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Handball-Oberliga
Die Wochen der Wahrheit brechen an

Nicht unterschätzen darf die VTZ Saarpfalz um Kapitän Philip Wiese (am Ball) den TV Offenbach. In der Vorrunde bereiteten die Vorderpfälzer dem Tabellenführer Probleme und hielten die Partie lange offen.
Nicht unterschätzen darf die VTZ Saarpfalz um Kapitän Philip Wiese (am Ball) den TV Offenbach. In der Vorrunde bereiteten die Vorderpfälzer dem Tabellenführer Probleme und hielten die Partie lange offen. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Für Oberliga-Spitzenreiter VTZ Saarpfalz gilt es, sich mit einem Sieg in Offenbach in eine gute Ausgangssituation für den Saisonendspurt zu bringen. Die VTZ II erwartet in der Saarlandliga den HSV Merzig-Hilbringen. Der Tabellenzweite reist mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch an. Von Jadran Pesic

Viel besser hätte die Saison für die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz bislang nicht laufen können. Die Zweibrücker sind Spitzenreiter und haben drei Punkte Vorsprung auf die Verfolger SF Budenheim und HF Illtal. Auch im Pokal gab sich die VTZ bislang keine Blöße und qualifizierte sich souverän für das Final Four Endrundenturnier am Ostermontag in Saarbrücken. Damit zu der Erfolgsgeschichte weitere Kapitel hinzugeschrieben werden, müssen die Zweibrücker am Samstag ihr Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Offenbach gewinnen. Dass das kein leichtes Unterfangen wird, zeigen die letzten Ergebnisse der Offenbacher. Drei der letzten vier Partien haben die Hessen nicht verloren.

Vor der Saison hatte VTZ-Trainer Danijel Grgic keine konkrete Platzierung anvisiert, sondern die Weiterentwicklung seiner Mannschaft in den Vordergrund gestellt. Dieses Ziel wurde ohne Zweifel erreicht. Innerhalb von nur zwei Jahren ist es Grgic gelungen, aus einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft einen verschworenen Haufen zu formen, der an die Tür zur 3. Liga klopft. Ebenso beeindruckend ist, dass sich die Mannschaft nach dem Pokaltriumph im vergangenen Jahr in dieser Runde erneut mühelos für das Endrundenturnier qualifiziert hat. Das Double aus Pokalsieg und Meisterschaft ist möglich. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Mannschaft dem stetig steigenden Druck gewachsen ist.

Die erste Hürde steht den Rosenstädtern am Samstag bevor. Um 18 Uhr empfangen sie den TV Offenbach, der als Aufsteiger eine starke Runde spielt und sich seit dem vergangenen Wochenende wohl aller Abstiegssorgen entledigt hat. Am letzten Spieltag gewann die Mannschaft von Trainer Christoph Morio überraschend bei der VTV Mundenheim mit 32:28. Zum Vergleich: Die VTZ war Mundenheim vor drei Wochen an gleicher Stelle noch deutlich unterlegen (17:26). Nicht nur die zuletzt sehr starken Auftritte des TVO machen die Partie zu einer schweren Aufgabe. Gerade gegen die vermeintlich schwächeren Mannschaften hatte die Mannschaft von Trainer Danijel Grgic zuletzt wiederholt ihre liebe Mühe. Auch im Hinspiel hatte der Spitzenreiter lange Probleme mit dem Aufsteiger und konnte erst in der zweiten Halbzeit entscheidend davon ziehen. Die Zweibrücker sollten also gewarnt sein.



In der jetzigen Phase wäre nicht nur ein Sieg immens wichtig. Auch die Art und Weise könnte für das Selbstvertrauen der kommenden Wochen entscheidend sein. Denn bereits am Ostermontag steht das Pokalfinale auf dem Programm. Nur wenige Tage später empfängt Zweibrücken die HF Illtal zum Duell der Spitzenmannschaften in der Westpfalzhalle.

Ganz anders sieht es bei der zweiten VTZ-Mannschaft in der Saarlandliga aus. Auch wenn es der Tabellenstand von Gegner Merzig nicht unbedingt vermuten lässt, ist die Partie am Wochenende das Aufeinandertreffen der beiden großen Verlierer des vergangenen Spieltags. Die VTZ II schnupperte erneut am ersten doppelten Punktgewinn der Saison, musste sich wegen schwacher Chancenverwertung aber geschlagen geben. Aber auch der HSV Merzig-Hilbringen war im Tal der Tränen. Schlimm genug, dass man das Derby gegen TuS Brotdorf verlor. Der Spitzenreiter der Saarlandliga, die HWE Homburg, stolperte überraschend im Parallelspiel gegen den HC Dillingen/Diefflen. Mit einem Sieg hätte Merzig-Hilbringen den Rückstand auf den Ligaprimus folglich bis auf zwei Punkte verkürzen und den Kampf um die Meisterschaft wieder spannend machen können. Durch die Niederlage gegen Brotdorf allerdings bleibt der Rückstand bei vier Punkten.

Jetzt braucht es schon ein kleines Wunder, wenn der HSV den direkten Wiederaufstieg noch realisieren will. Um sich nicht endgültig aus dem Titelkampf zu verabschieden, wird die Mannschaft von HSV-Trainer Michael Göbel alles daransetzen, gegen die VTZ Saarpfalz II wieder einen Sieg einzufahren. Sicherlich mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch werden sie dem Schlusslicht der Saarlandliga entgegentreten. Damit die Partie für die VTZ-Zweite nicht zu einem Debakel ausartet, müssen die Zweibrücker schon eine bessere Leistung bringen, als noch zuletzt gegen den HC Schmelz. Anpfiff der Partie ist am Sonntagabend um 18 Uhr in der Thielsparkhalle in Merzig.

VTZ-Trainer Danijel Grgic.
VTZ-Trainer Danijel Grgic. FOTO: Martin Wittenmeier