| 21:40 Uhr

Verdiente Niederlage
VT Zweibrücken bricht komplett ein

Zu überhastet, zu unüberlegt agierten die Drittligahandballer der VT Zweibrückern, hier Tomas Kraucevicius (rechts), im Auswärtsspiel bei der HBW Balingen-Weilstetten II. So blieben die Punkte beim Gastgeber.
Zu überhastet, zu unüberlegt agierten die Drittligahandballer der VT Zweibrückern, hier Tomas Kraucevicius (rechts), im Auswärtsspiel bei der HBW Balingen-Weilstetten II. So blieben die Punkte beim Gastgeber. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Balingen. 3. Handball-Liga Süd: Der Aufsteiger kassiert eine derbe 17:29-Pleite bei HBW Balingen-Weilstetten II. Von Jadran Pesic

Einen Rückfall in alte Zeiten hat Danijel Grgic, Trainer der VT Zweibrücken, am Sonntagabend beklagt. Bei der HBW Balingen-Weil­stetten II hatte seine Mannschaft gerade eine bittere 17:29 (8:13)-Auswärtsniederlage kassiert. Nur bis zur 24. Minute konnten seine Schützlinge die Partie in der Sparkassen-Arena offen halten, ehe sie komplett auseinander fielen.

„Diese Niederlage ist auch in der Höhe verdient. Es ist schade, dass wir uns selbst im Weg gestanden haben“, kritisierte Grgic vor allem die zweite Halbzeit. Seine Mannschaft habe schlicht und ergreifend zu wenig Geduld an den Tag gelegt. Immer wieder wurde zu schnell abgeschlossen, auch wenn die Situation zum Wurf nicht da war. Etwas untypisch für Grgic, bekamen aber auch die beiden Unparteiischen Ernst und Friedhoff noch ihr Fett weg. „Ich habe, glaube ich, noch nie eine so schlechte Schiedsrichterleistung gesehen wie heute. Die beiden haben auf beiden Seiten gar nichts gesehen“, ärgerte sich der VTZ-Coach.

Zu Beginn der Partie und über weite Teile der ersten Hälfte hatte es aus Sicht der Saarpfälzer noch sehr ordentlich ausgesehen. Die Abwehr stand bombenfest und die Gastgeber fanden gerade in der Anfangsphase nicht wirklich zu ihrem Spiel. Nach Treffern von Martin Mokris, Rade Radjenovic und Tomas Kraucevicius führte der Aufsteiger nach knapp neun Minuten sogar mit 3:0. Die Hausherren konnten die gute VTZ-Deckung erstmals in der zwölften Minute überwinden, als Julian Thomann auf 1:3 verkürzte. Nach einer Viertelstunde hatte der Favorit aus Balingen die Partie gedreht und führte mit 4:3. Die Zweibrücker blieben aber dran und konnten nach einem Treffer von Kapitän Philip Wiese mit 8:7 (23.) vorbeiziehen. Dann aber folgte der Einbruch. Der VTZ gelang, gerade im Angriff, so gut wie gar nichts mehr. Bis zum Halbzeitpfiff drehten die Gastgeber die Partie und gingen mit einem beruhigenden 13:8 in die Pause.



Auch in der zweiten Hälfte sollte sich das Bild nicht mehr ändern. Das Perspektivteam der HBW erhöhte auf 16:8 und hatte halbzeitübergreifend zehn Minuten lang keinen Gegentreffer hinnehmen müssen – und gleichzeitig selbst neun Tore erzielen. Rade Radjenovic durchbrach für die Gäste die torlosen Minuten und verkürzte auf 9:16 (33.). Dieser Treffer blieb aber nur ein kurzes Strohfeuer, denn das Spitzenteam der HBW II blieb am Drücker und baute bis zur 40. Minute den Vorsprung vorentscheidend auf 20:9 aus. Die Zweibrücker versuchten noch einmal, heranzukommen, doch sie blieben in ihrem Spiel- und Wurfverhalten wenig glücklich. Die Mannschaft von HBW-Trainer Andre Doster hatte keine Probleme mit dem Aufsteiger, der in der zweiten Halbzeit auch immer wieder in Unterzahl agieren musste. Am Ende freuten sich die Hausherren über einen ungefährdeten und verdienten 29:17-Heimerfolg.

Durch diesen Sieg kletterten die Jung-Gallier auf den dritten Platz der Südstaffel, bleiben an Spitzenreiter TSB Horkheim und Meisterschaftsfavorit HSG Konstanz dran. Die Zweibrücker halten sich nach dieser Niederlage weiterhin über dem Strich und belegen den ersten Nichtabstiegsplatz. Kommende Woche empfängt die Grgic-Truppe den TuS Fürstenfeldbruck, der sich trotz Verletzungsproblematik in der Spitzengruppe der Liga festgebissen hat und bislang eine ganz starke Runde spielt. Da müssen die VTZler wieder ein anderes Gesicht zeigen, um die Punkte zu behalten.