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Das verflixte zweite Jahr

Das zweite Jahr ist immer das schwerste. Der Satz ist ungefähr so alt wie der Fußball selbst. Schafft eine Mannschaft nach dem Abstieg nicht den direkten Wiederaufstieg, wird es in der darauffolgenden Spielzeit sicher nicht leichter.

Nach einem Aufstieg trägt die Elf meist die Euphorie durch das erste Jahr in der neuen Liga. Bleibt man dann in der Klasse, nehmen einen die gegnerischen Teams in der Folgesaison zudem ernster. Darauf muss sich auch der SVN Zweibrücken in seinem zweiten Jahr in der Fußball-Regionalliga einstellen. Zumal der Verein in der zurückliegenden Runde als Aufsteiger überraschend auf dem siebten Platz landete.

Doch der SVN hat noch mit anderen Baustellen zu kämpfen. Die Mannschaft hat ein komplett neues Gesicht. Nicht nur auf den Spielerpositionen erfolgen große Wechselspiele. Mit dem Weggang von Trainer Peter Rubeck und dem Rückzug Heiner Semars als Teammanager hat sich das Erfolgsduo der vergangenen Jahre verabschiedet. Zudem standen Rubeck und Co-Trainer Daniel Paulus, der nun den Oberligisten Borussia Neunkirchen übernommen hat, trotz der Umbrüche, die die Mannschaft vor jeder Saison ereilt hat, für Kontinuität.

In die Lücke, die Rubeck und Semar hinterlassen haben, ist der neue Trainer Adis Herceg gesprungen. Der 35-Jährige hat die Herausforderung beim Regionalligisten angenommen, fungiert als Trainer und sportlicher Leiter. Übernimmt somit auch die Aufgabe der Spielerverpflichtungen. Dort ist er eifrig tätig. Die Mannschaft ist umgekrempelt - mit Thorsten Hodel, Adam Bouzid, Heraldo Jorrin, Timo Helfrich, Daniel Meisenheimer und Christian Telch sind nur sechs Spieler aus dem etwa 23 Mann starken Kader der vergangenen Saison übrig. Mit 17 Neuzugängen steht die Truppe nun weitestgehend. Bei dem ein oder anderen zeichnet sich noch ein Fragezeichen ab, ob er auch beim Start in die Saison am 2. August, noch im Team sein wird.

Schwieriger als die Suche nach neuen Spielern gestaltet sich die nach Sponsoren - vor allem für das Trikot. Daher drückt den SVN, der in der Vergangenheit seine Herausforderungen in allen Bereichen immer wieder erfolgreich gemeistert hat, weiterhin finanziell der Schuh. Die Zweibrücker müssen an ihre Schmerzgrenze gehen, um in der Regionalliga zu spielen. Zumindest sportlich wurden diese Bemühungen in den vergangenen Jahren - bis auf die Niederlage im Verbandspokal, die auch finanziell eine Lücke gerissen hat - mit den entsprechenden Erfolgen belohnt. Ob das im zweiten schweren Jahr auch gelingen wird - schwer einzuschätzen. Da es für die meisten beteiligten auf dem Platz allerdings das erste beim SVN ist, darf sich der Verein Hoffnungen machen.