| 20:40 Uhr

Sportkolumne
Bitteres Ende einer Achterbahnfahrt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eine Achterbahnfahrt endet, trotz der vielen Auf und Abs, trotz des mulmigen Gefühls im Wechsel mit den Adrenalinkicks meist mit einem Grinsen im Gesicht. Ganz anders sahen die Mienen der Spieler des 1. FC Kaiserslautern nach ihrem gut 90 minütigen Ritt gegen Fortuna Köln aus.

Die Freude über die Aufholjagd nach dem 0:2, der Enthusiasmus nach dem 3:2-Führungstreffer waren jäh dahin, die gut 17 000 Anhänger abrupt verstummt, als der Gegner in der Nachspielzeit ausglich. Ein Remis, das nach Niederlage schmeckt. Schon wieder. Erst in Zwickau kassierte der Zweitligaabsteiger quasi mit dem Schlusspfiff den Ausgleich. Das muss ein so junges Team erstmal wegstecken. Wozu es eigentlich keine große Zeit hat. Obwohl der FCK nach dem Rückstand Moral bewies, obwohl die Spieler auf dem Platz ackerten, tritt der Traditionsclub in der 3. Liga auf der Stelle. Im Tabellenkeller. Zwar sind erst sieben Spiele absolviert, in denen lediglich sieben Zähler zu Buche stehen, zwar trennt die Elf nur drei Punkte von Rang sechs. Doch geht es mit der Ergebniskrise weiter, wird es brenzlig auf dem Betze. Dann droht das Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit des Fußballs. Trainer Michael Frontzeck gerät unter Druck.

Und doch ist der FCK nach dem Umbruch gut beraten, Ruhe zu bewahren. Wenn’s auch schwer fällt. Als Fan würde man gerne auf den Platz rennen, den Jungs helfen. Würde sie für ihre individuellen Fehler, für zu einfach kassierte Gegentore gerne schütteln. Doch all die guten Ratschläge, all der Druck helfen nichts. Das Team muss sich selbst unten rauskämpfen, ohne den Kopf hängen zu lassen. Dann wird sich – bei dem Positiven, was zuletzt tatsächlich auch erkennbar war – der Erfolg einstellen. Irgendwann. Bei aller Ruhe am besten aber ganz schnell.