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VTZ wird gejagt
Déjà-vu-Erlebnis an Ostermontag

Auf spannende Partien können sich auch die Trainer der teilnehmenden Teams, hier SV 64-Coach Axel Koch, beim Final-Four einstellen.
Auf spannende Partien können sich auch die Trainer der teilnehmenden Teams, hier SV 64-Coach Axel Koch, beim Final-Four einstellen. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; (mw); www.marcowill
Zweibrücken . Insgesamt acht Mannschaften kämpfen beim Final-Four um den saarländischen Handballpokal. Bei den Männern sind es genau die gleichen vier wie im Vorjahr. Von Jadran Pesic und Svenja Hofer

Am Ostermontag ist es endlich soweit. Die Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz gehen als Titelverteidiger in das Final-Four um die saarländischen Handball-Pokal. In einem spannenden Endspiel konnte das Team von Trainer Danijel Grgic als Underdog den Drittligisten SV 64 Zweibrücken überraschen (25:22). Dieses Jahr hingegen ist der Ausgang der Finalspiele so offen wie nie zuvor. Obwohl das Teilnehmerfeld bei den Männern genau dem des Vorjahres gleichkommt. Neben dem Oberliga-Spitzenreiter VTZ haben sich die beiden Oberligisten SV 64 Zweibrücken und HF Illtal sowie Saarlandligist TV Niederwürzbach qualifiziert.

Und nicht nur die Finalteams sind genau die der vergangenen Auflage. Auch die Halbfinal-Begegnungen sind identisch. Und die VTZ hätte auch nichts gegen den gleichen Ausgang wie 2017. Doch da möchte auch der SV 64 dem Titelverteidiger einen Strich durch die Rechnung machen. Für den Oberliga-Vierten ist das Pokalfinale die Möglichkeit, eine durchwachsene Saison mit einem großen Erfolg zu beenden.

Nach den beiden Semifinals der Frauen, in denen die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 gegen den Saarlandligisten TV Merchweiler um das Endspielticket kämpfen, startet das Männerturnier in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle mit der Partie zwischen der VTZ und dem TV Niederwürzbach. Auch wenn die VTZ als klarer Favorit in die Partie geht, darf sie den Saarlandligisten keineswegs unterschätzen. Beim Halbfinalturnier in Zweibrücken war es der Mannschaft um TVN-Coach Christian Schöller bereits gelungen, den Oberligisten HSG Völklingen überraschend aus dem Pokal zu kegeln. Dennoch geht der TVN „als krasser Außenseiter“ in das Turnier, wie Kapitän David Leffer betont. „Zumal wir gegen die beste Mannschaft spielen“, blickt er auf die Partie des amtierenden Saarlandligameisters gegen den Spitzenreiter der Oberliga voraus. Zu stark präsentierte sich die VTZ in dieser Saison und war wettbewerbsübergreifend das Maß der Dinge. Für die Niederwürzbacher gehe es einfach darum, „zu genießen“. Direkt im Anschluss an diese Partie kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen den HF Illtal und dem SV 64. Bereits drei Mal standen sich diese Teams in dieser Saison gegenüber. Zwei Mal konnte der Drittliga-Absteiger aus Zweibrücken die Partien für sich entscheiden. Dennoch ist es schwer, für die anstehende Pokalpartie einen Favoriten auszumachen. Die Tagesform wird hier über Sieg und Niederlage entscheiden.



So sieht es eigentlich im gesamten Finalturnier der Männer aus. Gerade die drei Oberligisten liegen ganz eng beieinander und begegnen sich auf Augenhöhe. Wenn die VTZ auch immer wieder als Favorit genannt wird, will Trainer Danijel Grgic davon nichts wissen: „Letztes Jahr waren wir Underdog. Dass wir nun Favorit sein sollen, sehe ich nicht ganz so. Meiner Meinung nach gibt es keinen klaren Favoriten, da erneut vier absolute Top-Teams am Final-Four teilnehmen.“ Jeder könne jeden schlagen. So hat der SV 64 in der Runde die HF Illtal besiegt, aber gegen die VTZ verloren. Das bisher einzige Duell zwischen Illtal und der VTZ entschieden die Zebras in Eppelborn klar zu ihren Gunsten.

So prestigeträchtig der Pokalgewinn auch wäre, lässt Grgic dennoch keine Zweifel daran aufkommen, dass sein Fokus auf der Liga liegt. Nur fünf Tage nach dem Pokalfinale empfängt die VTZ dort nämlich Verfolger HF Illtal in der Westpfalzhalle – und könnte mit einem Sieg einen entscheidenden Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Bei einer Niederlage könnten die Zebras den Rückstand bis auf einen Punkt verkürzen. „Es ist eine fast kuriose Situation, dass wir innerhalb einer Woche womöglich zwei Mal gegen Illtal spielen könnten. Auch wenn unser Augenmerk auf der Ligapartie liegt, haben wir dennoch nichts zu verschenken“, stellt Danijel Grgic klar heraus. Auf die Frage, was Grgic sich von seiner Mannschaft für das Pokalfinale wünscht, antwortet er nur kurz und knapp: „Ich wünsche mir, dass meine Jungs den Tag genießen und sich keiner verletzt.“

Wie immer, gilt auch dieses Mal die These, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Eine schwache Partie kann über Triumph und Ausscheiden entscheiden. Mit einem Teilnehmerfeld wie diesem ist auf jeden Fall Spannung garantiert. Wer sich am Ende des Tages in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken zum Pokalsieger küren lassen kann, wird sich am Montagabend zeigen.

Los geht das Turnier der Frauen bereits morgens um elf Uhr mit der Partie zwischen dem Saarlandligisten TVA/ATSV Saarbrücken und dem Titelverteidiger HSV Püttlingen aus der Oberliga.

Oberliga-Spitzenreiter VT Zweibrücken geht als Titelverteidiger in das Pokalfinalturnier.
Oberliga-Spitzenreiter VT Zweibrücken geht als Titelverteidiger in das Pokalfinalturnier. FOTO: Horst Klos (Klosfoto) / Horst Klos__Friedrich-Ebert-Str.