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Handball
Dobrani nimmt erste Hürde Richtung WM

Giona Dobrani vom SV 64 Zweibrücken kämpft derzeit mit dem U21-Nationalteam der USA um die WM-Qualifikation.
Giona Dobrani vom SV 64 Zweibrücken kämpft derzeit mit dem U21-Nationalteam der USA um die WM-Qualifikation. FOTO: red / privat
Zweibrücken. Erstmals ging der Handballer des SV 64 Zweibrücken in der U21-Nationalmannschaft der USA bei der WM-Quali auf Torejagd. Als einer der Jüngsten im Team hat sich der Spielmacher erstmal durchbeißen müssen. Von Roman Kuhn

Von Alaska bis zum Kap Hoorn in Südamerika, danach über den Atlantik bis zur iberischen Halbinsel in Europa – was sich anhört wie eine halbe Weltreise, ist der beschwerliche Weg für die US-amerikanische U21-Handballnationalmannschaft zu ihrem ersehnten Ziel. Der Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2019 in Spanien. Und genau davon träumt auch der Zweibrücker Giona Dobrani. Der Spielmacher muss sich mit den US-Boys in drei Etappen, sprich in drei Qualifikationsturnieren, geographisch von Norden nach Süden gegen ihre Konkurrenten durchsetzen. In den ersten K.o.-Spielen in Nordamerika behielt das Team von Dobrani die Oberhand und qualifizierte sich erfolgreich für die zweite Runde. Bei der treffen sie dann auf die Nationen aus Mittelamerika – allen voran Mexiko. Die Länder Südamerikas, mit den Topfavoriten Brasilien und Argentinien, greifen erst beim letzten Turnier ins Geschehen um die begehrten WM-Tickets ein.

Für Giona Dobrani war es der erste Einsatz in der Juniorennationalmannschaft, nachdem er die U18-Auswahl bereits mehrfach als Kapitän auf Feld führen durfte. „Es war eine komplett neue Situation für mich. Jetzt bin ich einer der jüngsten Spieler im Team. Ich musste mich erst mal durchsetzen.“ Mit Julio Sainz aus den USA und dem Schweden Pirre Binderriss habe ein neues Trainerteam die Verantwortung. Dobrani musste sich schnellstmöglich auf deren Spielphilosophie einstellen. „Das Medieninteresse ist viel größer als bei der Jugend“, erzählt der 19-Jährige von seinen Eindrücken beim Debüt in der U21. So berichtete der Nachrichtensender CBS live von den Qualispielen.

Mit Leichtigkeit setzten sich der Flügelspieler des SV 64 Zweibrücken und seine Kameraden in den ersten drei Begegnungen gegen die Karibikinseln Martinique (32:12), Haiti (60:13) und Dominikanische Republik (46:15) durch. Da sich allerdings nur ein Team für die nächste Runde qualifiziert, musste auch der Favorit aus Kanada geschlagen werden. Dobrani, der im Nationalteam auf der Spielmacherposition spielt, zog auch in dieser Partie geschickt die Fäden und glänzte als siebenfacher Torschütze. In einem spannenden Spiel setzten sich die US-Jungs knapp mit 25:23 durch und dürfen weiter von der WM-Teilnahme träumen. Im Turnierverlauf traf der Zweibrücker mit amerikanischen Wurzeln 25 Mal und zählte zu den torgefährlichsten Akteuren.



Den sportlichen Sprung von der Jugend- zur Juniorennationalmannschaft hat der gebürtige Stambacher somit erfolgreich gemeistert. Aber nicht nur sportlich hat sich seine Handballwelt verändert: „Bei der U21 ist alles viel professioneller. Wir trainieren zweimal täglich und auch vom Verband werden wir super unterstützt“, erzählt der zukünftige Oberligaspieler der 64er. So kommt der Dachverband, im Gegensatz zur U18, bei den Junioren für alle Kosten wie Flüge oder Unterkunft voll auf. Doch auch emotional hat Dobrani von seinem ersten Einsatz bei den Älteren Einiges mitgenommen: „Wenn vor den Spielen alle Zuschauer aufstehen, um die Hymne zu singen, bekommst du wirklich Gänsehaut. Das gibt dir nochmal den letzten Kick. Ein echt cooles Gefühl, dass dich zu Höchstleistungen antreibt“, hofft Giona Dobrani, dass dieses Gefühl die Mannschaft bis zur WM nach Spanien trägt.