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Drama um Froome

Arenberg. Die Dramatik bei der Tour-de-France-Etappe über die gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen war nicht zu überbieten: Kaum ein Fahrer blieb ungeschoren. Agentur

Der Brite Chris Froome ist aus der Tour de France ausgestiegen. Der Italiener Vincenzo Nibali kann in die Fußstapfen des Vorjahressiegers treten, der auf der fünften Etappe in der "Hölle des Nordens" nach zwei Stürzen aufgeben musste. "Wir hatten die letzten dreieinhalb Jahre viel Glück und fast nie einen Sturz. Das passiert. Damit muss man leben. Wir wollten mit Chris die Tour gewinnen, jetzt ist Richie Porte unser Kapitän", sagte Sky-Manager Dave Brailsford im strömenden Regen. Um 15.45 Uhr war die Frankreich-Rundfahrt für Froome beendet und sein Traum vom zweiten Tour-Sieg in Serie ausgeträumt. Nach zwei Stürzen konnte er nicht mehr weiter und stieg 66,8 Kilometer vor dem Ziel mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Wagen seines Sky-Teams. Zuletzt war 1980 ein amtierender Tour-Sieger verletzt ausgestiegen - der Franzose Bernard Hinault mit Knieproblemen.

Die Organisatoren wollten großes Drama - und bekamen es. Viele Profis hatten vor dem Klassiker-Parcours gewarnt und von Unverantwortlichkeit gesprochen. Die Veranstalter hatten die neun Passagen über Kopfsteinpflaster mit einer Gesamtlänge von 15,4 Kilometern zwar etwas entschärft, aber die Gefahren wurden kaum gemindert. Tony Martin hatte vor einem "Spiel mit der Gesundheit" gewarnt.

Kaum ein Fahrer blieb ungeschoren. John Degenkolb, Anwärter auf den Tagessieg, stürzte zwei Mal. Er wurde 153. und musste mit einer Hüftverletzung zur Röntgen-Station der Tour, in der Hochbetrieb herrschte. Nach 152,5 Kilometern im Ziel in Arenberg jubelte der Niederländer Lars Boom über den Etappensieg. Nibali, der seinen Vorsprung im Gesamtklassement ausbaute, wurde Dritter.