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Ticket in der Tasche
Das EM-Ticket schon in der Tasche

Gelassen können Raphael Holzdeppe und Christin Hussong die Deutschen Meisterschaften angehen. Sie sind bereits vor dem entscheidenden Qualifikations-Wettkampf für die Heim-EM in Berlin nominiert worden.
Gelassen können Raphael Holzdeppe und Christin Hussong die Deutschen Meisterschaften angehen. Sie sind bereits vor dem entscheidenden Qualifikations-Wettkampf für die Heim-EM in Berlin nominiert worden. FOTO: dpa / Valentin Flauraud
Zweibrücken. Die Speerwerferin Christin Hussong und der Stabhochspringer Raphael Holzdeppe vom LAZ Zweibrücken können bereits für die Titelkämpfe vom 7. bis 12. August in Berlin planen. Von Svenja Hofer

Das deutsche Team für die Heim-EM wächst. Bereits jetzt sind auch Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Speerwerferin Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken nominiert. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat auf Basis der zurückliegenden Wettkampf-Wochen weitere 54 Athleten für die Europameisterschaften im Berliner Olympiastadion (7. Bis 12. August) nominiert. Die Berufung erfolgte vorbehaltlich der Teilnahme an der deutschen Meisterschaft in Nürnberg (21./22. Juli), dem abschließenden Nominierungswettkampf für die internationalen Titelkämpfe.

Wirklich überraschend kommt die vorzeitige Nominierung für Hussong und Holzdeppe nicht. Die beiden LAZ-Athleten führen beide in ihren Disziplinen die deutsche Jahresbestenliste souverän an. Holzdeppe mit seinen 5,81 Metern vom vereinseigenen Himmelsstürmer-Cup, Hussong mit den 66,36 Metern vom Saisonauftakt in Halle. Obwohl bereits sechs deutsche Stabhochspringer in diesem Jahr die EM-Norm erfüllt haben, hat bislang nur Holzdeppe sein Ticket vor den deutschen Meisterschaften sicher. Teamkollege Daniel Clemens, der neben Tobias Scherbarth, Karsten Dilla, Torben Laidig und Bo Kanda Lita Baehre, die geforderten 5,60 Meter schon gemeistert hat, hofft noch auf einen der beiden verbleibenden Startplätze. Beim Meeting am Mittwochabend in Landau kam er allerdings nicht über 5,41 Meter hinaus. Für den Käshofer geht es bei der DM in Nürnberg demnach um alles. Hussong und Holzdeppe können nach der Nominierung recht gelassen in die nationalen Titelkämpfe gehen. Auch, wenn in den letzten Wettkämpfen einmal nicht alles rund lief.

Der 28-jährige Höhenflieger Holzdeppe musste zuletzt in Hof und beim Diamond-League-Meeting in Paris zwei Salto nullo hinnehmen. Die 24-jährige Hussong kam am Donnerstagabend beim Diamond-League-Meeting in Lausanne (Schweiz) nicht über 59,94 Meter hinaus. Als Siebte erwischte sie dieses Mal keinen passenden Wurf. Den Sieg sicherte sich die Tschechin Nikola Ogrodnikova mit 65,02 Metern.



Doch davon lässt sich Hussong nicht aus der Bahn werfen. Sie weiß, „dass sie nicht innerhalb einer Woche das Speerwerfern verlernt hat“. Trotz ihrer guten Vorleistungen will sich die Herschbergerin vor der EM aber nicht zu sehr unter Druck setzen, will sie „Schritt für Schritt“ angehen. „Erst einmal muss ich die Quali überstehen“, erklärt sie. Denn wie schnell Finalträume platzen können, hatte sie 2016 erfahren müssen. Als deutsche Meisterin kam sie mit den schwierigen Windverhältnissen im EM-Qualiwettkampf in Amsterdam nicht zurecht. Mit 57,17 Metern scheiterte sie schon im Vorkampf. Das soll sich in Berlin nicht wiederholen. Dort will Christin Hussong ins Finale. Schafft sie das, will sie dort dann „auch um die Medaillen mitwerfen“.

Raphael Holzdeppe beim Himmelsstürmer-Cup 2018. Foto: Wittenmeier
Raphael Holzdeppe beim Himmelsstürmer-Cup 2018. Foto: Wittenmeier FOTO: maw / Martin Wittenmeier