| 00:00 Uhr

„Das Optimum gibt es bei keiner Mannschaft“

 FCH-Trainer Jens Kiefer (re.) ist nach dem holprigen Start mittlerweile zufrieden mit dem Team. Foto: mh
FCH-Trainer Jens Kiefer (re.) ist nach dem holprigen Start mittlerweile zufrieden mit dem Team. Foto: mh FOTO: mh
Homburg. Bis auf einige Nachholspiele ist die Vorrunde der Fußball-Regionalliga Südwest beendet. Der FC Homburg, der am Montag beim SV Waldhof Mannheim seine letzte Hinrundenpartie nachholen wird, liegt zurzeit mit 27 Punkten auf Rang sechs. Damit haben die Grün-Weißen bisher sportlich ihr Soll erfüllt, wie Trainer Jens Kiefer im Gespräch mit Merkur -Mitarbeiter Markus Hagen erklärt.

Herr Kiefer, nach 16 Spielen liegt der FC Homburg mit 27 Punkten auf Platz sechs der Regionalliga-Tabelle. Wie fällt Ihre sportliche Zwischenbilanz aus?

Jens Kiefer: 27 Punkte sind aus meiner Sicht absolut im Rahmen des Erwarteten. Man muss bedenken, dass wir ein komplett neues Team aufgebaut haben, das sich in den letzten Wochen stabil und spielerisch solide präsentiert hat. Bis zum Spiel in Offenbach waren wir nicht konstant genug. Es gab zuvor immer im Wechsel gute Spiele mit Erfolgen, aber auch schwache mit Niederlagen. Inzwischen sind wir neun Pflichtspiele - sechs Liga- und drei Pokalbegegnungen - ungeschlagen. Sicherlich wäre der eine oder andere Punkt mehr möglich gewesen. Dennoch: Wir sind voll im Soll.

Wo sehen Sie die Stärken Ihrer Mannschaft, wo liegen die Schwächen?

Kiefer: Positiv ist auf jeden Fall, dass wir als Team funktionieren. Dies gilt nicht nur nach Siegen, sondern auch nach Misserfolgen. Zudem ist eine stetige Weiterentwicklung im spielerischen und taktischen Bereich zu erkennen. Unsere Stärke ist die Teamgeschlossenheit. Unsere Defensivarbeit funktioniert immer besser. Verbesserungsbedarf gibt es im bedingungslosen Angriff meiner Mannschaft. Sie den Gegner noch nicht so stark unter Druck setzen, um nicht zu anfällig für Konter zu sein. Wir müssen weiter an unserer Chancenverwertung arbeiten.

Wie weit ist Ihre Mannschaft vom optimalen spielerischen Zustand entfernt?

Kiefer: Das Optimum gibt es bei keiner Mannschaft. Es gilt, immer prozentual gesehen, etwas zu verbessern.

Mit durchschnittlich 2526 Zuschauern im Waldstadion liegt der FC Homburg in der Zuschauergunst der Regionalliga Südwest auf Platz vier. Sind Sie und Ihre Mannschaft damit zufrieden?

Kiefer: Klar, das Topspiel am ersten Spieltag gegen den 1. FC Saarbrücken mit 11 000 Zuschauern hat unseren Schnitt der Vorrunde gut angehoben. Aber auch sonst können wir mit der Unterstützung einverstanden sein. So kamen gegen den Tabellenvorletzten TuS Koblenz immerhin 1700 Fußballfans.

Vor der Winterpause stehen nach dem Nachholspiel am kommenden Montag beim SV Waldhof Mannheim noch drei Partien der Rückrunde auf dem Programm. Was haben Sie sich für diese Spiele noch vorgenommen?

Kiefer: Mit Mannheim , Saarbrücken, dem Heimspiel gegen Kaiserslautern und anschließend in Trier haben wir noch einige schwere Aufgaben vor uns. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir hier noch einige Punkte holen werden. Was darüber hinaus tabellarisch noch möglich ist, muss man abwarten. Es kommt sicherlich auch darauf an, wie die Teams aus dem oberen Tabellendrittel aus der Winterpause kommen. Prognosen kann man da keine stellen. Für uns muss das Ziel sein, Platz fünf oder sechs langfristig für diese Saison zu stabilisieren. Wenn wir am Ende in dieser Tabellenregion stehen, ist das für mich voll in Ordnung.

Wie geht's nach dem letzten Spiel vor der Pause in Trier weiter? Planen Sie personelle Veränderungen?

Kiefer: Nach dem 5. Dezember (Spiel in Trier, Anm. d. Red.) werden wir noch bis zum 15. Dezember trainieren. Es wird einen Laktattest geben, um für jeden Spieler einen individuellen Trainingsplan für die Pause zu erstellen. Am 13. oder 14. Januar werden wir die Vorbereitungen zur Restrückrunde aufnehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass wir mit dem gleichen Kader im nächsten Jahr weiterspielen. Sicherlich kann es sein, dass es den einen oder anderen Spieler wegzieht, weil ein anderer Verein ihn haben will oder er mit seiner persönlichen Situation beim FCH unzufrieden ist. Meinerseits werde ich dann nicht versuchen, unbedingt diesen Spieler zu halten. Neuzugänge gibt es nur, wenn es Abgänge gibt oder sich ein Spieler anbietet, der uns über die Saison hinaus verstärkt.

Nach den Eindrücken der Hinrunde, was glauben Sie, wer das Rennen um die ersten beiden Tabellenplätze macht? Und welche Teams müssen um den Klassenverbleib bangen?

Kiefer: Ganz klar werden die Kickers Offenbach , die SV Elversberg und der 1. FC Saarbrücken Platz eins und zwei unter sich ausmachen. Wobei ich die SVE aufgrund ihres starken und ausgeglichenen Kaders als Topfavoriten sehe. Zu den Abstiegskandidaten gehören die sechs Teams, die zurzeit auch auf den letzten sechs Rängen stehen.

In einem Testspiel verlor der FC Homburg gestern Nachmittag beim Drittligisten VfB Stuttgart II mit 1:3 (0:2). Der VfB führte zur Pause nach zwei Toren durch Marco Grüttner mit 2:0. Homburgs Matteo Timpone verkürzte auf 1:2, ehe erneut Grüttner zum 3:1-Endstand traf. FCH-Trainer Jens Kiefer: "Die Partie war ausgeglichen. Auch wir hatten unsere Torchancen."