| 20:09 Uhr

Handball-Oberliga
Das Duell der Enttäuschten

 Erik Zilincik (rechts) und die VTZ Saarpfalz wollen nach dem Sieg gegen den HC Dillingen/Diefflen jetzt auch gegen Mülheim nachlegen.
Erik Zilincik (rechts) und die VTZ Saarpfalz wollen nach dem Sieg gegen den HC Dillingen/Diefflen jetzt auch gegen Mülheim nachlegen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: VTZ Saarpfalz empfängt am Sonntagabend den TV Mülheim in der Westpfalzhalle.

Man könnte die Oberliga-Partie zwischen der VTZ Saarpfalz und dem TV Mülheim auch als „Duell der Enttäuschten“ bezeichnen. Beide Mannschaften haben sich in anderen Tabellenregionen gewähnt, konnten aber bislang die selbstgesteckten Ziele nicht erfüllen. Somit geht es am Sonntag, ab 18 Uhr in der Westfalzhalle darum, die Wende einzuleiten. In der Vergangenheit begegneten sich beide Teams oft auf Augenhöhe und boten spannenden Partien. So auch im Hinspiel beim 23:23.

Derzeit belegt der TVM, trainiert von Trainerfuchs Hilmar Bjarnason, den elften Rang der Oberliga-RPS. Vor der Saison hatten sie die Abgänge von Max Zerwas und Nils Becker zu verzeichnen. Gerade mit Zerwas hatte sie ein Spieler verlassen, der so etwas wie die Lebensversicherung der Mannschaft war. Der athletische Rückraumspieler war Jahr für Jahr einer der Top-Torschützen der Liga und hatte auch der VTZ immer wieder schlaflose Nächte bereitet. Dementsprechend war es klar, dass man diesen Verlust nur schwer würde auffangen können.

Dennoch hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft sich in der oberen Tabellenhälfte positionieren könnte. Der Saisonbeginn verlief aus TVM-Sicht auch durchaus positiv. Nach vier Spieltagen standen 7:1-Punkte auf dem Konto. Dann gab es aber den ersten Dämpfer und sie verloren zuhause überraschend mit 27:30 gegen die HSG Völklingen. Zwar konnte der TVM bei den Heimspielen immer mal wieder Siege einfahren, aber auswärts sollte von da an nichts mehr gelingen. Die letzten sieben Partien auf fremdem Terrain gingen allesamt verloren. Nach der deutlichen 22:32-Heimniederlage gegen den TV Offenbach forderte Bjarnason sein Team auf, sich auszusprechen und vor allem alles anzusprechen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Das direkt darauffolgende Duell mit der HSG Völklingen ging zwar erneut verloren, doch letztes Wochenende konnte mit dem 27:21 über die HSG Eckbachtal der erste Sieg des noch jungen Jahres gefeiert werden.



Dabei ist das Team von Hilmar Bjarnason durchaus gut aufgestellt. Mit Julian Vogt haben sie Rückraumspieler in ihren Reihen, der es versteht das Spiel zu lenken wie kaum ein anderer. Mit Zelter, Langen oder auch Schwenzer haben sie einige Akteure in ihren Reihen, die schon einige Jahre in der Oberliga auf dem Buckel und ihre Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Mit Blick auf die Tabelle sieht man allerdings recht schnell, wo das Hauptproblem des TVM zu finden ist. Mit 541 Gegentreffern haben die Mülheimer die drittschlechteste Defensive der Liga.

Bei den Zweibrückern sieht es ähnlich aus. Hier sind die Veränderungen, die vor und vor allem während der Saison stattfanden, ein Stück tiefgreifender. Das große Problem der VTZ Saarpfalz ist diese Saison vor allem der schmale Kader, der von den verbliebenen Akteuren unglaublich viel abverlangt. Auch das neu installierte Trainerteam kämpft zurzeit an allen Fronten. Neben dem Alltagsgeschäft in der Oberliga wird auch der Kader für die kommende Saison geformt und zudem die Jugendarbeit weiter vorangetrieben.

Die aktuelle Runde gilt es jetzt vor allem dafür zu nutzen, die eigene Spielphilosophie zu festigen und so ein erstes Grundgerüst für die kommende Saison zu stellen. Dennoch bleibt man von Ergebnissen abhängig. Das vor der Saison ausgegebene Ziel – unter anderen Vorzeichen – sich im oberen Tabellendrittel zu etablieren, kann immer noch erreicht werden. Dafür brauchen die Zweibrücker jetzt aber einige Erfolge, wie am vergangenen Wochenende gegen den HC Dillingen/Diefflen.

Gegen Mülheim wird es darauf ankommen den starken Angriff der Gäste in den Griff zu kriegen, wie Coach Philip Wiese betont. „Mülheim ist eine Mannschaft, die schon seit Jahren Oberliga spielt und mit Julian Vogt einen sehr guten Mann hat, der dort nicht nur das Spiel lenkt, sondern auch selbst torgefährlich ist. Wir müssen versuchen, wieder so eine Abwehr auf die Beine zu stellen, wie gegen Worms oder Dillingen. Darin liegt der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Wiese, der bis auf Kreisläufer Robin Schweitzer wohl auf gesamten kleinen Kader bauen kann. Auch Rechtsaußen Jacob Brauns und Top-Shooter Tom Paetow werden wohl wieder zur Verfügung stehen, auch wenn sie diese Woche im Training noch geschont wurden. Unterdessen gab der Verein bekannt, dass sich die Wege von Martin Mokris und der VTZ nach Ende der Saison trennen werden.