| 20:30 Uhr

Spitzenreiter zu stark
Beeindruckende Serie gerissen

TVN-Torwart Stefan Dreßler (li.) hatte gegen Philipp Daume keine Abwehrchance.
TVN-Torwart Stefan Dreßler (li.) hatte gegen Philipp Daume keine Abwehrchance. FOTO: Markus Hagen
Niederwürzbach. Handball-Saarlandliga: TV Niederwürzbach kassiert beim 28:34 gegen Spitzenreiter HWE Homburg erste Heimpleite seit knapp vier Jahren. Von Markus Hagen

Die gut 100 mitgereisten Fans der HWE Homburg haben ihren Augen kaum trauen können. Nach einer Viertelstunde der Toppartie der Handball-Saarlandliga beim TV Niederwürzbach lagen die Gäste bereits mit 12:4 vorne. Zur Halbzeit führte der souveräne Spitzenreiter aus Homburg mit 19:10. Und am Ende setzte sich die HWE um Spielertrainer Thomas Zellmer mit 34:28 durch, verpasste dem TVN die erste Heimniederlage seit knapp vier Jahren.

„Das war einfach überragend, was wir heute Abend gezeigt haben. Wir haben uns auch taktisch intensiv auf die diese schwere Auswärtsaufgabe bei den Niederwürzbachern vorbereitet“, resümierte Zellmer das beste Saisonspiel seiner Mannschaft. TVN-Trainer Christian Schöller sprach von einer Abfuhr, die HWE habe sein Team regelrecht überrollt.

Schon in der Anfangsphase war richtig Feuer drin. Der TVN wollte unbedingt mit einem Sieg seine letzten minimalen Chancen auf die Meisterschaft wahren. Doch die Mannschaft von Christian Schöller begann überaus nervös. Sie fand weder Mittel, die stark auftretende Defensive der HWE mit ihrem Torwart Tobias Krumm zu überwinden, noch die tollen Angriffskombinationen der HWE wirkungsvoll zu stören. Nach dem 1:1 zogen die Homburger mit einem 6:0-Lauf auf 7:1 (9.) davon. Sechs Minuten später stand es sogar 12:4. Während sich der TVN immer wieder auf Thomas Zellmer konzentrierte, der sich trotz teilweiser Manndeckung sechs Mal in die Torschützenliste eintragen konnte, war Philipp Daume nie zu stoppen. Acht Treffer standen für ihn insgesamt zu Buche. Nach 18 Minuten hatten die Gastgeber lediglich fünf Treffer erzielt, die HWE bereits 13. „Das war fantastisch, wie wir den Niederwürzbachern nach 20 Minuten den Zahn gezogen hatten“, sagte Daume später. Der Titelanwärter sei hoch motiviert in die Partie gegangen. Zum einen, weil er unbedingt mit zwei Punkten Platz eins festigen wollte, zum anderen, weil der TVN fast vier Jahre in heimischer Würzbachhalle kein Spiel mehr verloren hatte. Diese Serie ist nun gerissen.



Nach der Vorführung in den ersten 20 Minuten konnten die Niederwürzbacher immerhin etwas besser dagegenhalten, dennoch lag der amtierende Meister zur Pause mit neun Treffern schon fast aussichtslos zurück. Im zweiten Abschnitt gelang es dem TVN vor 300 Zuschauern wenigstens, die HWE nicht noch weiter davonziehen zu lassen. Doch die Homburger blieben dennoch stets deutlich in Front. „Leider haben wir dann etwas nachgelassen“, kritisiert Zellmer. Acht Minuten vor dem Abpfiff war der Vorsprung beim Stand von 28:23 auf fünf Tore geschmolzen. Christian Boscolo sah zudem die dritte Zeitstrafe und wurde disqualifiziert. Der TVN hatte die Chance, in Überzahl weiter heranzukommen. Schaffte das aber nicht, auch, weil HWE-Torwart Krumm zweimal glänzend parierte. Noch in Unterzahl spielend schloss Lukas Glück einen Tempogegenstoß zum 29:23 ab. Die Entscheidung. Der 17-jährige Homburger Nachwuchsspieler Methi Durmishi konnte sich in der Schlussphase zudem über drei Treffer in Folge freuen. Danach folgte ausgelassener Jubel.

Den Vorsprung auf Verfolger SV 64 Zweibrücken II hält die HWE durch den Sieg bei fünf Punkten und macht einen weiteren großen Schritt Richtung Meisterschaft. Philipp Daume gibt sich zwar zuversichtlich, dass die HWE auch am Ende der Saison ganz oben steht, „aber noch ist nichts in trockenen Tüchern. Wir haben noch einige schwere Spiele vor uns“, sagt der beste Torschütze des Saarpfalzderbys. „Die HWE war einfach eine Klasse für sich, spielte überragend und hat hochverdient gewonnen, auch weil ihre Körpersprache und der Siegeswille viel ausgeprägter war, als bei meinen Spielern“, bekannte TVN-Trainer Christian Schöller.