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In Außenseiterrolle
VTZ darf sich keine Schwächephase leisten

Nach seiner Oberschenkelzerrung ist der Einsatz von VTZ-Kapitän Philip Wiese am Sonntag fraglich.
Nach seiner Oberschenkelzerrung ist der Einsatz von VTZ-Kapitän Philip Wiese am Sonntag fraglich. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken . 3. Handball-Liga Süd: Sonst wird es schwer für die Zweibrücker, Punkte von den Jung-Galliern aus Balingen mitzunehmen. Von Jadran Pesic

Für die VT Zweibrücken-Saarpfalz steht am Wochenende das zweite Auswärtsspiel in Folge auf dem Programm. Am Sonntag um 17 Uhr treffen sie in der Sparkassen Arena in Balingen auf den derzeitigen Tabellenvierten, die HBW Balingen-Weilstetten II. Auch wenn die Rollenverteilung recht klar ist, wollen sich die Zweibrücker keineswegs verstecken.

„Für mich sind die Balinger klarer Favorit, aber ich sehe uns auch nicht chancenlos“, sagte VTZ-Kapitän Philip Wiese. Ob Wiese selbst seinem Trainer für die schwere Aufgabe zur Verfügung steht, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Wiese hatte sich beim starken Auftritt der Saarpfälzer in Oppenweiler früh in der Partie eine Zerrung zugezogen. Obwohl er sich weiterhin voll reinhing, war die Partie für den Zweibrücker recht schnell vorbei, als er bei einer unglücklichen Abwehraktion glatt Rot von den Unparteiischen bekam. Seine Jungs wussten aber den Ausfall zu kompensieren und boten bis auf wenige Minuten eine sehr couragierte und konzentrierte Vorstellung. Kurz vor Schluss hatten die Zweibrücker bei 30:29-Führung und Siebenmeter die Chance, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen, doch die Nerven versagten und der HC Oppenweiler konnte nochmal ausgleichen. Mit diesem Punktgewinn kletterten die Rosenstädter auf den zwölften Tabellenplatz und sind damit aktuell bester Aufsteiger.

Auch die HBW ist derzeit in einer Statistik das Maß aller Dinge. Mit insgesamt 285 Toren stellen sie die torhungrigste Mannschaft der 3. Liga Süd. Bei fast 32 Treffern pro Spiel ist die Stärke der Jung-Gallier schnell ausgemacht. Nach Ballgewinnen geht es blitzschnell nach vorne. Genau das müsste die VTZ mit ruhigem und konzentriertem Spielaufbau im Keim ersticken. Unvorbereitete und überhastet vorgeführte Angriffe werden am Sonntag postwendend bestraft. Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger, wird das Rückzugsverhalten des Aufsteigers sein.



Den Vorjahresfünften haben vor der Saison acht Spieler verlassen, während es sieben Neue zu integrieren galt. Auch wenn dabei teilweise sehr interessante Leute aus erster und zweiter Liga den Weg ins Team von Trainer Andre Doster gefunden haben, galt es dennoch, erst einmal eine funktionierende Einheit daraus zu formen – was nach jetzigem Stand auch gelang. Zurzeit liegt die HBW-Zweite nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter TSB Heilbronn-Horkheim. Damit konnte sie sich schon früh in der Saison in der Spitzengruppe der starken Drittligastaffel etablieren.

Für die Zweibrücker kann das Ziel nur lauten, an die Vorstellung der vergangenen Woche anzuknüpfen und die Partie gegen das Perspektivteam der HBW möglichst lange offen zu halten. Sollten sie sich aber schon früh eine Schwächephase erlauben, wird gegen die Doster-Sieben wohl nichts zu holen sein. „Wir sind der Favorit und nehmen die Rolle an“, wird der Balinger Coach selbstbewusst auf der vereinseigenen Homepage der HBW II zitiert.