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Motorsport
Spektakuläre Rennen und ein Dominator

Abräumer des Tages: Der Niederländer Theo Pijper sicherte sich beim Comeback des Zweibrücker Grasbahnrennens den ADAC-Silberhelm sowie die Silberne Rose der Stadt Zweibrücken.
Abräumer des Tages: Der Niederländer Theo Pijper sicherte sich beim Comeback des Zweibrücker Grasbahnrennens den ADAC-Silberhelm sowie die Silberne Rose der Stadt Zweibrücken. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. 2500 Zuschauer kamen zur 57. Auflage des Zweibrücker Grasbahnrennens. Ein paar mehr hätte sich der MSC erhofft. Von Norbert Schwarz

Das Motorendröhnen ist zurück auf der Zweibrücker Rennbahn. Nach dreijähriger Zwangspause fiel am Wochenende beim 57. Internationalen Grasbahnrennen wieder die schwarzweiß-karierte Zielflagge in spannenden 22 Rennen (wir berichteten). Bei drei Stürzen stockte den rund 2500 Rennsportfans bisweilen der Atem, doch alles verlief glimpflich.

Die große Helferschar vom MSC-Zweibrücken mit dem seit mehr als 30 Jahren an der Vereinsspitze stehenden Rudi Zeiter ist unterm Strich zufrieden gewesen, wenngleich der Besucherzuspruch nicht ganz so groß ausfiel wie erhofft. Dafür zeigten die Bahnspezialisten auf zwei und drei Rädern Grasbahnrennsport vom Feinsten. Ein „Newcomer“, nicht im Rennsport, sondern auf der Rennwiese in Zweibrücken, drückte dabei dem sportlichen Geschehen in einer ganz besonderen Art den Stempel auf. Der Niederländer Theo Pijper kam, sah und siegte. Dabei verblieben dem direkt aus dem südfranzösischen Morizes angereisten Sportler zwei Stunden Schlaf, um zu entspannen, verriet der „fliegende Holländer“ in sympathischem Holländisch-deutsch. In Frankreich wollte Pijper auf der Langbahn mit drei weiteren Kollegen Weltmeister werden. Doch das ging schief. Es reichte nur zum undankbaren vierten Platz, hinter dem deutschen Quartett. Dafür klappte es für Theo Pijper in der Rosenstadt wie am Schnürchen. Keiner ist bei den vier Rennläufen um den Silbernen Helm des ADAC schneller gewesen und MSC-Präsident Rudi Zeiter, der zugleich Präsident des pfälzischen ADAC ist, durfte dem in Schottland lebenden Holländer die begehrte Trophäe, den ADAC-Silberhelm, aufs Haupt setzen. Damit nicht genug. Noch mit der gewonnen Trophäe in der Hand studierte der 38-jährige Familienvater, dessen Lieblingsstrecke die Bahn im vorderpfälzischen Herxheim ist, den Startbereich vor der Bühne für das Schlussrennen des rundum gelungenen Renntages in Zweibrücken.

Zum Abschluss des Tages durften die Bahnspezialisten alle noch einmal ran, um die heiß begehrte Silberne Rose der Stadt Zweibrücken, beim 57. Grasbahnrenntag in neuem Design, zu ergattern. Und wieder hieß der Sieger Theo Pijper. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 109,59 km/h raste er über die Rennwiese. Sein ebenfalls von der Langbahnweltmeisterschaft angereister französischer Konkurrent Mathieu Tresarrieu kam mit deutlichem Rückstand (106,90 km/h) auf den zweiten Platz. Der Langbahnweltmeister des vergangenen Jahres und neuer Weltmeister mit der französischen Nationalmannschaft hatte nur in der ersten Rennrunde dem „fliegenden Holländer“ die Stirn bieten können. Dritter wurde zum Abschluss der Engländer Andrew Appleton. Einen ausgezeichneten vierten Platz sicherte sich der aus dem badischen Weingarten kommende Marcel Dachs.



Gut lief es zudem für den Zweibrücker „Schmiermaxe“ Hermann Bacher im Gespann des Tettnangers Imanuel Schramm. Das üblicherweise in der internationalen Klasse startende Paar sammelte in den vier nationalen Rennläufen eifrig Punkte und stand am Schluss mit insgesamt elf Zählern ganz oben auf dem Siegerpodest. Für Hermann Bacher, der seit einem Jahrzehnt in der Rosenstadt mit Familie beheimatet ist, ein Freudentag. Pech dagegen hatte der aus Dellfeld kommende „Renn-Oldie“ Ralf Drönner. Den ledernen Rennoverall hat der Schwarzbachtaler von der dortigen Ziegelhütte schon längere Zeit der Ehefrau zuliebe abgelegt. Doch als vergangene Woche Jan Kempa aus Obernkirchen anrief und um Hilfe bettelte, weil ihm für den Start in Zweibrücken der Mitfahrer im Seitenwagen ausgefallen war, gab es nur ein kurzes Familiengespräch und auf Anhieb klappte es für das Gespannpaar. Im Rennen vier siegten sie, belegten später Rang drei und lagen auch in Rennen 19 glänzend an der Spitze. Doch dann war der Tankdeckel fort und Kempa/Dörner mussten aufgeben.