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Vizemeisterschaft zum Greifen nah
Koch zeigt Gala-Auftritt in ihrem letzten Heimspiel

 Sie wird dem SV 64 fehlen: Katharina Koch (links) absolvierte gegen Friesenheim ihr letztes Heimspiel für das Zweibrücker Oberliga-Team.
Sie wird dem SV 64 fehlen: Katharina Koch (links) absolvierte gegen Friesenheim ihr letztes Heimspiel für das Zweibrücker Oberliga-Team. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: SV 64-Damen bezwingen Friesenheim mit 34:27. Die Vizemeisterschaft ist damit wieder zum Greifen nah. Von Roman Kuhn

Die Oberliga-Handballerinen vom SV 64 Zweibrücken haben ihr Heimspiel gegen den Tabellennachbarn TSG Friesenheim am Sonntag verdient und deutlich mit 34:27 (16:15) für sich entschieden. Die Truppe von Trainer Rüdiger Lydorf zeigte im letzten Heimspiel der Saison nochmal einmal, was in ihr steckt und eroberte durch die gleichzeitige Niederlage der HSG Hunsrück gegen die SG Ottersheim sogar den bereits verloren geglaubten zweiten Platz wieder. Die beste Torschützin auf Seiten der Löwinnen war Lucie Krein mit zehn Treffern.

Die Anfangsphase dominierten jedoch die Gäste aus Ludwigshafen. Allem voran die starke Defensive der Friesenheimerinnen machte dem SV 64 das Leben schwer. „Ich war in den ersten 20 Minuten zufrieden mit unserer Abwehr. Wir haben Zweibrückern wenig Raum gelassen und konnten durch unsere gute Defensive einige Gegenstoß Tore erzielen“, lobte Eulentrainer Thorsten Engert den starken Auftritt seiner Mannschaft zu Beginn. In dieser Phase spielten sich die Friesenheimerinnen Katja Gabriel und Johanna Ebel in den Vordergrund, die zusammen sieben der elf Eulen-Treffer erzielten. Die beiden waren am Ende der Begegnung auch die besten Torschützen auf Seiten der Gäste, die sich zunächst auf 11:7 (20. Minute) absetzen konnten.

Der Knackpunkt des Spiels war wohl eine Zeitstrafe gegen Eulenspielerin Lina Wild in der 22. Minute. Ab dem Zeitpunkt spielte Zweibrücken befreiter auf und fand bessere Lösungen gegen die Friesenheimer Defensive. Durch einem fulminanten 8:1-Lauf drehte die Mannschaft von Trainer Rüdiger Lydorf das Spiel zu ihren Gunsten. Vor allem Katharina Koch brillierte in ihrem letzten Heimspiel, warf wichtige Tore und setzte ihre beiden Kreisläufer Ina Sohns und Laura Witzgall, die nach der Runde ebenfalls die Handballschuhe an den Nagel hängen wird, immer wieder mustergültig in Szene. „Ich freue mich, dass Katha in ihrem letzten Spiel nochmal zeigen konnte, wie gut sie ist. Wir werden sie auf jeden Fall in der kommenden Saison vermissen. Nicht nur als Spielerin sondern auch als Persönlichkeit“, bedauerte SV-Trainer Lydorf den Verlust seiner erfahrenen Führungsspielerin.



Zu Lydorfs Unmut schienen die Löwinnen nach ihrem starken Zwischenspurt mit den Gedanken zu früh in der Kabine zu sein. Nachdem der SV 64 zwischenzeitlich schon mit drei Toren vorne gelegen hatte, kam Friesenheim durch zwei Treffer binnen 45 Sekunden bis zur Halbzeit wieder in direkte Schlagdistanz (16:15).

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeberinnen allerdings direkt wieder das Kommando. Über die Zwischenstände 19:15 (35.), 24:19 (44.) und 31:25 (55.) konnten sich die 64er immer weiter absetzen. In der Schlussphase setzte dann Pauline Hartfelder noch einige Glanzpunkte durch gekonnte Treffer von der Außenposition. Sie spielt auch ihre vorerst letzte Saison in der ersten Damenmannschaft der Zweibrücker, da sie aufgrund ihres Studiums noch nicht weiß, in welche Richtung es gehen soll. Somit konnte auch sie sich mit einem starken Spiel würdig verabschieden.

Dass man auch nach dem offiziellen Abschluss einer glanzvollen Karriere immer noch in der Lage ist Topleistungen zu bringen, zeigte am Sonntag ein anderes SV-Urgestein eindrucksvoll. Katrin Hoffmann, die früher eine der wichtigsten Leistungsträgerinnen war, spielt heute eigentlich nur noch in der zweiten Mannschaft. Aufgrund der Verletzung von Renata Szabo hatte sich die zweifache Mutter aber bereit erklärt nochmal auszuhelfen. „Sie hat gespielt als wäre sie nie weg gewesen. Es macht immer Spaß sie auf dem Spielfeld zu beobachten“, lobte Lydorf die inzwischen 37 Jährige – aber immer noch wieselflinke – Rückraumspielerin. Am Ende siegten die Löwinnen verdient mit 34:27. „Mich freut es vor allem, dass wir unsere kleine Negativserie durchbrechen konnten und uns in unserem letzten Heimspiel würdig von unseren tollen Zuschauern verabschieden konnten. Dass es dann auch noch für den zweiten Tabellenplatz gelangt hat, ist natürlich umso schöne“, freute sich der Übungsleiter über den gelungenen Saisonabschluss in der Ignaz-Roth-Halle.