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„Algerien sollten wir schaffen“

Zweibrücken. Ein erstes Fazit nach der Vorrunde ziehen und einen Ausblick auf den weiteren WM-Verlauf wagen Fußball-Trainer aus der Region. Kaum Probleme sehen die Befragten heute Abend im ersten K.o.-Spiel für die deutsche Nationalelf gegen Algerien. Danach käme es auch auf Tagesform und Glück an. Svenja Kissel

Vorrunde vorbei, jetzt geht's ums Ganze. Brasilien hat den Sprung ins Viertelfinale geschafft, heute Abend wollen die deutschen Nationalspieler mit einem Sieg gegen Algerien nachziehen. Das sollte kein Problem werden, da sind sich drei vom Merkur befragte Trainer aus der Region einig.

"Auf jeden Fall werden wir gegen Algerien noch gewinnen", ist sich Marco Emich, Trainer des Saarlandligisten FSV Jägersburg sicher. Aber insgesamt komme es ab dem Achtelfinale auf die Tagesform an. Emich: "Gegen Algerien sind wir Favorit, dann könnte uns allerdings - wenn alles normal läuft - Frankreich treffen." Dann würden Kleinigkeiten entscheiden. "Mittlerweile sind die Mannschaften so eng zusammen, Frankreich, Brasilien , Argentinien - da gehört eine ordentliche Portion Glück dazu." Leider habe es bei der WM schon die ein oder andere Fehlentscheidung eines Schiris gegeben, die den Spielausgang beeinflusst hat. "Da kommt einiges zusammen in den Finalrunden, das passen muss - grundsätzlich glaube ich aber, dass Deutschland weit kommen wird", ist Emich zuversichtlich. An einem Sieg der deutschen Elf zweifelt auch der neue Trainer des Verbandsligisten SG Rieschweiler, Björn Hüther, kein bisschen: "Algerien sollten wir auf alle Fälle schaffen." Dass so auch Jogis Jungs denken, und den Gegner zu leicht nehmen könnten, glaubt Emich nicht: "Ich denke, die Spieler sind so fokussiert, die kommen gar nicht auf den Gedanken, die zu unterschätzen. Die gehen mit dem nötigen Ernst an die Sache." Obwohl die Algerier sicher von der Euphorie des ersten WM-Achtelfinaleinzugs überhaupt getragen würden und sie es den Deutschen schwer machen wollen, "sind wir einfach die bessere Mannschaft". Auch SVN-Trainer Adis Herceg geht stark davon aus, dass die deutsche Elf gegen Algerien gewinnt. "Das ist keine Weltfußball-Nation." Allerdings zieht er ein eher verhaltenes Fazit der Vorrundenleistung von Jogis Jungs. "Die Spiele waren nicht so toll, vor allem nicht das gegen Ghana und die USA." Im Mittelfeld habe es noch Probleme gegeben und auch vorne sei es noch nicht zu 100 Prozent gelaufen. Herceg: "Allerdings sind wird Deutschen eine Turniermannschaft, es kann schon sein, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern." Eine erste Bewährungsprobe wäre für ihn das mögliche Viertelfinale gegen Frankreich. Hüther und Emich weisen aber darauf hin, dass sich auch viele andere Nationen schwer getan haben. Emich: "Ich habe viele Spiele gesehen, kein Team war durchgehend souverän oder hat so sehr überzeugt, dass man Angst haben müsste. Aber das Niveau ist gut und eng beieinander."

Es werde natürlich auch viel diskutiert über die Aufstellung der Nationalmannschaft. "Aber die Spieler und Trainer sind nun seit Wochen zusammen, da hat sich Löw sicher ein Bild gemacht", sagt der SGR-Trainer. Dennoch sehe er Lahm lieber hinten." Er sei effektiver nach vorne als Boateng. Über die Stürmerposition lasse sich streiten. "Natürlich habe auch ich da meine Meinung. Ich persönlich sehe Philipp Lahm auch lieber hinten rechts", erklärt Emich. Er würde Schweinsteiger neben Khedira im Mittelfeld aufstellen, "Boateng gefällt mir ehrlich gesagt nicht so - wir hätten die Möglichkeit, einen der weltbesten Rechtsaußen aufzustellen und bringen nur die Alternative". Dennoch glaubt der FSV-Coach, dass Deutschland weit kommt. "Wenns am Ende allerdings eng auf eng kommt, tippe ich auf Brasilien als Weltmeister." Hüther denkt, dass Deutschland auf alle Fälle ins Endspiel einzieht. Aber auch Brasilien - das im Halbfinale auf Deuschland treffen würde - gehöre zu den Favoriten.