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Jugend-Handball
Jugendhandball der Extraklasse beim SV 64

Mit den besten Teams aus dem Südwesten Deutschlands und dem angrenzenden Frankreich misst sich der Nachwuchs des SV 64, hier im vergangenen Jahr mit Luis Hilz (am Ball), am Wochenende beim Cap-Markt-Cup.
Mit den besten Teams aus dem Südwesten Deutschlands und dem angrenzenden Frankreich misst sich der Nachwuchs des SV 64, hier im vergangenen Jahr mit Luis Hilz (am Ball), am Wochenende beim Cap-Markt-Cup. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Am Wochenende veranstaltet der SV 64 Zweibrücken in der Ignaz-Roth-Halle die zehnte Auflage des Cap-Markt-Cups. Namhafte Jugendteams aus dem Südwesten und dem angrenzenden Frankreich zeigen dann wieder ihr Können – darunter natürlich auch die Gastgeber. Von Roman Kuhn

Am Wochenende ist es wieder soweit: In der Ignaz-Roth-Halle findet die zehnte Auflage des Cap-Markt-Cups statt, bei dem die Veranstalter vom SV 64 Zweibrücken wieder Jugendspitzenhandball präsentieren. Bei dem Einladungsturnier für B- und C-Jugendliche treffen jeweils fünf Jugendteams aufeinander, die ihre Bundesländer vertreten.

Dabei gehört die SG Pforzheim-Eutingen, die Baden-Württemberg vertritt und mit sieben Teilnahmen schon fast zum Inventar zählt. Die Badener, die mit ihrem hauptberuflichen Trainer Alexander Lipps absolut professionelle Strukturen haben, stehen für exzellente Jugendarbeit. Mehr als zehn Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften sind eine beeindruckende Zahl für einen kleinen Verein, dessen erste Mannschaft in der Oberliga spielt. Aktuell tummeln sich viele ehemalige Talente in der ersten und zweiten Bundesliga, die in Pforzheim ausgebildet wurden. Bekanntester Spross der Pforzheimer Talentschmiede ist sicher Nationalspieler Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen.

Mit der HSG Hanau stellt sich ein alter Bekannter in der Ignaz-Roth-Halle vor. Die Hessen waren vor drei Jahren Gegner der Junglöwen bei der Deutschen Meisterschaft der B-Jugendlichen und 2011 härtester Konkurrent bei der Südwestdeutschen Meisterschaft der C-Jugend. In beiden Fällen hatten allerdings die 64er die Nase vorn. Die HSG hat sich in der A-Jugendbundesliga etabliert und ist ständiger Vertreter in der Ost-Staffel. Der Nachwuchs des Drittligisten aus der Nähe von Frankfurt zeigt gegen die starke Konkurrenz der hessischen Bundesligavereine HSG Wetzlar, MT Melsungen und TV Hüttenberg, dass man auch als kleiner Verein im Jugendleistungsbereich bestehen kann.



Für Rheinland-Pfalz geht der TV Hochdorf an den Start. Die Vorderpfälzer haben sich in den letzten Jahren „peu a peu“ an die Eulen Friesenheim-Ludwigshafen herangetastet und begegnen dem langjährigen Vorreiter für Jugendarbeit aus der Chemiestadt mittlerweile auf Augenhöhe. Der hauptamtliche Sportkoordinator Steffen Christmann gibt bei den Biebern aus Hochdorf nicht nur in der ersten Mannschaft den Ton an, sondern hat die Nachwuchsarbeit auf professionelle Beine gestellt. Mit Jan Philipp Winkler wurde erstmals ein Eigengewächs aus der B-Jugend zur Jugendnationalmannschaft eingeladen.

Internationales Flair bringen wiederum zwei Teams aus dem benachbarten Elsass-Lothringen in die Westpfalz. Der Nachwuchs von Bouzonville HB spielt in der französischen Jugendbundesliga und hat für die kommende Saison große Ziele. Die B-Jugend des kleinen Ortes im Norden Frankreichs träumt von der Teilnahme an den K.o.-Spielen um die französische Meisterschaft. Bei der Konkurrenz der C-Jugendlichen wird eine Auswahlmannschaft aus der Region „Grand Est“ teilnehmen. Das Gebiet umfasst grob die Städte Reims – Metz – Straßburg. Die sogenannte Equipe Moselle besteht als Talenten des Jahrgangs 2005 und befindet sich somit auf der ersten Stufe der weltweit gelobten Talentförderung des französischen Handballverbandes. Hier werden die Topspieler der Zukunft gesichtet und für das staatliche Handballinternat in Dijon weiter empfohlen.

Die beiden Nachwuchsmannschaften der Zweibrücker Löwen sind in diesem Jahr in der Außenseiterrolle. In dem Topteilnehmerfeld starten sowohl die B- als auch die C-Jugend fast ausschließlich mit Spielern aus den jüngeren Jahrgängen und sehen die kommende Saison als gute Vorbereitung für die Aufgaben der Zukunft. Der SV 64 vertritt traditionell die Farben des Saarlandes, weil die Hausherren sportlich dem Handball-Verband Saar angehören.

Was 2009 mit einem Handballturnier für Kinder und Jugendliche aus der Westpfalz und dem Saarpfalz-Kreis begann, hat sich bis heute zu einem der namhaftesten Jugendturniere im gesamten südwestdeutschen Raum und der französischen Region „Grand Est“ entwickelt. Vor genau zehn Jahren begann die Partnerschaft der Zweibrücker Löwen mit dem Pirminius-Werk der Heinrich-Kimmle-Stiftung. Die Grundidee, junge Menschen für den Sport und somit für eine aktive und positive Lebensgestaltung zu gewinnen, steht für die Verantwortlichen nach wie vor an erster Stelle. Prominente Unterstützung erhält das Projekt von Welt- und Europameister Christian Schwarzer, der seit vielen Jahren als Schirmherr fachkundiger Beobachter in der Halle vor Ort ist. Der Zweibrücker Cap-Markt unterstützt als Namensgeber und Sponsor das weit über die Grenzen des Saarlandes bekannte Handballturnier. „Die Jugend in Zweibrücken liegt uns sehr am Herzen, deshalb ist es für uns eine Ehrensache, dass wir so eine Veranstaltung fördern. Wenn wir es schaffen, dass auch andere Kids dem Beispiel der Leistungssportler folgen und sich aktiv in ihrem Leben Ziele setzen, hat sich unser Engagement gelohnt“, hebt der Vorstand der Heinrich-Kimmle-Stiftung, Marco Dobrani, heraus.

Das Turnier der B-Jugendlichen beginnt am kommenden Samstag um elf Uhr. Die Siegerehrung findet gegen 17 Uhr statt. Die C-Jugendlichen spielen am Sonntag zu den gleichen Zeiten. Der Eintritt zu den Jugendspielen ist an beiden Tagen frei.

Höhepunkt wird am Samstagabend der Start der Herrenmannschaft des SV 64 in die Oberligasaison. Gegner um 18 Uhr ist die VTV Mundenheim.