| 20:01 Uhr

Handball 3. Liga Süd
„Die Hinrunde ist ein bisschen enttäuschend“

  Ein paar Punkte mehr hätte sich VTZ-Trainer Danijel Grgic zur Pause gewünscht. Noch ist der Ligaverbleib aber drin.
Ein paar Punkte mehr hätte sich VTZ-Trainer Danijel Grgic zur Pause gewünscht. Noch ist der Ligaverbleib aber drin. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Die Handballer der VT Zweibrücken kämpfen in der 3. Liga Süd um den Klassenverbleib. Nach der Pause wird bereits Ende Januar eine entscheidende Phase für das Team von Danijel Ggric eingeleitet. Von Jadran Pesic

Ein bewegtes Jahr liegt hinter den Handballern der VT Zweibrücken-Saarpfalz. In der zweiten Saison der Ära Grgic hatten die Zweibrücker bereits früh die Chance, den großen Wurf zu landen. Sie dominierten die RPS-Oberliga und feierten nach einer rekordverdächtigen Saison im Mai die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga. In der neuen Klasse wurde der steile Aufstieg der VTZ zunächst etwas abgebremst. Dennoch haben die Zweibrücker in den bislang 17 von 30 Spieltagen gezeigt, dass der Klassenerhalt keineswegs utopisch ist.

Allerdings belegt die VTZ derzeit den vorletzten Rang, punktgleich mit dem TV Willstätt und dem TSV Neuhausen/Filder. Nur eines dieser drei Teams wird am Ende voraussichtlich den Klassenverbleib feiern können. Vor der Saison wurden der Grgic-Truppe nur minimale Chancen darauf ausgerechnet. Trotz einiger guter Auftritte überwiegt zur Winterpause die Enttäuschung. Die Zweibrücker haben sich nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser in der vermeintlich stärksten Staffel der 3. Liga zurechtgefunden. So konnten sie mitunter Spitzenteams wie die TGS Pforzheim oder den TSB Heilbronn-Horkheim überraschen und unerwartete Punkte einfahren. Dennoch hat es bislang nur für zwei Siege und vier Unentschieden gereicht. Dabei hätten es durchaus ein paar mehr als die zurzeit acht erreichten Punkte sein können. Dementsprechend zeigt sich der Vater des Erfolgs, Coach Danijel Grgic, enttäuscht mit dem bisherigen abschneiden. „Wenn man sieht, wie die Hinrunde verlaufen ist, ist es schade. Wir könnten auch schon 14 Punkte haben. Leider konnten wir uns kein Polster auf die Abstiegsränge erarbeiten, auch wenn wir oft gute Leistungen gezeigt haben.“ Allerdings habe der ehemalige kroatische Nationalspieler auch einiges gesehen, was ihm missfällt. „Ich habe erwartet, dass die Jungs mit mehr Herz und Leidenschaft an die Sache herangehen. Zu oft waren wir nicht in der Lage, 100 Prozent zu bringen und uns durchgehend konstant zu opfern und so auch mehr Punkte zu bekommen.“

Die letzten Partien der Saison entscheiden zumeist über Wohl und Elend einer ganzen Runde. Bei der VTZ wird diese Crunchtime im ersten Schritt allerdings bereits Ende Januar eingeleitet. Nacheinander treten sie gegen die direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib an. „Nach den ersten drei Partien des Jahres wissen wir, wo die Reise hingeht“, sagt Grgic. Natürlich sei jedem bewusst, dass selbst bei einer Maximalausbeute von sechs Punkten keineswegs schon alles in trockenen Tüchern ist. Doch umgekehrt wären drei Niederlagen der wahrscheinliche K.o. für die Saarpfälzer. „Jede Mannschaft wird sich gerade auf die ersten Partien intensiv vorbereiten, denn nicht nur für uns sind die ersten Spiele richtungsweisend. Es wird sich zeigen, wer die kurze Vorbereitung besser genutzt hat und vor allem, welche Mannschaften gefestigt sind“, betont der VTZ-Coach. „Ich denke, da haben uns die anderen Teams etwas voraus. Ich bin gespannt und hoffe, dass wir unbeschadet durch die Vorbereitung kommen.“



In den insgesamt drei Wochen, die Grgic mit seiner Mannschaft zur Verfügung stehen, gilt es an vielen kleinen Stellschrauben zu drehen. In der Minivorbereitung möchte er neben dem physischen Aspekt vor allem am eigenen Handball etwas feilen und sich auf die erste Partie des neuen Jahres beim TSV Neuhausen/Filder am 27. Januar einstellen. So überlegt und ausgereift die Vorhaben des Zweibrücker Trainerteams, dass neben Grgic noch mit Kai Schumann und Marek Galla über zwei ehemalige Leistungsträger der Regionalligamannschaft verfügt, auch sind, so schwierig sei es für die Rosenstädter, mit den Möglichkeiten der Konkurrenz mitzuhalten. „Man hat in der Hinrunde gesehen, dass unsere drei Trainingseinheiten pro Woche nicht ausreichen. Es ist aber schwer, an Hallenzeiten zu kommen beziehungsweise in andere Hallen auszuweichen“, bemängelt Grgic die Situation, liefert aber zeitgleich die passende Alternative: „Wir werden das Fitnessstudio nutzen und bei knackigem Wetter eben dann auch in der Allee unsere Runden drehen.“

In seiner dritten Saison bei der Vereinigten Turnerschaft dürfte Grgic die eine oder andere Widrigkeit ohnehin nicht mehr überraschen, sondern viel mehr anspornen. So hat er seinen Vertrag bereits früh vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert (wir berichteten). „Mir gefallen einfach der Verein, sein Umfeld und die Vereinsführung an sich. Ich habe zu Beginn schon gesagt, dass das ein Projekt ist, das entwickelt werden will“, erklärt der Coach, dessen Ziel es sei, die VTZ in der 3. Liga zu etablieren. „Es ist natürlich klar, dass das nicht so einfach und schon gar nicht von heute auf morgen zu realisieren ist. Es wird immer wieder Veränderungen geben, gerade im Kader. Bis jetzt ist es aber eine erfolgreiche Zeit gewesen und mein Wunsch ist es, eine Mannschaft aufzubauen, die zwei oder drei Jahre so zusammen bleibt und sich entwickelt. Das ist unabhängig von der Liga“, erklärt Grgic seine Gründe für die Vertragsverlängerung.

Mit dem Projekt Klassenverbleib geht es für die Zweibrücker am 27. Januar, 17 Uhr mit der Auswärtspartie beim TSV Neuhausen/Filder weiter. Im Hinspiel gaben die Zweibrücker mit der letzten Aktion den ersten Saisonsieg aus der Hand. Diesmal sollen beide Punkte eingeheimst werden.