| 14:22 Uhr

Eishockey
„Unser bestes Spiel wird noch kommen“

 Marco Trenholm vom EHC Zweibrücken bejubelt seinen dritten Treffer gegen Bietigheim.
Marco Trenholm vom EHC Zweibrücken bejubelt seinen dritten Treffer gegen Bietigheim. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Eishockey-Regionalliga: Der EHC Zweibrücken „Hornets“ fegt Meister Bietigheim mit 8:2 vom Eis. Marco Trenholm trifft dreifach. Von Martin Wittenmeier

Mit einer starken Vorstellung hat sich Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken am Sonntagabend von seinen Heimfans in Richtung Playoffs verabschiedet. Die Hornets überrollten den amtierenden Meister SC Bietigheim-Bissingen 1b am vorletzten Hauptrunden-Spieltag mit 8:2 (3:0/2:1/3:1) und brachten dabei die von Trainer Ralf Wolf geforderte „hohe Intensität“ aufs Eis.

Ein Zweibrücker Blitzstart eröffnete die Partie: Gerade einmal 24 Sekunden dauerte es, bis der Puck zum ersten Mal hinter Torwart Patrick Golombek im Bietigheimer Kasten einschlug. Ein Zuspiel von Stephen Brüstle nutzte Marco Trenholm zur ganz schnellen Führung. „Wir wollten mit viel Schwung in die Partie gehen und sofort Vollgas geben“, betonte Wolf. „Die Jungs haben die Marschroute heute zu 100 Prozent umgesetzt.“

Mit ihrem druckvollen Spiel erarbeiteten sich die Hornets zahlreiche Chancen in der Anfangsphase. Keine drei Minuten nach dem 1:0 stach der Tabellenführer erneut zu. Wiederum glänzte Defensivmann Brüstle als Vorlagengeber, diesmal auf Marc Lingenfelser, der den zweiten Zweibrücker Treffer nachlegte. Sogar in Unterzahl klappte das Toreschießen. Während Teamkollege Fabian Fellhauer noch eine Zwei-Minuten-Strafe abbrummte, erhöhte EHC-Topscorer Dan Radke (10.) auf 3:0 für die Hausherren. Sehr zur Freude ihres Trainers: „So ein Spiel darfst du nicht mit halber Kraft angehen, sonst verlierst du deinen Rhythmus. Wir haben vorne konsequent den Abschluss gesucht und dann auch unsere Tore gemacht.“



Denn auch bei einer Drei-Tore-Führung sei ein Spiel gegen Bietigheim „nie entschieden“, warnte Wolf. „Gegen die musst du immer hellwach sein.“ Dementsprechend fokussiert traten die Hornets auch im zweiten Drittel auf. Maximilian Dörr (27.) und Vladimir Zvonik (32.) sorgten mit ihren Powerplay-Toren zum 4:0 und 5:0 dafür, dass der Vorsprung weiter anwuchs. Bietigheim, als Tabellendritter noch nicht sicher für die Finalrunde qualifiziert, tat sich äußerst schwer mit dem permanenten Zweibrücker Pressing und kam nur selten gefährlich vor den Kasten von Steven Teucke. Kurz vor der zweiten Pause musste der EHC-Goalie dann aber doch hinter sich greifen. Lars Heintz (38.) verkürzte in Überzahl auf 1:5 und ließ den kleinen, aber lautstarken Bietigheimer Anhang jubeln.

Dass die Gäste mit rund 50 Fans im Gepäck angereist waren, hatte einen kuriosen Hintergrund. Vor rund einem Monat war es beim Eishockey-Derby zwischen den Heilbronner Falken und den Bietigheim Steelers in der DEL2 zu Ausschreitungen gekommen. Streitlustige Bietigheimer Fans hatten damals ein Heilbronner Fanlokal angegriffen, ein Stuhl war durch eine Fensterscheibe geflogen. Gegen 47 Steelers-Fans wurden daraufhin bundesweite Stadionverbote für die zweite deutsche Eishockey-Liga bis zum Ende der übernächsten Saison verhängt. Daher machte sich der Anhang mit auf den Weg nach Zweibrücken. Bei den Gastgebern war man allerdings auf mögliche Konfrontationen vorbereitet und hatte im Vorfeld der Partie mehr Security-Personal und Polizei angefordert, „um unsere Zuschauer zu schützen“, wie EHC-Coach Wolf hinterher erklärte. Letztlich unbegründet, denn am Sonntagabend blieb alles friedlich auf den Rängen. „Die Bietigheimer Fans haben 60 Minuten lang für tolle Stimmung in der Halle gesorgt. Das war Werbung fürs Eishockey“, betonte der 40-Jährige.

Den machten aber auch die Hornets im Schlussabschnitt: Dörr bediente Trenholm (44.) und es klingelte wieder im Gästetor – 6:1. Mit einem verdeckten Schuss brachte Marcel Göttfert den amtierenden Meister sieben Minuten vor dem Ende noch einmal heran, doch nur 60 Sekunden später stellte Marco Trenholm mit einem Schlenzer aus spitzem Winkel den alten Abstand wieder her und verdiente sich ein Extralob seines Trainers. „Marco ist wieder richtig heiß aufs Eishockey. Er hat viel Tempo aufs Eis gebracht und vor dem Tor war er unglaublich effektiv.“ Quasi mit der Schlusssirene markierte Marc Lingenfelser in doppelter Überzahl sogar noch den 8:2-Endstand für die Hornets.

„Das war heute ein gutes Spiel, aber unser bestes wird noch kommen“, zeigte sich Wolf nach der Partie selbstbewusst. „Wir dürfen uns nicht ausruhen, denn jetzt kommen die Spiele, in denen es zählt.“ Deshalb werde man auch am kommenden Samstag (19.30 Uhr) mit voller Kraft zum letzten Hauptrunden-Spiel nach Hügelsheim fahren. „Wir fräsen da durch“, versichert der Zweibrücker Trainer.