| 21:30 Uhr

Stadtduell
Der Kampf um die Zweibrücker Handballkrone

 SV64-Trainer Stefan Bullacher. Foto: Wittenmeier
SV64-Trainer Stefan Bullacher. Foto: Wittenmeier FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Am Sonntag kommt es in der Westpfalzhalle zum Stadtduell in der Handball-Oberliga zwischen der VTZ Saarpfalz und dem SV 64 Zweibrücken.

Am Sonntag um 18 Uhr ist Derbyzeit in der Westpfalzhalle. Vor dem Spiel in der Handball-Oberliga zwischen dem SV 64 Zweibrücken und der VTZ Saarpfalz sprach der Merkur mit den Trainern über den Saisonstart, die Stärken des Gegners und die Favoritenrolle im ewig jungen Stadtduell.

Herr Bullacher, mit fünf Siegen aus fünf Spielen hat die Runde für den SV 64 optimal begonnen. Hatten Sie sich so einen Start erträumt?

Ich habe gehofft, dass wir einen guten Start erwischen, aber die Voraussetzungen bei drei Auswärtsspielen in Folge waren nicht optimal. Siege in Saulheim und Mundenheim sind keine Selbstverständlichkeit. Das sind Glücksmomente, die man nicht jedes Jahr erfährt.



Trägt der Rückenwind die Mannschaft momentan?

: Bei dem knappen und auch glücklichen Sieg in Mundenheim am ersten Spieltag ist bei unserer jungen Mannschaft ein Knoten geplatzt. Die Ergebnisse in der Vorbereitung waren eher dürftig. Unsicherheit und Zweifel waren ständige Begleiter. Dieser Sieg hat alle befreit. Seitdem ballern die Jungs unbekümmert durch die Liga. Selbst beim Kicken im Training wird mit viel Freude alles rausgehauen.

Was zeichnet Ihre Mannschaft in diesem Jahr besonders aus?

Wir ernten das, was wir über Jahre gesät haben. Dreizehn Spieler des Kaders haben auch schon in der Jugend bei uns gespielt. Wir sprechen alle dieselbe Handball-Sprache, haben alle das gleiche Spielsystem verinnerlicht und haben ein großes Zugehörigkeitsgefühl zu den Menschen im Verein.

Die Stadtderbys waren stets heiß umkämpft. In den letzten beiden Ligabegegnungen der Saison 2017/18 zog der SV 64 den Kürzeren. Wird der Spieß nun umgedreht?

Das Team gewinnt, das es schafft, auch vor vollem Haus seine beste Leistung abzurufen. Ich will da im Vorfeld kein besonderes Ding draus machen. Wir bereiten uns vor, wie auf jeden anderen Gegner auch.

Wo sehen Sie die Stärken des Stadtrivalen?

Dado Grgic ist fachlich ein toller Trainer. Die Erfolge der letzten Jahre tragen seine Handschrift. Er hat die Mannschaft über drei Jahre entwickelt. Ihr Spiel ist durchdacht und facettenreich. Außerdem bringt das Team die Erfahrung aus der 3.Liga mit. Herausragender Spieler ist Tom Paetow. Seine Torgefährlichkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Liga.

Wie sehen Sie die Chancen, am Sonntag den sechsten Saisonsieg feiern zu können?

Für den folgenden Satz müsste ich bei einem Sportsender drei Euro ins Phrasenschwein zahlen, aber ein Derby hat halt wirklich seine eigenen Gesetze. Die Chancen stehen 50:50.

Was geben Sie nach dem starken Start als Ziel aus? Kann das nur Meisterschaft heißen?

Die Tabelle am fünften Spieltag ist genauso aussagekräftig wie die der Fußball-Bundesliga aktuell. Da steht Freiburg auf einem Champions-League-Platz und Dortmund ist nur Achter. Ich bleibe dabei, dass es in der Liga keinen Topfavoriten gibt.

