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Homburger Bergrennen
Der Rennfahrer mit Leib und Seele

 HAC-Motorsportler Christian Bächle hofft auf seinen nächsten Klassensieg in der Gruppe N bis 2000 Kubikzentimeter. Und das in seinem neu aufgerüsteten Peugeot 206 RC.
HAC-Motorsportler Christian Bächle hofft auf seinen nächsten Klassensieg in der Gruppe N bis 2000 Kubikzentimeter. Und das in seinem neu aufgerüsteten Peugeot 206 RC. FOTO: Markus Hagen
Homburg. Der Erbacher Christian Bächle nimmt bereits sein 26. Homburger Bergrennen in Angriff. In seiner Wertungsklasse will er erneut auf Sieg fahren. Von Markus Hagen

Rund 150 Motorrennsportler erwartet der Homburger Automobilclub HAC von Freitag bis Sonntag, wenn zum 46. Mal auf der “Käshofer Straße“ beim traditionellen Homburger ADAC Bergrennen die Motoren auf der 2,6 Kilometer langen Rennstrecke dröhnen.

 Auch der HAC wird mit 18 Startern in den verschiedenen Wertungsklassen vertreten sein. Der Homburger Kai Neu wurde in dieser Saison mit seinem Ford Fokus ST schon mehrfach in seiner Klasse Sieger. In der aktuellen Rangliste der Deutschen Bergmeisterschaft liegt Neu in der Klasse Gruppe F bis 2000 Kubikzentimeter auf Platz sechs. Auch der Erbacher Christian Bächle darf sich mit seinem Peugeot 206 RC mit einer Stärke von 185 Pferdestärken in der Gruppe N bis 2000 Kubikzentimenter Hoffnungen auf den Klassensieg machen. Fünf Mal entschied er diese Wertung bei seinem „Heimbergrennen“ bereits für sich. Dazu kamen weitere Topergebnisse, bei denen er auf dem Treppchen landete.

 Zum 26. Mal ist Bächle bereits beim Homburger Bergrennen am Start. „Es macht immer wieder Spaß, sich dieser Herausforderung durch die engen Kurven zu stellen“, erklärt der 50-jährige Angestellte eines Homburger Autohauses. Mit dem Motorsport kam Bächle schon im Kindesalter in Berühung. Sein Vater war Rallyefahrer – und die Familie war stets dabei.



Christian Bächle begann mit dem Rennsport 1994. „Eigentlich bin ich Rallyefahrer, aber das eine oder andere Bergrennen – selbstverständlich auch die Veranstaltung vor meiner Haustür – nehme ich gerne mit“, sagt er. Und das tut er sehr erfolgreich. Bächle investiert viel und Zeit – und auch Geld – um mit seiner Beifahrerin Isabelle Brack europaweit bei Rennen an den Start zu gehen. So fuhr er bereits in Südfrankreich und bei einem Lauf zur Rallye-WM in Reichsweiler. Ende September will Bächle dort erneut bei einem Rennen über mehrere Etappen an den Start gehen.

 Doch nun liegt sein Fokus auf dem Bergrennen mit seinen drei Wertungsläufen am Sonntag. Bächles Peugeot 206 RC mit 185 PS hat er technisch mit vielen Teilen praktisch neu aufgebaut. Neuer Motor, neues Getriebe, neue Kupplung – und viele weitere Verbesserungen gibt es im Innenleben seines Rennwagens. Bächle sagt: „Mein Dank geht an meinen Club-Kameraden und Mechaniker Jochen Stoll, der mir die Teile eingebaut hat.“ Stoll kennt sich aus, er ist selbst Motorsportler und fährt ebenfalls einen Peugeot 206 RC.

 Bächle ist Motorrennfahrer mit Leib und Seele. Auch wenn der Sport aufwendig ist. „Für ein Hobby geht da schon viel Zeit drauf“. Besonders stressig seien aber die Tage vor dem Bergrennen seines Homburger Automobilclubs. Denn neben seinem Acht-Stunden-Job im Autohaus ist er auch einer der vielen Helfer, die rund um die Strecke für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Schon in den Tagen vor dem Rennen gab es viel zu tun. Das Fahrerlager musste vorbereitet und ein Großzelt aufgebaut werden. 5000 Reifen in 1000 Stapeln wurden an der Rennpiste aufgestellt und zusätzliche Schutzplanken installiert. Zuschauerbereiche wurden eingerichtet – und vieles mehr. „Es gab genügend zu tun“, sagt Bächle. Doch die Arbeit lohnt sich wie jedes Jahr. Allein um der Motorsportwelt zu beweisen, „dass das Homburger Bergrennen ein großer Anziehungspunkt für die Motorsportfans aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz ist“, sagt der 50-Jährige. Bei idealem Wetter erwartet der Homburger Automobilclub an den drei Tagen insgesamt über 3000 Zuschauer.

 Los geht es bereits am heutigen Freitagabend, wenn die Fahrer ihre Rennboliden bei der technischen Überprüfung auf Herz und Nieren testen lassen müssen. Die Qualifikationsläufe beginnen am Samstagmorgen um 8.30 Uhr. Bis 18 Uhr dröhnen die Motoren auf der Rennstrecke. Ernst wird es am Sonntag ab 8.30 Uhr, wenn die ersten von drei Wertungsläufen in den einzelnen Klassen starten. Bis etwa 18 Uhr steht der Gesamtsieger fest, der im großen Festzelt ab 19 Uhr neben den vielen Platzierten und Siegern der Wertungsklassen gekürt wird.