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VT Zweibrücken - Basketball
Bleibt Rendgen die „Notlösung“ wider Willen?

  In der Bezirksliga Pfalz hatten die Basketballer der VT Zweibrücken oft leichtes Spiel. In der Landesliga muss um jeden Punkt und jeden Ball gekämpft werden, fordert Spielertrainer Denis Rendgen (rot) – hier geht er mit gutem Beispiel voran.
In der Bezirksliga Pfalz hatten die Basketballer der VT Zweibrücken oft leichtes Spiel. In der Landesliga muss um jeden Punkt und jeden Ball gekämpft werden, fordert Spielertrainer Denis Rendgen (rot) – hier geht er mit gutem Beispiel voran. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Denis Rendgen würde seine Doppelfunktion als Spielertrainer bei den Landesliga-Basketballern der VT Zweibrücken nach vier Jahren gerne aufgeben. Doch noch hat der Verein keinen Ersatz gefunden. Als Spieler bleibt der 27-Jährige der VTZ aber in jedem Fall erhalten. Von Mirko Reuther

Wer ist in der kommenden Saison Trainer bei den Landesliga-Basketballern von der VT Zweibrücken? Zwar sind die Korbjäger schon seit Anfang Juni wieder ins Training eingestiegen. Ob (Noch-)Spielertrainer Denis Rendgen beim Saisonstart Mitte September immer noch beide Funktionen – Spieler und Übungsleiter – ausfüllen wird, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Rendgen beerbte 2015 Andreas Kaes und ist seitdem Spielertrainer bei der VTZ. Schon damals bezeichnete er seine Doppelrolle im Merkur aber als „Notlösung“. Man habe ein besseres Gefühl für ein Spiel, wenn man von der Seitenlinie aus Anweisungen geben könnte, statt im Getümmel auf dem Feld zu stehen, argumentierte er. Diese Ansicht vertritt Rendgen vier Jahre später immer noch: „Ein Spielertrainer ist einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Auf dem Feld coacht man dann immer noch ein wenig mit, obwohl man nicht den vollen Überblick hat. Das ist nicht ideal“, sagt er heute.

Zur Not will Rendgen das doppelte Amt nächste Saison weiterführen. Die Chancen, dass der 27-Jährige sich dann wieder ganz auf die Rolle als Spieler konzentrieren kann, stehen aber zumindest „Fünfzig-Fünfzig“, wie er sagt. Denn mit einem Trainerkandidaten steht die VTZ in Kontakt, spruchreif ist aber noch nichts. Zunächst müssten finanzielle Aspekte geklärt werden. Aber auch die Entfernung des Wohnortes des potenziellen Übungsleiters sei ein Hemmschuh. „Bei uns in der Region einen passenden Trainer zu finden, ist schwierig“, sagt Rendgen, der der Mannschaft als Spieler „in jedem Fall“ erhalten bleibt.

Anfang Juni ist er mit der VTZ langsam in die Vorbereitung eingestiegen. In der Regel begrüßt Rendgen zwölf Spieler im Training. Darunter die Junioren Philipp Schröder, Antonio Kvesic und Nils Selinger. Sie sammelten schon in der letzten Saison Spielminuten bei den Aktiven. Nun soll Schröder fest in die Rotation eingebunden werden. Auch Kvesic und Selinger können sich Hoffnungen machen – sollen eventuell aber zunächst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen. Mit zwei möglichen Neuzugängen steht der Verein in Kontakt. Spruchreif sei aber auch in dieser Hinsicht noch nichts. Unter Zugzwang ist die VTZ personell aber ohnehin nicht. Denn „wir hatten das große Glück, dass die Mannschaft bis auf Gürkan Kirca, der aus familiären Gründen nicht mehr spielen kann, komplett zusammenbleibt“, so Rendgen



Unbefriedigend findet er die Trainingssituation. Denn viele Hallen sind in den Sommerferien meist geschlossen. Flexibilität ist gefragt. Ende Juli geht es für Teile der Mannschaft daher in die französischen Alpen ins Trainingslager.

In der letzten Saison legte die VTZ in der Bezirksliga Pfalz eine fast perfekte Spielzeit hin. Mit 17 Siegen in 18 Ligaspielen machte die Mannschaft den Abstieg aus der Vorsaison wett und stieg postwendend wieder in die Landesliga auf. Dem Gang in die Bezirksliga kann Rendgen rückblickend sogar etwas Gutes abgewinnen. „Wir haben den Spaß am Basketball und eine gewisse Lockerheit wiedergefunden“, sagt der 27-Jährige, der den souveränen Titel und Aufstieg mit der Mannschaft bei einer Grillparty im Sommer feierte. Rendgen ist sich aber im Klaren darüber, dass „wir in der Landesliga um jeden Punkt kämpfen müssen“. Denn der Unterschied zwischen den beiden Spielklassen sei eklatant. „Das Tempo ist höher, wir müssen in der Defensive viel schneller sortiert sein“, fordert er. Zudem hätten viele Teams in der Landesliga „Ausnahmespieler“ in ihren Reihen, die schon in bedeutend höheren Ligen unterwegs gewesen seien. Ein weiterer Unterschied sei die Härte in der neuen Spielklasse: „In der Bezirksliga spielen viele sehr junge Mannschaften. In der Landesliga sind die Gegner im Schnitt älter – und vor allem robuster. Da geht es öfter mal mit den Ellenbogen zur Sache.“

Dennoch ist der Spielertrainer optimistisch, dass die Mannschaft ihr Saisonziel erreichen wird. „Wir kennen die Landesliga, haben vor dem Abstieg selbst drei Jahre dort gespielt. Wir können den Klassenerhalt packen.“ Ob Rendgen den Takt dann noch als Trainer – oder ausschließlich auf dem Spielfeld vorgibt – steht allerdings noch in den Sternen.