| 16:04 Uhr

Basketball-Landesliga
Noch ist der Titel möglich für die VTZ

 VTZ-Trainer Denis Rendgen freut sich über die Ausgeglichenheit in seinem Team um Spieler Johann Klein (rechts).
VTZ-Trainer Denis Rendgen freut sich über die Ausgeglichenheit in seinem Team um Spieler Johann Klein (rechts). FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Obwohl die Zweibrücker Basketballer in Speyer – außer einem Stück Zahn – nichts verloren und die Tabellenspitze der Landesliga Rheinhessen-Pfalz verteidigt haben, hat ein anderes Team nun beste Chancen auf den Oberliga-Aufstieg. Von Svenja Hofer

Viel ist noch möglich im Endspurt der Basketball-Landesliga Rheinhessen-Pfalz. Die Hoffnung der VT Zweibrücken auf Titel und Oberliga-Aufstieg ist jedoch gedämpft. Obwohl die Mannschaft von Spielertrainer Denis Rendgen ihre Hausaufgaben mit dem 102:76 (33:16/23:20/25:20/21:20)-Sieg gegen die SG Towers Speyer/Schifferstadt gemacht hat und dadurch vorerst an der Tabellenspitze bleibt. Und Verfolger 1. FC Kaiserslautern II durch die 72:91-Niederlage bei den Fastbreakers Rockenhausen ins Straucheln geriet. Beste Chancen auf den Titel hat nun allerdings der TV Kirchheimbolanden. Durch den Sieg gegen Oppenheim (66:52) ist der TVK (18 Punkte) nun erster Verfolger der Zweibrücker (20 Pkt.). Und Kirchheimbolanden (Kibo) hat, ebenso wie der FCK II (16 Pkt.), noch zwei Spiele ausstehen. Und das gegen die beiden Mannschaften am Tabellenende (Speyer und Lerchenberg). Der VTZ bleibt nur noch das Auswärtsspiel in Rockenhausen in knapp zwei Wochen. „Auch wenn wir noch auf dem ersten Platz stehen, ist Kibo sehr gut im Rennen“, weiß Denis Rendgen. „Es bleibt spannend“, will der Coach den Titeltraum noch nicht begraben, wenn seine Stimme auch verrät, dass alles perfekt laufen müsste, sollte es für seine Mannschaft tatsächlich auch am Ende für ganz oben reichen.

Den ersten wichtigen Schritt, um überhaupt im Kampf um den Oberliga-Aufstieg zu bleiben, hat die VTZ mit dem Sieg in Speyer gemacht. Vor allem im ersten Viertel haben die Gäste den Grundstein für den erst zweiten Auswärtserfolg der Saison gelegt. „Eigentlich haben wir schwach begonnen“, sagt Rendgen. Doch sein Team hat sich „recht schnell gefangen“ und durch einen starken Lauf den ersten Durchgang mit 33:16 für sich entschieden. Auch die folgenden drei Abschnitte gingen alle an die Zweibrücker, die in Tim Burkholder (26 Punkte) ihren besten Werfer hatten. „Wir haben ein schnelles Spiel nach vorne gezeigt. Speyer war nach Ballgewinnen von uns recht langsam, aber wir hatten echt eine gute Pace“, erklärt Rendgen zufrieden. Durch Burkholder und Johannes Meenken schloss die VTZ auch einige Fast Breaks erfolgreich ab. „Es war allerdings ein sehr nickliches Spiel, mit vielen Ellbogeneinsätzen. Johannes Petuchov hat sogar einen Teil seines Backenzahns verloren.“ Doch auch die VTZ leistete sich zahlreiche Fouls. „Wir hatten Glück, dass Speyer von der Freiwurflinie so schwach war.“ Während die Rendgen-Truppe dort eine starke Quote von rund 75 Prozent aufwies. Zudem ließen die Zweibrücker nicht einen einzigen Dreier des Gegners zu. „Das ist schon ungewöhnlich“, freute sich der VTZ-Trainer, der aufgrund von Knieproblemen in dieser Runde nicht mehr selbst auf dem Feld steht, sich stattdessen auf das Coachen von außen konzentriert. Die jeweils 20 Gegentreffer in den letzten drei Vierteln waren Rendgen dann zwar „ein paar zu viel“, dennoch sei das Spiel gegen die top besetzten Speyerer ordentlich gewesen. „Die Höhe des Ergebnisses hat mich schon überrascht“, hatte er den Gegner stärker eingeschätzt.

Dass der Tabellenvorletzte diese Stärke noch einmal aufs Feld bringen kann, darauf hofft Denis Rendgen am allerletzten Spieltag. Dann nämlich muss Kirchheimbolanden noch zu den Towers. „In Speyer müssen die erst mal gewinnen“, macht Rendgen sich und seinem Team Hoffnung. Das kommende Spiel des TVK beim noch sieglosen Schlusslicht in Lerchenberg hingegen werde wohl ein Selbstläufer. „Natürlich drücke ich Lerchenberg die Daumen, aber es wäre schon eine große Überraschung“, betont Rendgen, der sich vor allem darüber ärgert, dass seine Mannschaft den direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit am Ende der Saison entscheidet, gegen Kirchheimbolanden verloren hat. Nach der „unnötigen“ 66:79-Pleite im Hinspiel führte die VTZ zuhause fünf Minuten vor Schluss bereits mit gut 20 Zählern. Vergab dieses Polster beim 83:74-Sieg aber leichtfertig. „Wir haben also mit vier Punkten den Kürzeren gezogen“, seufzt Rendgen.



Wäre es auf den direkten Vergleich zusammen mit dem FCK II und Kirchheimbolanden angekommen, „hätten wir den gewonnen“. Daher ärgere sich Rendgen auch so über die Pleite der Lautrer in Rockenhausen. Mit der sich die Fastbreakers (16 Pkt.), die noch vier Spiele bestreiten müssen, selbst noch Chancen für ganz nach oben erkämpft haben. „Aber daran denke ich gar nicht. Wenn wir in Rockenhausen nicht gewinnen, dann brauchen wir überhaupt nicht mehr groß rumzurechnen“, macht Rendgen klar, dass sein Team es in seinem letzten Spiel am Samstag, 14. März, selbst in der Hand hat, den Tabellenvierten aus dem Rennen zu nehmen.

Wichtiger, als auf die Gegner zu schauen, sei Rendgen ohnehin, ein Sieg zum Abschluss der Runde. „Den elften können wir noch schaffen“, betont er. „Und egal, was rauskommt, haben wir eine sehr gute Runde gespielt.“ Dennoch trauert Rendgen in der jetzigen Situation dem ein oder anderen verlorenen Punkt nach. „Einige haben wir echt leichtfertig vergeben“, schwingt leichte Verbitterung mit. Auch, weil er weiß, was seine Mannschaft zu leisten im Stande ist und, dass womöglich noch mehr drin gewesen wäre. „Wir sind durch die Bank gut besetzt, sind defensiv wie offensiv sehr ausgeglichen, jeder kann seine Akzente setzen.“ Der Tabellenplatz käme nicht von ungefähr.

„Und jetzt werden wir in Rockenhausen nochmal alles reinhauen, um mit einem Sieg aus der Runde zu gehen – zu was es reicht, werden wir sehen.“ Dann, wenn eine Woche später, am 21./22. März, die letzten Partien der spannenden Landesligasaison gespielt sind.

 VTZ-Spielertrainer Denis Rendgen.
VTZ-Spielertrainer Denis Rendgen. FOTO: Martin Wittenmeier