| 21:41 Uhr

Kantersieg
SV-Damen schlagen ihr Schreckgespenst

  Laura Witzgall vom SV 64 Zweibrücken zieht unwiderstehlich zum Tor. Da kann Julia Schäfer vom TV Engers nur hinterherschauen. Zweibrücken wurde seiner Favoritenrolle gerecht und nahm Revanche für die Hinspielpleite.
Laura Witzgall vom SV 64 Zweibrücken zieht unwiderstehlich zum Tor. Da kann Julia Schäfer vom TV Engers nur hinterherschauen. Zweibrücken wurde seiner Favoritenrolle gerecht und nahm Revanche für die Hinspielpleite. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Die Damen des SV 64 Zweibrücken bezwingen Schlusslicht Engers mit 32:23 (15:10) und freuen sich nun auf das Spitzenspiel gegen die HSG Hunsrück. Von Roman Kuhn

Nachdem die Handballerinnen des SV64 Zweibrücken im Hinspiel gegen Oberliga-Schlusslicht TV Engers völlig überraschend die höchste Saisonniederlage kassiert hatten (30:39), konnte sich der Tabellenzweite am Samstag revanchieren. Die Löwinnen siegten mit 32:23 (15:10). Beste Spielerin auf Zweibrücker Seite war Lucie Krein, die mit acht Treffern glänzte.

Obwohl die beiden Rückraumspielerinnen Levke Worm und Renata Szabo verletzt ausfielen, wurden die Zweibrückerinnen ihrer Favoritenrolle gerecht. Zu Beginn taten sich die SV-Damen allerdings noch schwer und die Zuschauer sahen ein ausgeglichenes Spiel. Für Trainer Rüdiger Lydorf lag das vor allem an „Konzentrationsschwierigkeiten“. Lydorf meinte: „Wir haben uns zu viele Fehlwürfe geleistet und technische Fehler gemacht. Dadurch hat sich Engers noch lange im Spiel halten können“. Dies spiegelte sich auch in den Zwischenergebnissen von 3:3 (9.), 6:5 (15.) und 8:8 (22.) wider. Doch in der 23. Minute gab Lucie Krein mit dem Treffer zum 9:8 den Startschuss für die Zweibrückerinnen. Plötzlich klappte das Zusammenspiel und die Hausherren konnten sich durch einen 6:1 Lauf deutlich absetzen. Ab diesem Zeitpunkt gaben die Zweibrückerinnen die Führung nicht mehr her – sondern bauten sie kontinuierlich aus. Über die Außenbahnen überzeugte vor allem die junge Kimberly Pfeifer, die ihre Schnelligkeit immer wieder in Tore ummünzen konnte. Die deutliche 15:10 Halbzeitführung hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn die Zweibrückerinnen nicht immer wieder in Engers’ Torfrau Alexandra Irmgartz ihre Meisterin gefunden hätten.

Nach dem Seitenwechsel kam der SV-Angriff aber richtig ins Rollen. „Mit unserem schnellen Umschaltspiel und hohem Tempo konnten wir die Zuschauer in der ersten Viertelstunde nach der Pause richtig begeistern“, freute sich Lydorf. Mit einem weiteren 9:3-Lauf, dominierten die 64er ihre Gegnerinnen nun nach Belieben. Einen kurzen Schreckmoment gab es als Lucie Krein beim Tempogegenstoß gefoult wurde und daraufhin verletzt vom Feld musste. Für TV-Spielerin Peusens bedeutete dies wegen ihrer dritten Zeitstrafe das Ende des Spiels. Um kein Risiko einzugehen, verzichtete Trainer Lydorf vorsichtshalber auf den weiteren Einsatz seiner Spielmacherin und stellte die Mannschaft um. Für Krein zog zuerst Katrin Hoffmann und dann Katharina Koch die Fäden im Spielaufbau und Lara Schlicker spielte die letzte Viertelstunde auf Rückraum rechts. „Das hat sie gut gemacht“, hatte Lydorf ein Lob für den Rollenwechsel seiner etatmäßigen Rechtsaußen parat. In den letzten Minuten konnte der TV Engers noch Ergebniskosmetik betreiben, was aber an dem deutlichen 32:23 Endergebnis nichts mehr änderte.



„Trotz Schwierigkeiten zu Beginn war es ein Spiel, das wir die meiste Zeit im Griff hatten. Es war vor allem im Torabschluss nicht unsere beste Leistung, aber die vielen Einwurfmöglichkeiten haben wir uns gut heraus gespielt. Jetzt haben wir nächsten Sonntag das Spitzenspiel um Platz zwei gegen die HSG Hunsrück“, freut sich Lydorf und ergänzt: „Wir hoffen auf eine ähnlich tolle Unterstützung wie beim Derby gegen Marpingen, denn auch Hunsrück wird mit Sicherheit einige Fans mitbringen.“ Diese Unterstützung können die Löwinnen brauchen. Zweibrücken und Hunsrück trennt in der Tabelle nur ein Punkt.