| 00:00 Uhr

Der Anfang ist gemacht

Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison ist gelegt. Mit dem Start in die Zweite Fußball-Bundesliga kann der 1. FC Kaiserslautern zufrieden sein. Nach fünf Spieltagen sind die Roten Teufel ungeschlagen.

Die zwei späten Ausgleichstreffer auswärts in Sandhausen (1:1) und Aalen (2:2) sind ärgerlich, aber zu verkraften. Als Rückschlag in der sportlichen Neuausrichtung sieht das hier keiner. So steht der FCK eben nicht ganz oben, sondern punktgleich mit den Überraschungsmannschaften Ingolstadt, Leipzig und Darmstadt auf Rang vier. Zwar fehlt dem Team in der ein oder anderen Situation noch die Cleverness, die mangelnde Chancenverwertung lässt Verein und Fans häufig bis zum Abpfiff zittern, aber dieses Risiko sind die Verantwortlichen um den Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz mit der Neuausrichtung bewusst eingegangen. Spätestens nach dem dritten Sieg im dritten Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (1:0) dürfte die Unsicherheit, wie die Saison nach den personellen Umstrukturierungen laufen wird, bei den FCK-Oberen aber verflogen sein. Es ist klar: Das verjüngte Team kann oben mitspielen.

Auch, weil die Mannschaft den Abgang von Kapitän Marc Torrejón zum SC Freiburg scheinbar gut verkraftet hat. Groß war die Ungewissheit, wie die junge Abwehr ohne weitere Verstärkung dem Druck standhalten soll. Für die Eigengewächse Willi Orban und Dominique Heintz bedeutet der Weggang Torrejóns die große Chance, sich zu beweisen. Der "Kinderriegel", wie die beiden von den Fans liebevoll genannt werden, hat das Vertrauen von Trainer Kosta Runjaic bislang zurückgezahlt.

Statt die Position in der Abwehr auf Teufel komm raus neu zu besetzten, hat sich der FCK mit Kerem Demirbay, einer Leihgabe des Hamburger SV , und Amin Younes (ausgeliehen von Mönchengladbach) im Mittelfeld verstärkt, belebt damit den Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen. Demirbay feierte im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt einen gelungenen Einstand, hat das Orban-Tor zum dritten Heimsieg vorbereitet.

Diese Erfolge auf dem Betzenberg sind wichtig. Die Roten Teufel müssen ihr Fritz-Walter-Stadion wieder in eine Festung verwandeln. Dazu müssen auch die Fans beitragen, die das bislang bei den Heimspielen mit im Schnitt 35 000 Besuchern getan haben. Ein Zeichen dafür, dass sie hinter ihrer Mannschaft und dem neuen Konzept stehen. Kein Wunder: Das junge Team macht Spaß. Runjaic lobt das Miteinander, den Teamgeist, die Kampfbereitschaft. Tugenden, die in den zurückliegenden Runden vermisst wurden. Doch die Saison ist lang. Der erste große Schritt ist gemacht. Erfolgreich ist er dann, wenn der Zusammenhalt - in der Mannschaft sowie zwischen Fans und Verein - auch länger bestand hat, als nur über die ersten gelungenen Spieltage hinweg.