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Voltigieren
„Unglaublicher“ Erfolg für die Lokalmatadoren

Können und Eleganz vereint: Ihre gemeinsame Zeit auf dem Pferderücken beendeten Jasmin Glahn und Mara Marschall mit einem Sieg.
Können und Eleganz vereint: Ihre gemeinsame Zeit auf dem Pferderücken beendeten Jasmin Glahn und Mara Marschall mit einem Sieg. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Deutscher Voltigierpokal: Gastgebende VRG Südwestpfalz sowie Duo Mara Marschall und Jasmin Glahn von Siegen überwältigt. Von Cordula von Waldow

„Unglaublich und irgendwie noch nicht so wirklich zu begreifen – dieser Moment, in dem man kapiert, dass man gewonnen hat“, kann Sandra Schwebius den Erfolg beim Deutschen Voltigierpokal kaum in Worte fassen. Die Turnierleiterin und Trainerin der VRG Südwestpfalz konnte es zunächst ebenso wenig fassen wie ihr Achter-Team. In einem packenden Finale hatten sich die Gastgeberinnen als letzte Starterinnen im Landgestüt Zweibrücken auf Möbel Martin‘s Instoregirl, longiert von Melissa Habibovic, gegen die bundesweite Konkurrenz der M-Gruppen durchgesetzt. Mit nur einer Hundertstel Vorsprung auf das in der Kür starke Team aus Grevelau (Landkreis Hannover).

Nach dem Sieg in allen drei Landestiteln 2018 in einer Favoriten-Rolle, standen die acht Pferde-Athletinnen zwischen zwölf und 22 Jahren von Anfang an gehörig unter Druck. Souverän gewannen sie die Qualifikation und starteten – dank der besten Pflicht der 14 Finalisten – als Führende und Letzte im Kür-Finale. Dazu trug, neben der guten Pferdenote für die gerne etwas kapriziöse, hoch gewachsene Zweibrücker Stute aus der Zucht der Einöder Familie Linn, vor allem auch Jasmin Glahn bei. Die Bundenbacherin, die für die verletzte Lea Pottgiesser einsprang und das Team der Voltigier- und Reitgemeinschaft Südwestpfalz komplettierte, zeigte gleich zweimal die beste Pflicht des gesamten Turniers.

Hier traten an drei Tagen 28 Teams aus der gesamten Bundesrepublik um die Deutsche Meisterschaft auf mittelschwerem Niveau in dieser Mannschaftsstärke an. Gespannt und schwer atmend warteten Maria Odenbreit, Maret Manuel, Tabea Schiefer, Alina Ribitzki, Celine Radtke, Isabelle Veit, Selina Schmidt und Jasmin Glahn nach ihrer Schlussvorstellung das Urteil der Richter. 7,292 Punkte gegenüber 7,191 des hannoverischen Teams, das gleich zweimal die beste Kür des Turniers ablieferte. Dann brach der Jubel los. Zum zweiten Mal an diesem Tag, der einem packenden Sport-Krimi auf höchstem Niveau glich.



Denn bereits am Vormittag zeigte Turnierleiter und DVP-Gründer Leo Laschet seine Rührung. Mit lediglich zwei Tausendsteln Vorsprung, vergoldeten sich Jasmin und Mara Marschall von seinem Heimatverein Bundenbacherhöhe das Ende ihrer Erfolgskarriere. Für das Duo war der Sieg nach sechs Jahren Gemeinsamkeit durch Höhen und Tiefen – zwei Pfalz-, zwei Rheinhessen-, einem Süddeutschen- und drei Rheinland-Pfalz-Meistertiteln, zahlreichen Siegen und Platzierungen bei nationalen und internationalen Meisterschaften sowie zwei vierten Plätzen bei der deutschen Meisterschaft 2016 in Verden und dem CVI***-Masterclass in Wiesbaden – der krönende Abschluss. Und das umringt von Vereinsmitgliedern und Freunden. Vorgestellt wurden sie von Kathrin Roos auf Georgi, „der wieder einmal alles für uns gegeben hat“. Die beiden bedankten sich bei „jedem einzelnen, der uns diese tolle Zeit ermöglicht, uns durch Höhen und Tiefen begleitet hat und immer für uns da war. Allen voran unseren Eltern!“ Mit den Silber-Gewinnerinnen Hannah Bidon und Jana Schumacher aus Saarburg stehen die Nachfolgerinnen auf Landesebene bereits parat.

Jürgen Köhler und Sandra Schwebius haben den neuen E-Kader Pfalz für 2019 bekannt gegeben: Gruppenvoltigieren: VRG Südwestpfalz I - Melissa Habibovic an der Longe; RuFV Bundenbacherhöhe II - Jessica Kiefer an der Longe; Einzel:Selina Schmidt, Celine Radtke, Alina Ribizki von der VRG Südwestpfalz - Eva Bartaguiz an der Longe; Laura Grim vom RuFV Bundenbacherhöhe - Mara Marschall an der Longe; Lene Triem und Jonathan Geib vom RuFV Bundenbacherhöhe - Kathrin Roos an der Longe.