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Bilanz
"Betriebsunfall" erfolgreich korrigiert

 Ausdruck der Überlegenheit: Bereits am 32. Spieltag wurde beim FC Homburg nach einem 5:0 gegen Pfeddersheim die Meisterschaft gefeiert.
Ausdruck der Überlegenheit: Bereits am 32. Spieltag wurde beim FC Homburg nach einem 5:0 gegen Pfeddersheim die Meisterschaft gefeiert. FOTO: Markuis Hagen / Markus Hagen
Homburg. Oberliga-Meister FC Homburg will nach dem souveränen Aufstieg kommende Saison auch in der Regionalliga vorne mitspielen. Von Markus Hagen

Die Zahlen sprechen für sich: 112:20-Tore und 96 Punkte, 17 Zähler Vorsprung auf den Tabellenzweiten FK Pirmasens. Der Oberliga-Meister der Saison 2017/18 war von keinem seiner Konkurrenten zu gefährden. Der vor der Saison anvisierte Titel und damit die Reparatur des Betriebsunfalls „Abstieg aus der Regionalliga Südwest“ aus der vergangenen Saison hat der FC Homburg geschafft.

„So leicht und locker, wie es nach dem großen Vorsprung scheinbar aussieht, war es aber definitiv nicht“, zieht FCH-Trainer Jürgen Luginger sein Gesamtfazit. Mit einer solchen Punktausbeute und so einem Torverhältnis habe er nie und nimmer gerechnet.

15 neue Spieler wurden von Luginger und seinem Trainerstab nach dem Abstieg als Neuaufbau in den Oberligakader aufgenommen. Mit Christian Telch, Sven Sökler, Alexander Hahn, Patrick Lienhard, David Salfeld, Patrick Dulleck, Jens Meyer und Konstantinos Neofytos wurden erfahrene Regionalligaspieler verpflichtet. Möglich wurde dies, weil der Etat des FC Homburg für Oberligaverhältnisse mit rund zwei Millionen sehr üppig war und die Grün-Weißen mit Vollprofis den Ligaalltag absolvieren konnten. „Dies bezüglich hatten wir schon Vorteile gegenüber den anderen Vereinen mit ihren Feierabendspielern. Doch man muss jede Woche nicht nur im Training, sondern auch bei den Spielen vollste Konzentration zeigen, keine Nachlässigkeiten und Überheblichkeit zulassen“, lobt Luginger. Bei seinen Spielern sei das stets der Fall gewesen. Dabei verweist er auch darauf, dass jede Partie gegen seine Elf „für den Gegner etwas ganz besonderes gewesen ist“. Für jede Oberligamannschaft war das Spiel gegen den FC Homburg mit seinen Vollprofis eine „Art Pokalspiel“ in dem man sich ganz besonders anstrengt und sich motiviert gezeigt habe, dem haushohen Favoriten ein Bein stellen zu können.



Der 50-jährige Chefcoach der Grün-Weißen erwähnt, dass sein fast komplett neu formierter Kader sehr schnell zu einer spielerisch starken Einheit wurde. Luginger fand schnell eine Stammmannschaft, die die Oberliga beherrschen sollte.

Zum Auftakt der Saison musste der FC Homburg beim Aufsteiger SC Idar-Oberstein ran. Mit 3:1 gewann der FCH die ersten drei Punkte in neuer Spielumgebung. Es folgte ein souveräner 3:1-Heimsieg gegen den Mitabsteiger aus der Regionalliga Südwest, 1. FC Kaiserslautern. Anschließend eilte der FCH von Sieg zu Sieg. Nach 16 Spieltagen hatte Lugingers Team noch immer keinen Verlustpunkt auf dem Konto. Im Topspiel empfing der FC Homburg am 17. Spieltag im heimischen Waldstadion im Spitzenspiel den einzigen Verfolger FK Pirmasens, der inzwischen aber schon einen größeren Rückstand auf die Grün-Weißen aufwies. Vor 4300 Zuschauern, die Rekordkulisse der Saison für die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, präsentierte sich der FC Homburg in Galaform und bezwang den FKP in seinem besten Saisonspiel mit 3:0. Nach Ende der Vorrunde hatte der FCH mit 18 Siegen und 54 Punkten immer noch keinen Zähler abgegeben.

Daran änderte sich auch bis zur Winterpause nichts mehr. Bis Anfang Dezember blieben die Grün-Weißen auch in den ersten vier Rückrundenbegegnungen ohne Punktverlust. Das neue Jahr begann für die Homburger mit einem 5:0-Heimsieg gegen Salmrohr. Auch das Lokalderby gegen den FSV Jägersburg (3:0) wurde gewonnen. Es folgte das Viertelfinalspiel im Saarlandpokal gegen den späteren Regionalliga-Meister 1. FC Saarbrücken, das die Homburger vor 5400 Zuschauern im Waldstadion etwas unglücklich mit 1:2 verloren. Vielleicht fehlte dann auch nach diesem Pokalmatch die Kraft beim drei Tage später stattfindenden Punktspiel des FCH beim FV Eppelborn. Mit einem 1:1 war die Serie von 24 Siegen in Folge gerissen. Aber es kam noch „schlimmer“. Eine Woche später unterlag der FC Homburg gegen den Aufsteiger SV Saar 05 im eigenen Stadion sensationell mit 0:1. Doch der FCH hatte sich schnell gefangen. Nach drei Siegen in Folge gab es zwar mit einem 0:2 beim FV Diefflen die zweite und dann auch letzte Niederlage, doch der Titel war längst eingefahren. Bereits vor dem Spiel in Diefflen hatte der FC Homburg mit einem 5:0-Heimsieg am 13. April gegen Pfeddersheim auch rechnerisch die Meisterschaft in trockene Tücher gebracht.

Jetzt freuen sich die Fans des FC Homburg, die mit 1082 Besuchern pro Heimspiel auch hier den FCH auf Platz eins brachten, auf die Rückkehr in die Regionalliga Südwest. Beim FC Homburg verdeutlicht man ganz klar: Man will hoch in die dritte Liga. Als Zeitraum für den nächsten Aufstieg sind zwei bis drei Jahre vorgesehen. Der Etat wird von zuletzt zwei Millionen Euro auf über drei Millionen Euro aufgestockt.

Keiner nennt beim FC Homburg als übliches Ziel für die kommende Saison den „Klassenverbleib“. Im Gegenteil: Eine Platzierung im oberen Tabellendrittel wird angestrebt. Kein Wunder, hat Luginger doch schon jetzt mit Kevin Maek, Sven Sellentin, Daniel Di Gregorio und Christopher Theisen Regionalliga-erfahrene Spieler verpflichtet. Ob der Traum vieler Fans wahr wird und der FC Homburg schon in der nächsten Saison um Platz eins und damit den Aufstieg in die Dritte Bundesliga ein Wort mitsprechen kann, wird sich zeigen allerdings noch zeigen müssen.