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Das deutsche Fräulein-Wunder ist für 2014 beendet

London. Als Angelique Kerber am Morgen vor ihrem Viertelfinale in Wimbledon aufwachte, wusste sie, was sie tags zuvor geleistet hatte. Kerber fand keine Stelle an ihrem Körper, die nach dem Marathonmatch gegen Maria Scharapowa nicht schmerzte. sid

Es hätte günstigere Voraussetzungen für ein Kräftemessen mit der Kanadierin Eugenie Bouchard, Vertreterin der neuen Tennis-Generation, geben können - und so kam Kerbers 3:6, 4:6-Niederlage kaum überraschend. "Ich hatte kaum Zeit, mich zu erholen", sagte Kerber, schob allerdings eilig nach: "Das soll jetzt keine Entschuldigung sein." Bundestrainerin Barbara Rittner fand dagegen deutlichere Worte. "Die Ansetzungen waren unfair und nicht durchdacht", sagte Rittner. Durch den Regen im Londoner Südwesten hatte Bouchard am Dienstag frei, während sich Kerber gegen Scharapowa durch "das Spiel ihres Lebens" (Rittner) kämpfte.

Wenige Minuten zuvor hatte auch Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki im All England Club ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Nach dem 4:1 im ersten Durchgang verlor die Rasenspezialistin aus Berlin gegen die French-Open-Finalistin Simona Halep erst den Faden, dann elf Spiele in Folge. Mit 4:6, 0:6 verabschiedete sich Lisicki aus ihrem Lieblingsturnier. Als Lisicki nach nur 57 Minuten und einer Lehrstunde der 22 Jahre jungen Halep den Centre Court verließ, war ihr das Lächeln gründlich vergangen. Bei den Männern kämpfte sich der topgesetzte Serbe Novak Djokovic zum fünften Mal nacheinander ins Halbfinale. Der Schützling des dreimaligen Champions Boris Becker setzte sich gegen den Kroaten Marin Cilic nach 3:18 Stunden 6:1, 3:6, 6:7 (4:7), 6:2, 6:2 durch. Er trifft im Halbfinale am Freitag auf den Bulgaren Grigor Dimitrow, der überraschend Titelverteidiger Andy Murray 6:1, 7:6 (7:4), 6:2 bezwang. Der Schweizer Tennisprofi Roger Federer ist seinem achten Wimbledon-Titel ein Stück näher gekommen. Er setzte sich gegen seinen Landsmann Stan Wawrinka 3:6, 7:6 (7:5), 6:4, 6:4 durch.