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Auf zu neuen Höhenflügen
„Berlin wäre natürlich ein Traum“

Mit seinem Saisoneinstieg ist LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens ganz zufrieden. Er will aber noch höher hinaus.
Mit seinem Saisoneinstieg ist LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens ganz zufrieden. Er will aber noch höher hinaus. FOTO: Wolfgang Birkenstock
Zweibrücken. LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens will zur Heim-EM — weiß aber genau, wie hart der Kampf um die Tickets sein wird. Von Svenja Hofer

Der Blick der europäischen Top-Leichtathleten geht in dieser Saison Richtung Berlin. Die Heim-EM im August ist auch für alle deutschen Sportler das große Ziel. Die Teilnahme daran wäre auch für Daniel Clemens, Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken, „natürlich ein Traum“. 2009 war er bei der Weltmeisterschaft in Berlin als Zuschauer im Stadion. „Das war schon ein tolles Erlebnis. Und wenn man jetzt sieht, wie viele Tickets für die EM weg sind, hat man natürlich Lust, im Olympiastadion als Athlet dabei zu sein. Die Motivation ist auf jeden Fall da.“, betont der 26-Jährige. Der allerdings weiß, wie schwer der Weg bis dorthin ist.

Mit seinem Saisonauftakt am vergangenen Wochenende beim Meeting in Leverkusen ist Daniel Clemens erst einmal „ganz zufrieden“. Mit 5,40 Metern belegte er hinter Lokalmatador Tobias Scherbarth (5,60m) Rang zwei (wir berichteten). „Es hätte aber durchaus noch höher gehen können – 5,50 wären sicher schöner gewesen als 5,40 Meter“, resümiert der Zweibrücker. „Aber bei den 5,40 habe ich wirklich einen guten Sprung erwischt“, beschreibt der 26-Jährige, dass da noch deutlich Luft zwischen ihm und der Stange war.

Nachdem die Wintersaison bereits sehr ordentlich gelaufen ist, will Clemens nun auch im Sommer nochmal einen drauflegen, seine Bestleistung von 5,60 Metern aus dem Jahr 2013 endlich weiter nach oben schrauben. Der Grundstein dazu sei in der Vorbereitung gelegt worden. „Es ist alles gut gelaufen, ich bin gesund und unverletzt geblieben, auch das Trainingslager in Südafrika habe ich gut überstanden – es passt eigentlich alles.“ Auch die Zubringerleistungen zur Saison hin stimmten. „Es ist eigentlich alles da, um hoch zu fliegen. „Jetzt muss ich nur noch sehen, wie es in den Wettkämpfen läuft“, erklärt der Schützling von Trainer Andrei Tivontchik. Nachdem der Stabhochspringer im vergangenen Jahr noch mit den Nachwehen seiner schweren Fußverletzung aus dem Sommer 2016 zu kämpfen hatte, will er in diesen jetzt zu neuen Höhenflügen ansetzen.



Ob die ihn tatsächlich bis nach Berlin bringen, ist schwer zu sagen. Zu groß ist die deutsche Konkurrenz, zu viele Springer, die alles auf die Heim-Europameisterschaften ausgerichtet haben, haben die Normhöhe von 5,60 Metern drauf. „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, diese Norm zu meistern. Wenn ich es dann noch schaffe, eine neue Bestleistung zu springen, bin ich mit mir zufrieden“, erklärt Clemens. Der Kampf um die drei EM-Tickets des DLV (Deutscher Leichtathletik Verband) werde dann eine ganz enge Sache. Entschieden wird darüber bei der deutschen Meisterschaft in Nürnberg am Wochenende des 21./22. Juli. „Natürlich wird bei der Nominierung auch auf die Konstanz der Springer über die gesamte Saison geschaut“, erklärt der LAZ-Athlet, dass es letztlich auch im Ermessensspielraum des Bundestrainers liege.

Daniel Clemens jedenfalls werde bei zahlreichen Meetings bis zu den nationalen Titelkämpfen alles geben, um möglichst hoch zu fliegen. Nach dem Auftakt am vergangenen Wochenende in Leverkusen steht am Sonntag der bereits traditionelle Start beim Pfingstsportfest im saarländischen Rehlingen an. Dort bekommt es der 26-Jährige unter anderem mit seinem LAZ-Teamkollegen Raphael Holzdeppe, dem amtierenden Europameister Robert Sobera aus Polen, dem Vorjahressieger des LAZ-Himmelsstürmer-Cups Menno Vloon aus den Niederlanden sowie den deutschen Kontrahenten Tobias Scherbarth, Karsten Dilla und U20-Vizeeuropameister Bo Kanda Lita Baehre (alle TSV Bayer 04 Leverkusen) zu tun. Eine Woche später greift Daniel Clemens im französischen Forbach zum Stab. Es folgen Meetings in Rechberghausen, Dessau, die siebte Auflage des vereinseigenen Himmelstürmer-Cups vor der Haustür in Zweibrücken am 16. Juni sowie die Springen in Hof und Landau.