| 22:52 Uhr

Kutschenfahren
Auf Tuelator zum Erfolg?

Martin Reinhard geht am Wochenende auf seinem Pferd Tuelator an der Start.
Martin Reinhard geht am Wochenende auf seinem Pferd Tuelator an der Start. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Der Zweibrücker Martin Reinhard spannt am Wochenende beim Kutschenturnier auf der Rennwiese sein Erfolgspferd in der Klasse M an. Von Eric Kolling

Früher als sonst, nämlich bereits Ende Juli statt im August, lädt der Verein für Pferdefahrsport Westpfalz in diesem Jahr zu seinem traditionellen Kutschenturnier auf die Zweibrücker Rennwiese ein. Gleich nach dem Pferderennen am Sonntag begann der Aufbau des großen Dressurvierecks und die Ausgestaltung der weithin sichtbaren Hindernisse.

Am kommenden Wochenende, 21. und 22. Juli, ist es dann so weit: Ben Hurs Erben wetteifern im diesen Jahr um Titel und Schärpe der Landesmeister im Zweispännerfahren für Groß- und Kleinpferde. Mit der Zweibrückerin Stephanie Reinhard von der VRG Südwestpfalz und Lena Schweickert aus Windsberg bewerben sich die frisch gebackene Pfalz- und Vize-Pfalzmeisterin der Zweispänner Ponys jetzt um den Landestitel. Ausgefahren wird die Meisterschaft in der mittelschweren Klasse M.

Um den Titel zu erreichen, messen sich die besten Fahrer aus Rheinland-Pfalz in der Königsklasse, der kombinierten Prüfung. Sie besteht aus der Dressur, dem Hindernisfahren durch den eng gestellten Hütchenparcours und dem Geländeparcours. In sechs anspruchsvollen Hindernissen geht es um enge Wendungen, durch die Wasserpassage und an den Treppen über Berg und Tal.



Wie immer, dürfen die Zuschauer bei freiem Eintritt direkt an den Hindernissen stehen und den Nervenkitzel hautnah miterleben. Jeder Fahrer hat seine ganz eigene Strategie: Der Eine fährt ein gleichmäßig flottes Tempo im Trab, wo der andere mit Zwischen-Sprints im Galopp Zeit gewinnen und Sekunden schinden will. 

Insgesamt mehr als 100 Starts finden in hochkarätig besetzten Feldern statt. Für die Gastgeber selbst spannen Steffen Schäfer aus Kirkel sowie Hans-Albert Ankener an. Die Prüfungen sind alle offen ausgeschrieben, so dass der jeweils beste Rheinland-Pfälzer im Zweispänner mit Großpferden und Ponys den Titel gewinnt. Angemeldet haben sich hochkarätige Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Baden-Württemberg
und dem Rheinland. Mit rund 140 Starts erwartet die Zuschauer spannender, hochkarätiger Fahrsport, der auch von der Tribüne aus in der Vogelperspektive bestens verfolgt werden kann. Elegant, wendig, eher risikofreudig oder rasant – ein Kutschenturnier bietet viele Facetten, herrliche Bilder und spannende Momente. Am Samstag werden die Teilprüfungen Dressur in der mittelschweren Klasse sowie ab Nachmittag Dressur und Hindernisfahren der Klasse A zeitgleich ausgetragen. Hier startet Nina Smeets vom RFV Limbach ihre Haflinger sowie Elke Mohr vom RFV Weselberg ihren Niederländer Wallach. Der Sonntag steht ab den
frühen Morgenstunden ganz im Zeichen der Gelände-Fahrprüfungen bis zum nachmittäglichen Höhepunkt, dem Kegelfahren und der Entscheidung in der Landesmeisterschaft.

Besondere Spannung bietet die Tatsache, dass in umgekehrter Reihenfolge gestartet wird: der/die Beste zuletzt. Von der Rasanz her ist dies die Lieblingsaufgabe vieler Zuschauer: Fällt der Ball auf den eng gestellten Hütchen oder bleibt er liegen? Nur wenige Zentimeter ist das Tor breiter als die Kutsche, so dass die Fahrer immer abwägen müssen, ob sie risikoreicher oder vorsichtiger durch die Hindernisse steuern. Besonders die anschließende Sieger- und Meisterehrung mit den schön heraus gebrachten Einspänner-Kutschen vor der Festhalle gibt ein unvergessliches Bild.