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VTZ-Basketball
Fünf Minuten brechen der VTZ das Genick

  Auch 16 Punkte des erfolgreichsten Zweibrücker Schützen Tim Burkholder konnten die Auftaktniederlage der VTZ in Kirchheimbolanden nicht verhindern.
Auch 16 Punkte des erfolgreichsten Zweibrücker Schützen Tim Burkholder konnten die Auftaktniederlage der VTZ in Kirchheimbolanden nicht verhindern. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken/Kirchheimbolanden. Basketball-Landesliga: Der Aufsteiger VT Zweibrücken verliert seine Auftaktpartie nach schwachem Start mit 66:79 gegen den TV Kirchheimbolanden. Von Felix Decker

Ein Mann wird den Basketballern der VT Zweibrücken nach ihrem Saisonauftakt in der Landesliga besonders im Gedächtnis bleiben: Waldemar Nap! Der Spieler vom TV Kirchheimbolanden, der schon in der ersten Regionalliga für den 1.FC Kaiserslautern am Ball war, steuerte am Samstag unglaubliche 50 Punkte zum 79:66-Heimsieg (31:13/17:21/16:20/15:12) seiner Mannschaft bei. Kein Wunder, dass VTZ-Spielertrainer Denis Rendgen anschließend von einer „One-Man-Show“ sprach. „Er hat eigentlich unmögliche Sachen getroffen, darunter viele weite Würfe“, musste der 27-Jährige anerkennen. Dass viele Teams in der Landesliga solche Ausnahmespieler in ihren Reihen haben, sieht Rendgen als einen bedeutenden Unterschied zur Bezirksliga an. Zudem sei das Spiel nun schneller und härter.

Das bekamen die VTZ-Korbjäger vor allem im ersten Viertel zu spüren, als Kirchheimbolanden die Zweibrücker förmlich überrollte und vom Anwurf weg auf 15:0 davonzog. „Die ersten fünf Minuten haben uns das Genick gebrochen. Wir waren komplett von der Rolle“, fand Rendgen kritische Worte. Er bemängelte, „dass wir offensiv nichts getroffen haben“. Anpassungsprobleme an die neue Spielklasse ließ er nicht gelten: „Viele meiner Jungs kennen die Landesliga aus den vergangenen Jahren“, sagte der Spielertrainer. Außerdem sei seine Mannschaft in der Vorbereitung bewusst gegen höherklassige Gegner angetreten, um sich dem gestiegenen Niveau anzupassen.

Doch nach dem Horror-Start zeigte die VTZ, dass sie das Zeug für die Landesliga eigentlich mitbringt. Rendgen stellte die Defensive von Manndeckung auf eine Zonen-Verteidigung um – und die Zweibrücker, die das erste Viertel turmhoch mit 20 Zählern Differenz verloren hatten, waren kaum wiederzuerkennen. Sie entschieden die Spielabschnitte zwei und drei für sich.



„Durch die Umstellung konnten wir besser nach vorne spielen“, erklärte Rendgen die deutliche Leistungssteigerung seines Teams.

Doch vor dem finalen Viertel lag die VTZ immer noch mit zehn Zählern zurück. Die Zweibrücker riskierten deshalb im Schlussabschnitt alles – liefen aber in Konter, die die Niederlage schließlich besiegelten.

Mit von der Partie waren am Samstag auch die beiden VTZ-Neuzugänge Jan Piechocki (1.FC Kaiserslautern) und Aykut Bozdemir (SSV Wellesweiler). „Jan hat leider etwas unglücklich gespielt. Er hatte keinen guten Tag am Wurf“, meinte Rendgen, der Centerspieler Bozdemir hingegen eine gute Defensivarbeit attestierte. Was das Zusammenspiel mit den Neuen betrifft, ist der Übungsleiter positiv gestimmt: „Da bin ich sehr zufrieden. Beide sind absolut in die Mannschaft integriert.“ Langfristig in das Spiel der ersten Mannschaft eingebunden werden soll auch Nachwuchsspieler Nils Selinger, der am Samstag bereits ein paar Minuten Landesliga-Luft schnuppern durfte.

Rendgen bilanzierte nach der Niederlage, dass der Gegner zum Auftakt „ein dicker Brocken“ gewesen sei, auf den man gerne erst später in der Saison getroffen wäre. Trotz der schwachen Phase im ersten Viertel, die die Niederlage eingeleitet hatte, dürfe man nun aber „nicht allzu schwarzsehen“. Dafür ist auch gar keine Zeit, weil bereits am Samstag (18 Uhr, Halle des Hofenfels-Gymnasiums) das erste Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger Skyflyers Ludwigshafen ansteht. Den Kontrahenten schätzt Rendgen als „unangenehmen Gegner“ ein, sagt aber auch optimistisch: „Wir kennen Ludwigshafen noch aus der Bezirksliga und werden sicher nicht blauäugig in die Partie gehen. Wir können gegen sie gewinnen.“ Zählen kann der Spielertrainer dann wieder auf Topscorer Milomir Mihhailovic, der aus familiären Gründen gegen Kirchheimbolanden passen musste. Um am Samstag die zwei Punkte einzufahren, müssen die VTZ-Korbjäger dann aber in allen vier Spielabschnitten Leistung bringen.