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Dressurturnier am Landgestüt
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Sandra Van Loon siegte mit FBW Despereaux in der schweren S**-Dressur.
Sandra Van Loon siegte mit FBW Despereaux in der schweren S**-Dressur. FOTO: Cordula von Waldow / cvw
Zweibrücken. Packendes Finale in der Zwei-Sterne-S-Dressur zwischen der Saarländerin Sandra van Loon und Dorte Pack aus dem Rheinland. Von Cordula von Waldow

Der Reit- und Fahrverein (RFV) Zweibrücken hatte am Wochenende gut lachen: Das erste große Dressurturnier auf dem Außenplatz an der Gestütsallee fand bei strahlendem Kaiserwetter statt und war ein voller Erfolg.

Zwei Amazonen aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland boten sich ein besonders spannendes Finale. Nur 1,5 Punkte trennten in der schweren Zwei-Sterne-S-Dressur als Hauptprüfung am Schluss Siegerin Sandra van Loon von der RSG Hartungshof Bliesransbach und Dorte Pack vom RC Haus Dorp im Rheinland. Mit ihrem Erfolg in der Zwei-Sterne-Klasse fehlt Sandra van Loon jetzt nur noch ein Goldrang in der schweren Klasse, dann hat die Saarländerin mit zehn mal Gold und dem Sieg in der Zwei-Sterne-Prüfung, ihr Goldenes Reitabzeichen erritten.

Dorte Pack auf dem Silberrang verpasste einmal mehr knapp den Sieg und damit auch ihr goldenes Reitabzeichen, auf das sie schon so lange wartet. Eigentlich hatte die 47-jährige Reiterin als vorletzte Starterin die bessere Platzierung mit ihrem zweiten Pferd, dem zehnjährigen Westfalenwallach Esteban erwartet, mit dem sie bereits Bronze im Amateur-St. Georg-Special Klasse S* gewonnen hatte. „Zweibrücken ist für mich ein hervorragendes Pflaster“, stellte sie fest. Vor etwa 20 Jahren war sie hier beim Hallenturnier ihre erste S-Dressur geritten.



In Erinnerung an das tolle Turnier und die besondere Atmosphäre im Landgestüt hatte die Rheinländerin mit Lars Viereck vom RFV Fanal Neunkirchen-Seelscheid gleich noch einen befreundeten Reiter mitgebracht. „Bei uns gibt es so früh im Jahr noch nicht so viele Turniere und auch eine Zwei-Sterne-S-Dressur wird nicht so oft ausgeschrieben“, begründete der Reiter seine Entscheidung für Zweibrücken. Die Fahrt hat sich für beide gelohnt. Pack siegte mit Esteban in der mittelschweren Zwei-Sterne-M-Dressur und platzierte sich mit beiden Pferden auch im Amateur-St. Georg-Special Klasse S*. Lars Viereck gewann mit der neunjährigen Rheinländer-Stute Sonrisa Divina Silber in der M**-Dressur sowie Bronze mit seinem Nachwuchspferd, der fünfjährigen Rheinländer-Stute Belle de Noire, in der Dressurpferdeprüfung Klasse A.

Der Sieg im Sankt-Georg-Special ging nach Luxemburg zu Charlotte Remy Rider‘s Club Luxemburg mit dem 14-jährigen Hannoveraner Hofgraf vor Viktoria Zimmermann vom RV Ensheim mit dem zehnjährigen, ebenfalls in Hannover gezogenen, Ricoletto. Die Saarländerin gewann zudem Bronze in der Zwei-Sterne-S-Dressur und wurde damit erfolgreichste Reiterin gleich hinter dem Gast aus dem Rheinland.

Erfolge verzeichneten auch die Amazonen der Region. Luise Spangenberger vom RFV Zweibrücken gelang es, sich bei dem starken Feld mit dem ehemaligen Landbeschäler Fürst Gutenberg auf Rang neun in der Zwei-Sterne-M-Dressur zu platzieren. Gold in der Zwei-Sterne-L-Dressur auf Kandare errang die Pirmasenserin Susanne Moser für den RV Lautertal auf dem zwölfjährigen Holsteiner Schimmelwallach Quite Cantus und mit dem elfjährigen Hannoveraner Südwind noch einmal Rang fünf. Mit ihrem Erfolgspferd wurde sie in der Zwei-Sterne-Prüfung Vierte. Gleich zweimal in den Schleifenrang ritt Anika Fichter vom Pfälzer Pony RFV Thaleischweiler-Fröschen. Mit dem eleganten Hannoveraner Wallach Ballentine‘s Rouge wurde sie am Samstagmorgen Fünfte vor Carina Reitnauer von der RSG Berghof-Einöd auf der selbst gezogenen Stute Finity Mai R. Mit ihrem Erfolgspferd, dem 14-jährigen Oldenburger Fuchswallach Dodici Danze belegte die Lehrerin ebenfalls Rang fünf in der M-Dressur und landete im Amateur-St.Georg-Special unplatziert im Mittelfeld.

Der LK-Beauftragte Richter, Christoph Ebnet, war voll des Lobes für die Veranstaltung. „Die Teilnehmer waren alle begeistert von den optimalen Bedingungen und der tollen Atmosphäre“, freute er sich. Dass permanent die Toiletten gereinigt und der Hof gekehrt wurde, sei ebenfalls außergewöhnlich und ein sehr hoher Standard. Zudem hätten die Reiter durchweg sehr ansprechende Leistungen gleich zu Saisonbeginn gezeigt. „Wir hoffen, dass sich dieses Turnier in Zweibrücken wieder fest installiert“, wiederholt er die Wünsche der Teilnehmer mit Blick auf den gastgebenden Reit- und Fahrverein und die Sponsoren. Andere Dressurturniere könnten von einem so regen Zuschauerinteresse nur träumen. „Das ist die beste Öffentlichkeitswerbung auch für unseren Sport“, lobt der Turnierrichter.

Für den Reit- und Fahrverein und das Landgestüt ist nach dem Turnier zugleich vor dem Turnier. Am kommenden Wochenende geht es beim Springturnier mit den vollen Starterfeldern etwas weniger gemütlich zu, als in der Dressur.