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Finalturnier
Joline Müller begräbt Zweibrücker Titelträume

 Kaum zu halten: Joline Müller (am Ball), einst Spielerin beim SV 64 Zweibrücken schenkte ihren ehemaligen Mitspielerinnen am Ostermontag im Finalspiel um den Saarlandpokal ein Dutzend Treffer ein. Die SV 64-Spielerinnen (in weiß) Levke Worm, Ina Sohns, Katharina Koch und Lucie Krein (von links) können in dieser Szene nur zuschauen.
Kaum zu halten: Joline Müller (am Ball), einst Spielerin beim SV 64 Zweibrücken schenkte ihren ehemaligen Mitspielerinnen am Ostermontag im Finalspiel um den Saarlandpokal ein Dutzend Treffer ein. Die SV 64-Spielerinnen (in weiß) Levke Worm, Ina Sohns, Katharina Koch und Lucie Krein (von links) können in dieser Szene nur zuschauen. FOTO: Peter Franz
Zweibrücken/Saarbrücken. Die Handballerinnen vom SV 64 Zweibrücken haben das Finale des Final-Four-Turniers um den Saarlandpokal gegen Drittliga-Aufsteiger HSG DJK Marpingen mit 18:26 verloren. Von Roman Kuhn

Die Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken haben am Ostermontag ihr Finalspiel des „Final-Four-Turniers“ um den Saarlandpokal gegen den Favoriten und designierten Oberliga-Meister HSG Marpingen-Alsweiler deutlich mit 18:26 (8:14) verloren. Ohne die verletzte Renata Szabo setzten sich die 64er im Halbfinale zwar gegen Saarlandligist HG Saarlouis souverän mit 26:16 durch – waren im Endspiel gegen Marpingen aber nahezu chancenlos.

Nachdem sich die HSG Marpingen-Alsweiler im ersten Semifinale ohne größere Probleme gegen den Ligakonkurrenten HSV Püttlingen durchsetzen konnte (21:14), wurden auch die Zweibrücker Löwinnen gegen die HG Saarlouis ihrer Favoritenrolle gerecht. Unter der Leitung der Unparteiischen Manou Engler und Vanessa Schlichter wurde der Klassenunterschied der beiden Mannschaften rasch sichtbar. Bereits nach sieben Minuten zogen die Zweibrückerinnen durch einem Doppelschlag von Toptorjägerin Lucie Krein auf 5:1 davon. Diese Führung konnten die Löwinnen kontinuierlich ausbauen und gewannen am Ende verdient mit 26:16. Die Saarlouiser Handballfans in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle konnten und können indes hoffen, dass es dieses Aufeinandertreffen in der nächsten Saison im Ligabetrieb erneut geben wird. Denn Saarlouis wurde jüngst mit vier Verlustpunkten Meister in der Saarlandliga und nimmt in den nächsten Wochen an der Relegation zum Aufstieg in die Oberliga RPS teil. Sollten sie diese erfolgreich bestreiten, wäre die Oberliga um ein Saarderby reicher.

„Das Halbfinale konnten wir souverän meistern. Ich bin froh darüber wie die Partie gelaufen ist und dass ich allen Spielerinnen ihre Spielanteile geben konnte. Ich denke, dass der Sieg durch unsere gute Leistung auch in der Höhe verdient war“, kommentierte SV 64-Trainer Rüdiger Lydorf das erfolgreiche Halbfinale gegen Saarlouis.



Im Finale trafen die Lydorf-Schützlinge dann auf die Oberliga-Übermannschaft von der HSG DJK Marpingen/SC Alsweiler. Die Nordsaarländerinnen, die nach einer beeindruckenden Saison mit nur einer Niederlage als designierter Meister und Aufsteiger in die Dritte Liga feststehen, waren auch gegen die 64er klarer Favorit.

Zwar hatten die Saarpfälzerinnen als einziges Team das Kunststück fertig gebracht, Marpingen in der laufenden Runde zu schlagen – aber der verletzungsbedingte Ausfall von Renata Szabo war eine große Hypothek im Zweibrücker Lager.

Marpingen legte von Beginn an los wie die Feuerwehr und untermauerte seine Vormachtstellung aus der Liga. Mit einem 4:0-Lauf legte die HSG eindrucksvoll vor. Doch die Löwinnen kämpften sich bis zur 14. Minute wieder in Schlagdistanz. Nach einem verwandelten Siebenmeter durch Ina Sohns hieß es plötzlich nur noch 8:9 aus Sicht der Zweibrückerinnen. Doch dann legten die „Moskitos“ genannten Marpingerinnen erst richtig los. Angetrieben von der fulminant aufspielenden ehemaligen SV 64-Akteurin Joline Müller (zwölf Tore), setzte sich die HSG Tor um Tor ab. Als Marpingens Solveig Petrak zwei Minuten vor dem Schlusspfiff die Führung der Saarländerinnen auf zehn Tore in die Höhe schraubte (26:16), war die Partie längst entschieden.

„Joline war heute kaum zu stoppen. Sie bringt so viel Qualität auf das Feld und hat sich kaum Fehlwürfe geleistet. Sie war die beste Spielerin der Partie“, lobte Lydorf die gegnerische Rückraumspielerin. Außerdem spielte sich die starke Marpinger Torfrau Carina Kockler, die das Torwartduell klar für sich entscheiden konnte, in den Vordergrund.

In der Schlussphase betrieben die Zweibrückerinnen noch ein wenig Ergebniskosmetik. An Ende stand dennoch eine deutliche 18:26-Endspielniederlage auf der Anzeigetafel der Joachim-Deckarm-Halle.

So wurde es leider auch nichts mit dem erhofften perfekten Abschied für Katharina Koch und Laura Witzgall, die nach der Saison ihre Karriere beenden und zum letzten Mal die Pokalbühne betraten. „Es tut mir für Katha und Laura richtig Leid, da es deren letztes Pokalfinale war und ich ihnen einen Sieg zum Abschluss natürlich gegönnt hätte. Aber Marpingen war einfach zu stark und ich wünsche der Mannschaft viel Erfolg auf ihrem Weg in der 3. Liga“ zollte SV Trainer Lydorf dem Gegner großen Respekt.

Auch das Finale bei den Herren war eine deutlich Angelegenheit. Oberligist HF Illtal schlug Saarlandligist HSV Merzig/Hilbringen mit 27:17.