| 21:13 Uhr

Fußball-Oberliga
Der FSV geht zum Rundenstart am Stock

Murat Adiguezel (rechts) ist einer der wenigen Nichtverletzten beim FSV Jägersburg. Er wird gegen den TSV Schott Mainz im Sturm spielen.
Murat Adiguezel (rechts) ist einer der wenigen Nichtverletzten beim FSV Jägersburg. Er wird gegen den TSV Schott Mainz im Sturm spielen. FOTO: Martin Wittenmeier
Jägersburg. Beim Fußball-Oberligisten Jägersburg wird die Verletztenliste nicht kürzer. Wer gegen Mainz spielt, entscheidet sich erst nach dem Warmmachen. Von Markus Hagen

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ heißt eine amerikanische Filmkomödie, in der Bill Murray immer wieder den gleichen Tagesablauf erlebt.

Ähnlich geht es zurzeit auch dem Trainer des Oberligisten FSV Jägersburg, Thorsten Lahm: Fast täglich gibt es für ihn hinsichtlich Ausfällen neue Hiobsbotschaften, vergleichbar mit der vergangenen Saison, als den Lila-Weißen teilweise bis zu zehn Spielern fehlten.

Vor dem Auftakt in die dritte Saison der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, in die der FSV morgen mit einem Heimspiel gegen den Regionalligaabsteiger TSV Schott Mainz – Anstoß: 15.30 Uhr – einsteigt, sind die Listen von verletzungsbedingten Ausfällen und fraglichen Spielern wieder sehr lang geworden. Fast frustriert hält Lahm fest: „Wir können es nicht ändern und müssen das Beste aus der Situation machen.“ Gedanken für eine mögliche Startformation könne er sich noch keine machen. „Dazu gibt es einfach noch zu viele Fragezeichen hinter angeschlagenen Spielern.“ Klar sind zwei Tage vor dem Saisonauftakt nur sehr wenige Positionen. Im Tor wird Mirko Gerlinger stehen. Wer vor dem Keeper in der Abwehrkette stehen wird, ist zurzeit noch ungewiss. Florian Hasemann laboriert an einer Bänderdehnung im Sprunggelenk. Steven Simon plagt sich mit einer Bauchmuskelzerrung herum. Kristoph Scherpf hat muskuläre Probleme mit dem Oberschenkel.



Durchaus möglich, dass Lahm erst beim Warmmachen am Samstag vor dem Spiel entscheiden kann, wie die Defensivreihe hinten aussehen wird. Auch die Besetzung des Mittelfeldes ist offen. Gesetzt sind Tom Koblenz und Frederic Ehrmann, der wie berichtet studienbedingt nach diesem Spiel für ein halbes Jahr zum Özil-Club Arsenal London geht, und dem FSV Jägersburg erst wieder nach der Winterpause zur Verfügung stehen wird. Lahm: „Alles offen, wer im Mittelfeld noch „dazu kommt.“ Ob er mit einer oder zwei Sturmspitzen antreten wird, kann Lahm auch noch nicht sagen. Nur Murat Adiguezel ist als Stürmer gesetzt. Denkbar ist, dass der junge Arman Ardestani vom FSV-Verbandsligateam in den Sturm nachrückt, der in den Vorbereitungsspielen nicht nur durch einige Tore überzeugen konnte.

Fest steht aber auf jeden Fall, dass die Jägersburger auf Jan Reiplinger wegen einer Hüft-Operation für einige Wochen verzichten müssen. Sergej Littau fehlt wegen einer Nervenwurzel-Entzündung im Gesäß und Tim Schäffer hat Adduktorenprobleme. Neuzugang Mentor Shabani muss wegen einer Bänderverletzung pausieren. Mit dem TSV Schott Mainz, der nach einem Jahr Zugehörigkeit aus der Regionalliga Südwest wieder absteigen musste, haben die Jägersburger am ersten Spieltag gleich einen dicken Brocken erwischt. „Ich denke, dass beide Mannschaften im ersten Spiel noch nicht wissen, wo sie leistungsmäßig stehen“, verweist der 48-Jährige darauf, dass es für den Samstag nicht unbedingt einen Favoriten für diese Begegnung gibt.

Mit Langeweile mit viel Defensiv-Sicherheitsspiel und Ballgeschiebe, wie bei vielen WM-Spielen, rechnet Lahm nicht. Im Gegenteil: „Der TSV Schott Mainz will ganz vorne mitspielen, wird also durchaus offensiv bei uns antreten, um zu gewinnen.“

Aber auch der FSV werde sich keinesfalls verstecken und mit offensiver Ausrichtung in die 90 Minuten gehen. Die Zuschauer könnten ein offensives und interessantes Spiel sehen, wenn nicht der Faktor Wetter zu sehr zum tragen kommt. Lahm sagt dazu: „Bei den heißen Temperaturen muss man sehen, wie die Spieler damit zurechtkommen.“ Für beide Mannschaften gilt es, die Kräfte gut einzuteilen und möglichst effektiv zu spielen.