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Aufholjagd der Hornets bleibt ohne Happy-End

 Mit seinen drei Treffern war Ryan McDonald treffsicherster Zweibrücker im Final-Hinspiel gestern in Heilbronn. Foto: Wille
Mit seinen drei Treffern war Ryan McDonald treffsicherster Zweibrücker im Final-Hinspiel gestern in Heilbronn. Foto: Wille FOTO: Wille
Heilbronn. Der EHC Zweibrücken hat das erste Finalspiel im Kampf um die Meisterschaft der Regionalliga Südwest verloren. In einer dramatischen Partie unterlagen die Hornets beim EHC Heilbronn gestern Abend in der Verlängerung mit 8:9 – ein Wechselfehler kurz vor dem Ende der Overtime brach den Gästen das Genick. Martin Wittenmeier

Ist das bitter! Im ersten Spiel um den Regionalliga-Titel hatten die Hornets den Favoriten aus Heilbronn am Rande einer Niederlage. Auch einen Vier-Tore-Rückstand im Schlussdrittel hatte der EHCZ wettgemacht. Am Ende standen sie doch mit leeren Händen da. Nach einem Wechselfehler gerieten die Zweibrücker in der Verlängerung in Unterzahl und Sven Breiter erzielte den entscheidenden Treffer zum 9:8 (2:2/5:2/1:4/1:0).

Vor mehr als 2000 Zuschauern - darunter fast 250 mitgereiste Fans aus Zweibrücken - hatten die Hornets den besseren Start erwischt. Ryan McDonald traf bereits nach zwei Minuten zum 1:0. Top-Eishockey boten beide Teams im ersten Abschnitt allerdings nicht. "Das war weder von uns noch von Heilbronn eine Glanzleistung", war Zweibrückens Trainer Martin Deßloch mit dem Auftakt nicht zufrieden. Denn immer wenn die Zweibrücker einen Treffer vorgelegt hatten, klingelte es kurz darauf im Tor von Steven Teucke. Daran änderte sich bis zum 4:4 durch Manuel Pfenning nichts (26.). Dann machten sich die Hornets das Leben selber schwer. Statt weiter konzentriert nach vorne zu spielen, fanden sich die Zweibrücker Spieler immer öfter auf der Strafbank wieder. Sechs Zeitstrafen handelten sie sich in dieser Phase ein - und die Heilbronner schlugen daraus gnadenlos Kapital. Noch vor der zweiten Pause legten die Hausherren drei Treffer (32./35./39.) zum 7:4-Zwischenstand nach - zwei davon mit einem Mann mehr auf dem Eis. "Im Prinzip haben wir das Spiel im Mitteldrittel hergeschenkt. Die Fouls waren einfach blöd und unnötig", ärgerte sich Deßloch, der sich gezwungen sah, sein Team in einer Auszeit neu einzustellen. Zunächst verfehlte das Time-out seine Wirkung. Stattdessen sorgte John Kraiss (48.) mit dem 8:4 für die vermeintliche Vorentscheidung.

Es folgte die beste Phase der Hornets. Binnen drei Minuten brachten Lukas Srnka, Marc Lingenfelser und Maximilian Dörr Zweibrücken auf 7:8 heran und damit zurück ins Spiel. "Da hat das Team gezeigt, wozu es in der Lage ist", zollte Deßloch dem großen Kampfgeist seiner Truppe Respekt, die sich zwei Minuten vor dem Schlusspfiff belohnte. Auf Vorlage von Stephen Brüstle gelang Verteidiger Florian Wendland das 8:8.

Und so musste wie schon vor einer Woche in Schwenningen die fünfminütige Verlängerung über Sieg und Niederlage entscheiden. Diesmal aber blieb das Happy-End aus. 80 Sekunden vor Ablauf der Zeit riss Sven Breiter im Powerplay die Zweibrücker aus allen Träumen. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Hornets dem Serienmeister über 60 Minuten Paroli bieten können. Darauf baut Deßloch für das Rückspiel an Ostersonntag. "Wir werden mit breiter Brust in das Heimspiel gehen. Wenn wir die Fehler abstellen können, sind wir mindestens auf Augenhöhe."

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Auf einen BlickEHCZ: Teucke, Kappes (n.e.) im Tor - Sefrin, Hellmann, Essig, Brüstle, Hartfelder, Wendland, Voltz - Machura, Bachstein, Lingenfelser, Srnka, Wolf, Neumann, McDonald, Dörr, Peters, Nunold.Tore: 0:1 McDonald (2.), 1:1 Luschenz (7.), 1:2 McDonald (12.), 2:2 Muth (16.), 2:3 McDonald (23.), 3:3 Brozicek (23.), 3:4 Neumann (24.), 4:4 Pfenning (26.), 5:4 Filobok (32.), 6:4 Filobok (35.), 7:4 Pfenning (39.), 8:4 Kraiss (47.), 8:5 Srnka (49.), 8:6 Dörr (50.), 8:7 Lingenfelser (51.), 8:8 Wendland (58.), 9:8 Breiter (64.). Zuschauer: 2177. maw