| 21:20 Uhr

Handball 3. Liga Süd
An Hälfte eins aus Saarlouis-Spiel anknüpfen

Mitten im Abstiegskampf befinden sich Wladislaw Kurotschkin (am Ball) und die VTZ Saarpfalz. In Haßloch sollen endlich wieder Punkte her.
Mitten im Abstiegskampf befinden sich Wladislaw Kurotschkin (am Ball) und die VTZ Saarpfalz. In Haßloch sollen endlich wieder Punkte her. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Nach der bitteren Niederlage in letzter Sekunde gegen die HG Saarlouis drängt Handball-Drittligist VTZ Saarpfalz bei der zuletzt formstarken TSG Haßloch auf den zweiten Saisonsieg. Von Jadran Pesic

Nach der bitteren Derbyniederlage gegen die HG Saarlouis wartet auf die Handballer der VTZ Saarpfalz bereits die nächste Derby-Herausforderung. Am Samstag um 19.30 Uhr treffen sie im Sportzentrum in Haßloch auf die TSG. Die Mannschaft von Haßlochs Trainer Tobias Job befindet sich im Aufwind und ist derzeit zwei Plätze vor den Zweibrückern auf dem zwölften Rang der Dritten Liga Süd.

Es war das erhoffte Derby. Emotional, umkämpft und spannend bis zur letzten Sekunde. Aus Sicht der VTZ muss man den Schlussakt gegen die HG Saarlouis als grausam bezeichnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte der Aufsteiger den Favoriten in der ersten Halbzeit phasenweise an die Wand gespielt. Als die Kräfte in der zweiten Hälfte nachließen, konnte Saarlouis zwar schnell ausgleichen, doch für mehr sollte es vorerst nicht reichen. Doch mit dem Schlusspfiff erzielte die HGS den umjubelten Siegtreffer und gewann mit ihrer einzigen Führung in der zweiten Hälfte die Partie.

VTZ-Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin, der sich nach seinem Mittelfußbruch gegen den TuS Fürstenfeldbruck zurückgemeldet hat und gegen seinen Ex-Verein, die HG Saarlouis, bereits über die volle Distanz ging, zeigte sich auch noch einige Tage nach der Niederlage zerknirscht. „Wir hätten den Sieg auf jeden Fall verdient gehabt. Zum Schluss haben wir aber einfach den Kopf etwas verloren und uns zu viele Fehler erlaubt“, bewertet er die Partie. Auch wenn er noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, hatte man bei Kurotschkin schon fast das Gefühl, wie in der Vorsaison. Er übernahm lautstark eine Führungsrolle in der Mannschaft und ging mit viel Einsatz voran. Was ihn aber stets auszeichnet ist vor allem auch seine Art, Sachen mal kritisch anzusprechen, wovon er bei sich selbst auch nicht Halt macht. „In der Abwehr habe ich zum Schluss ziemlich viele Fehler gemacht“, sagt Kurotschkin. Angesprochen auf seinen körperlichen Zustand erklärt er: „Ich glaube, dass man während und vor allem nach der Partie gesehen hat, dass ich richtig platt war. Ich denke, dass ich noch ein paar Spiele brauche, um auf dem Niveau von vor der Verletzung wieder zu sein.“



So kämpferisch die Leistung der Saarpfälzer auch war, war ihnen ein Punktgewinn nicht vergönnt. Ganz anders sahen dafür die Ergebnisse der TSG Haßloch zuletzt aus. Vor zwei Wochen stand die VTZ vor Haßloch auf einem Nichtabstiegsplatz. Diese Rollen haben die beiden Mannschaften mittlerweile getauscht. Die VTZ Saarpfalz verlor die beiden letzten Partien, während die TSG zwei eindrucksvolle Siege feiern konnte. Es scheint fast so, als sei die Mannschaft von Tobias Job aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, um jetzt mit ganz starken Handball das Feld von Hinten aufzurollen. Dem überraschenden Sieg bei Vorjahresmeister Salamander Kornwestheim folgte am vergangenen Wochenende gleich das nächste Ausrufezeichen – und was für eins. Mit 37:26 wurde der schwächelnde VfL Pfullingen aus der Halle geschossen.

Die TSG hat eine sowohl von der Leistung, als auch vom Alter her sehr ausgeglichene Mannschaft. Den einen Star sucht man vergeblich. Bester Torschütze im Team ist zurzeit Urgestein und Kapitän Kevin Seelos mit 44 Treffern nach elf Spielen. Die TSG kommt vor allem über die mannschaftliche Geschlossenheit und ihre sehr starke Defensive mit guten Torhütern dahinter. Der Tabellenzwölfte hat die derzeit fünftbeste Abwehr der Liga.

Nach drei Niederlagen in Folge sind die Zweibrücker mittlerweile bis auf den 14. Rang gerutscht. Alle drei Abstiegsplätze belegen derzeit die drei Aufsteiger. Die Zweibrücker, die bislang nur einen Sieg feiern konnten, müssen so langsam aber sicher wieder etwas Zählbares aus einer Partie mitnehmen, egal gegen welchen Gegner. Am besten schon am Samstag gegen die TSG Haßloch.