| 23:10 Uhr

Playoff-Auftakt für EHC Zweibrücken
„Die Anspannung steigt – mit jeder Stunde“

 Kommt es auf ihn wieder an? Maximilian Dörr (schwarz), der schon bei der Meisterschaft der Hornets 2017 im entscheidenden Finalspiel traf, steht am Sonntag in der ersten Halbfinal-Partie wieder auf dem Eis. Wie damals heißt der Gegner: Eisbären Heilbronn.
Kommt es auf ihn wieder an? Maximilian Dörr (schwarz), der schon bei der Meisterschaft der Hornets 2017 im entscheidenden Finalspiel traf, steht am Sonntag in der ersten Halbfinal-Partie wieder auf dem Eis. Wie damals heißt der Gegner: Eisbären Heilbronn. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Der EHC Zweibrücken empfängt am Sonntag die Eisbären Heilbronn zum ersten Spiel der Halbfinalserie in der Eishockey-Regionalliga. Eine Partie, die elektrisiert – und polarisiert. Von Mirko Reuther

Die Rosenstadt ist im Eishockeyfieber. Denn das erste Playoff-Halbfinalspiel des Regionalligisten EHC Zweibrücken am Sonntag um 19 Uhr in der Peter-Cunningham-Memorial-Arena gegen die Eisbären Heilbronn elektrisiert Stadt und Spieler gleichermaßen. „Die Anspannung steigt – mit jeder Stunde, die die Partie näher rückt“, sagt Maximilian Dörr. Der EHC-Stürmer kämpft mit den Hornets nicht das erste Mal in den finalen K.o.-Spielen um den Titel. Auch als Zweibrücken 2017 erstmals die Meisterschaft gewann, stand Dörr auf dem Eis – und erzielte im entscheidenden Finalspiel ein Tor. Der damalige Endspielgegner: Heilbronn.

17 Tore hat Dörr, der 2014 von den Maddogs Mannheim kam, in dieser Runde erzielt, 25 weitere vorbereitet. Auf den Stürmer wird es gegen die Eisbären besonders ankommen. Denn die sind nach einer durchwachsenen Halbserie im Winter auf Einkaufstour gegangen und haben sich unter anderem mit dem Zweitliga-erfahrenen Torwart Andrew Hare verstärkt. Und seit der Kanadier das Tor der Württemberger hütet, scheinen die Eisbären fast unschlagbar. Nur acht Gegentore hat Heilbronn in den letzten elf Spielen kassiert. Acht der letzten neun Spiele entschied die Mannschaft für sich. Die Hornets schlossen die reguläre Saison zwar trotzdem einen Punkt vor Heilbronn auf Rang zwei ab. Und dennoch: in ihrer aktuellen Form scheinen die Eisbären der härteste Gegner, auf den der EHCZ in der Vorschlussrunde hätten treffen können. „Heilbronn hat einen Riesenlauf. Ich stehe mit einem Spieler dort in Kontakt. Seit der Erfolg da ist, ist auch die Stimmung und der Zusammenhalt in der Mannschaft viel besser geworden“, berichtet Dörr. Bange ist ihm vor dem Auftaktspiel der sogenannten Best-of-Three-Serie – die Mannschaft, die als erstes zwei Spiele gewinnt, zieht ins Finale ein – aber nicht. „Wir sind fokussiert – aber auch optimistisch, gerade aufgrund des Heimrechts“, sagt Dörr.

Da die Hornets die Saison vor Heilbronn abgeschlossen haben, dürfen sie zweimal zu Hause antreten, die Eisbären nur einmal. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, glaubt Dörr: „Gerade in Zweibrücken mit der großen Fangemeinde kommt da eine extreme Euphorie rüber. Man merkt, dass die Stadt hinter uns steht. Am Sonntag werden weit über 1000 Zuschauer da sein“, freut sich der 31-Jährige. Er ergänzt: „Wenn es zu einem entscheidenden Spiel drei in Zweibrücken kommt, kann uns das den entscheidenden Schub geben.“



Zusätzliches Feuer bekommt das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften dadurch, dass man in Heilbronn nicht allzugut auf die Hornets zu sprechen ist. Weil die Eisbären im Ligaspiel im vergangenen November gegen den EHCZ aufgrund von Personalmangel nicht antreten konnten und keine Einigung über einen Ersatztermin erzielt wurde, wurde die Partie mit 5:0 für Zweibrücken gewertet. Die Schuld gibt man in Heilbronn dem EHCZ. „Aus sportlicher Sicht ist so ein Verhalten fragwürdig“, giftete Eisbären-Trainer Heiko Vogler in einem Heilbronner Lokalmedium.

Die Zweibrücker wollen sich von derlei Nebenkriegsschauplätzen nicht beeinflussen lassen. „Wenn man die sozialen Medien verfolgt, sieht man schon, was das Spiel bedeutet, aber wir bleiben fokussiert“, sagt Dörr, der als einer der erfahreneren Hornets derzeit mit dem einen oder anderen Tipp an die Jüngeren im Kader aushilft. „Wir haben auch ältere Spieler. Denen brauche ich nicht groß etwas zu erzählen. Aber denjenigen, die so eine Playoff-Situation noch nicht erlebt haben, steht man natürlich zur Seite.“

Und worauf kommt es in den Playoffs besonders an? „Da wird mehr Wert auf die Defensive gelegt. Es wird einfacher – aber härter gespielt. Ein 7:6 sollten die Zuschauer nicht erwarten“, sagt Dörr. Essenziell ist für ihn die Disziplin: „Unnötige Zeitstrafen müssen wir vermeiden.“

Im Falle eines Finaleinzuges könnte sich der 31-Jährige ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen. Ein mögliches entscheidendes Endspiel, würde fast exakt auf seinen Ehrentag fallen. „Wenn mein Geburtstag ansteht und unsere Saison ist noch nicht zu Ende, ist das immer ein Zeichen dafür, dass wir eine gute Runde spielen“, sagt Dörr und muss schmunzeln. Das war zuletzt 2017 so, als die Hornets die Meisterschaft feierten. Was war damals der Schlüssel zum Erfolg? „Wir hatten nicht immer die stärkeren Spieler auf dem Eis – aber einen ganz starken Zusammenhalt in der Mannschaft. Ein bisschen so wie heute“, erinnert sich Dörr.

Die beiden bisherigen Saisonspiele gegen Heilbronn haben die Hornets beide für sich entschieden. Mit 6:3 sowie 5:4 nach Penaltyschießen behielt Zweibrücken die Oberhand. „Klar macht das Mut, aber die Spiele fanden in den ersten Wochen der Saison statt. Die Situation ist eine andere – und die Heilbronner Mannschaft ist eine andere. Es geht wieder bei null los“, warnt Dörr. Einen klaren Favoriten gibt es für ihn nicht.

Belastbare Antworten, wer sich die bessere Ausgangslage im Kampf um den Finaleinzug sichert, gibt es erst am Sonntag, 19 Uhr, in der Ice-Arena. Dann, wenn das Eishockey-Fieber in der Rosenstadt seine Höchsttemperatur erreicht.