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Sportkolumne
Diese Leistung verdient Respekt

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Fußball macht nur Spaß, wenn man gewinnt, hat der ehemalige Regionalliga-Torwart und -Trainer Dieter Ferner einmal gesagt. Dementsprechend gut dürfte die Stimmung derzeit beim überragenden Oberliga-Spitzenreiter FC Homburg sein. Der Regionalliga-Absteiger hat es in der Hinrunde doch tatsächlich geschafft, 54 von 54 möglichen Punkten zu sammeln, nach allen 18 Partien als Sieger vom Platz zu gehen. „Logisch“ oder „war doch zu erwarten“, werden einige sagen. Bringen die Homburger doch die klar besten Voraussetzungen aller 19 Mannschaften mit. Liegt ihr Etat mit 1,7 Millionen Euro doch unvorstellbar viel höher als der der Dorfvereine wie Karbach, Engers, Eppelborn oder Diefflen. Ist der Kader doch viel breiter als der der Konkurrenten besetzt.

Doch, wenn auch schon vor dem Start der Saison klar war, dass die Grün-Weißen als haushoher Favorit in diese gehen würden, am Ende eigentlich nur genau diese eine Mannschaft die Chance auf die Meisterschaft haben wird, so muss ich der Truppe um Trainer Jürgen Luginger dennoch großen Respekt zollen. Denn es ist – bei aller Übermacht – dennoch eine wirklich starke Leistung, tatsächlich in keinem der Hinrunde-Spiele nachlässig zu werden. 18 Mal über 90 Minuten immer konzentriert und voll da zu sein.

Jeder Sportler weiß doch nur zu genau, wie schwer es ist, stets fokussiert zu bleiben, jeden Gegner ernst zu nehmen, gerade wenn die Dominanz und der Vorsprung schon so groß sind. Doch genau das verlangt Luginger unablässig. Er lässt jeden Kontrahenten beobachten, verlangt von seinen Spielern, jedem Gegner Respekt zu zollen und dabei dennoch immer die beste Leistung abzurufen. So marschieren die Grün-Weißen zielstrebig zurück Richtung Regionalliga, wo der punktbeste Oberligist Deutschlands auch hingehört. Die Planungen dafür können frühzeitig beginnen. Und erfolgen diese mit ebensolcher Akribie, wie die Einstellung der Spieler in dieser Saison, dann dürfte so ein blaues Wunder wie im Abstiegsjahr in naher Zukunft erst einmal ausbleiben.