anderes Spiel. Wir werden die Punkte nicht noch einmal so unnötig liegen lassen.“ Dass er seinen beiden Treffern in der ersten Partie gegen die Schwaben am Sonntag weitere folgen lassen wird, kann der 30-Jährige zwar nicht versprechen. „Aber ich werde alles dafür tun“, sagt Werth. Daran hindern können ihn wohl nur eine Gehirnerschütterung und fünf Stiche am Kopf. Wenn überhaupt.