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Reitsport
Vielseitigkeitsreiter begeistern in Walshausen

 Ab durch’s Wasser. Die Zweibrückerin Birgit Hohlweg auf Marcelinno gewann gewann eim Turnier des RSC Walshausen die Vielseitigkeit der A-Klasse bei den Reitern.
Ab durch’s Wasser. Die Zweibrückerin Birgit Hohlweg auf Marcelinno gewann gewann eim Turnier des RSC Walshausen die Vielseitigkeit der A-Klasse bei den Reitern. FOTO: Cordula von Waldow
Walshausen. Das Vielseitigkeitsturnier des RSC Walshausen überzeugte mit familiärem Charme und tollen Leistungen von Breiten- und Leistungssportlern Von Cordula von Waldow

„Du bist so geil!“, rief Stefan Louis von den Pferdefreunden Fröhnerhof seinem Trakehnerwallach Hot Spot immer wieder zu. Das achtjährige Pferd hatte den Reiter ohne jedes Zögern fehlerfrei und innerhalb der erlaubten Zeit durch den Stil-Geländeritt der Einstiegsklasse E getragen. Ähnlich bedankten sich beim Vielseitigkeitsturnier des RSC Walshausen zahlreiche Reiter bei ihren Pferden. Eine Geste, die spezifisch für diese Art des Turniersports ist. Auch Louisa Dauenhauer klopfte ihrem zehnjährigen Zweibrücker Wallach Rodynho liebevoll den Hals – für die enorme Leistung, die er auf dem anspruchsvollen Geländeparcours vollbracht hatte. Parcourschef Stefan Odenbreit hatte seinen Reitern vielfältige, faire und dennoch für viele Reiter-Pferde-Paare fordernde Aufgaben gestellt. Dauenhauer, die 18-jährige Amazone des Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen hatte mehrere Gründe für ihre Geste. Nach einer Phase der Uneinigkeit im Parcours hatte ihr selbst ausgebildeter Wallach seine Reiterin sowohl fehlerfrei über das Stangenmikado als auch innerhalb der Zeit über die Geländestrecke auf den abgemähten Koppeln getragen. Baumstämme, Bürsten, Grabensprung, Wall und Tiefsprung, Wasser-Ein- und Aussprung, Kisten, Entenhäuschen, Tische und Fässer meisterte das Paar souverän. Auch den schmalen Baumstamm vor dem Wasserdurchritt, der manchen Pferden suspekt erschien, nahm „Rody“ ohne zu zögern. Mit nur 39 Strafpunkten aus der Dressurnote 7,4 konnte das Reiter-Paar die A-Vielseitigkeit der Junioren haushoch gewinnen. Durch eine bessere Dressurnote erzielte die junge Amazone dabei sogar ein besseres Ergebnis als die Zweibrückerin Birgit Hohlweg (RV Einöd). die die Vielseitigkeit der A-Klasse bei den Reitern gewann. Ihr Erfolgspferd Marcellino trug die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Vielseitigkeit IGV Rheinland-Pfalz-Saar und mehrfache Saarlandmeisterin mit dem viertbesten Dressurergebnis und 40,5 Punkten – nach dem jeweils fehlerfreien Ritt im Springparcours und dem Gelände – auf das Siegertreppchen. Sandra Müller-Pröckl, erfolgreiche Vielseitigkeitsamazone des RFV Pirmasens-Winzeln, freute sich, dass sie mit ihrem fünfjährigen, unerfahrenen Nachwuchspferd Spirit‘s Cobactan aus der Zucht der Zweibrückerin Jessica Lenz nach lediglich zweimaligem „doppelt Anreiten“ die Ziellinie erreichte. „Er ist extrem umweltorientiert“, beschreibt die erfahrene Amazone ihr junges Pferd, das sich gerne von äußeren Reizen ablenken lässt. Die Hindernisse selbst meisterte das Pferd problemlos.

Die kombinierte Prüfung der Einstiegsklasse E gewann Xenia Kaehl-Schmidt (RFG Ilsenhof-Beckingen) mit Remondo (28,9 Punkte), nachdem die beste Dressurreiterin, Antonie Bley vom RV Einöd, im Springen bei einer Verweigerung von ihrem Pony Mustang ausschied und nach einem tollen Geländekurs das letzte Hindernis ein zweites Mal anreiten musste. Ob Mustang sich bereits „zu Hause“ wähnte? Dafür erreichte Hofherr Markus Schwender mit seiner 15-jährigen Zweibrücker Stute Bea bei seinem ersten Geländestart fehlerfrei und in rasantem Tempo das Ziel, um sich anschließend wieder als Helfer zu betätigen. Die 21-jährige Rebecca Steck vom Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen freute sich mit ihrem 20-jährigen Araber Roger über den Bronzerang mit der Wertnote 7,7 vor Vereinskameradin Vanessa Oberer. Die Amazone aus der Nachbarschaft in Walshausen wurde mit ihrem Wallach Condor Fünfte mit 7,5 Punkten vor Jule Eckhardt und Roxette vom Verein für Vielseitigkeit Saarpfalz auf Rang sieben (7,3). Die Juniorin aus dem Saarland verpasste in der kombinierten Wertung knapp das Treppchen und wurde mit einem Rückstand von 0,05 Punkten mit 25,55 Zählern Vierte.

Temperaturen um die 20 Grad am Sonntag und ein kurzer Schauer am Nachmittag waren pferdefreundlich, doch am Samstag offenbarte sich bei einem stetig voll besetzten Festzelt am Dressur- und Springplatz der Dorffestcharakter des ländlichen Turniers. Von der Führzügelklasse über vielseitige Einstiegswettbewerbe in Dressur, Springen und Gelände bis hin zu mehreren Dressurwettbewerben für Spät- und Wiedereinsteiger Ü30 zeigte sich die vielseitige Ausbildung von Reiter und Pferd. „Wir haben sehr ansprechende Leistungen quer durch alle Prüfungen und Wettbewerbe gesehen“, lobte Turnierrichterin Ute Breith aus Pirmasens als Beauftragte der Landeskommission das gelungene Turnier. Liebevolle Details, das familiäre Klima, eine sehr gute Organisation und eine großzügige Platzierung begeisterten auch die Teilnehmer, die quer durch das Saarland und sogar aus Speyer angereist waren.