Herr Grgic, der Saisonstart der VTZ Saarpfalz lief nicht ganz wie erhofft. Wo hakt es noch?

Wer sagt denn, dass der Saisonstart nicht wie erhofft verlaufen ist? Ich bin mit 7:3 Punkten sehr zufrieden. Wenn man bedenkt, wo wir gespielt haben und dass wir gleich vier Auswärtsspiele in Folge hatten, war das keine einfache Aufgabe für die neu zusammengestellte Mannschaft. Dass die Leistung nicht immer überragend war, ist klar. Aber ich hatte nicht erwartet, dass wir mit 10:0 Punkten starten. Der Kader ist klein, wenn jemand schlecht spielt, muss er trotzdem weiter machen. Wir haben keine Alternativen. 

Liegt in der guten Defensive, wie zuletzt beim Sieg in Diefflen (19:12), der Schlüssel zum Erfolg?

Wir müssen uns weder im Angriff noch in der Abwehr vor irgendjemandem in der Liga verstecken. Es geht darum, dass jeder seine Qualitäten einbringt. Klar, durch eine gute Defensive kann man einfache Tore erzielen. Das war an sich immer unsere Stärke.

Was zeichnet Ihre Mannschaft in diesem Jahr aus?

Im Moment zeichnet uns leider mangelnde Konstanz aus. Es ist ein schweres Jahr für uns, in dem wir kleinere Brötchen backen müssen.

 Nun steht am Sonntag das Stadtderby gegen den SV 64 Zweibrücken an. In der Vergangenheit hatte die VTZ die Nase vorn Wie kann es Ihrem Team gelingen, das zu wiederholen?

In den letzten Begegnungen ist es oft gut für uns ausgegangen. Aber da waren die Gegebenheiten andere. Das Blatt hat sich gewendet. Jetzt ist SV 64 der Favorit auf den Aufstieg. Für mich wäre es eine Überraschung, wenn die Mannschaft nicht ohne Verlustpunkt aufsteigt. Die haben so viele erfahrene Jungs und gute junge Spieler. Für uns ist es eine Herkulesaufgabe, wir sind der Underdog. Ich habe mich nie vor der Favoritenrolle versteckt. Aber auch wenn die ganze Liga meint, dass wir Meisterschaftskandidat sind, weil wir aus der 3. Liga abgestiegen sind, hat das mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

Wo sehen Sie die Stärken des SV 64?

Sie spielen immer ihr gleiches Spiel – gute 3:2:1-Abwehr mit solidem Torhüter und viel Tempo nach vorne. Mit Tim Schaller und Marc-Robin Eisel haben sie zwei junge, aber sehr abgezockte Spieler im Rückraum. Gefahr geht beim SV 64 von jeder Position aus. Ihre Spielzüge spielen sie schon seit zehn Jahren. Jeder weiß, welche Rolle er auf dem Feld einnehmen muss – weil fast alle Akteure dort ausgebildet wurden.

Wie sehen Sie die Chancen, am Sonntag den vierten Saisonsieg einfahren zu können?

Es ist natürlich alles möglich. Es ist Sport. Wenn wir einen überragenden Tag erwischen, können wir jeden schlagen – auch den SV 64. Ich hoffe aber vor allem, dass dieses Mal alle gesund bleiben (Anm. d. Red.: Im Stadtderby 2018 zog sich SV-Kreisläufer Kian Schwarzer einen Wadenbeinbruch zu). Auch wenn es Derbys sind – waren es dennoch immer faire Partien.

  Wer ist die Nummer eins in Zweibrücken? Stefan Bullachers (l.) SV 64? Oder Danijel Grgics VTZ? Antworten gibt es am Sonntag in der Westpfalzhalle.
Wer ist die Nummer eins in Zweibrücken? Stefan Bullachers (l.) SV 64? Oder Danijel Grgics VTZ? Antworten gibt es am Sonntag in der Westpfalzhalle. FOTO: maw / Martin Wittenmeier