| 23:10 Uhr

3. Handball-Liga Süd
Grgic wird trotz Niederlage gefeiert

Ein starkes Derby boten die VT Zweibrücken und die HG Saarlouis den rund 1000 Fans. Mit bitterem Ende für die VTZ um Philip Wiese (Mitte).
Ein starkes Derby boten die VT Zweibrücken und die HG Saarlouis den rund 1000 Fans. Mit bitterem Ende für die VTZ um Philip Wiese (Mitte). FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. 3. Handball-Liga Süd: Nur drei Sekunden fehlen der VT Zweibrücken zum Punkt gegen die HG Saarlouis. Von Jadran Pesic

Sie hatten den großen Favoriten am Rande einer Niederlage. Ein Handballspiel dauert allerdings 60 Minuten, und so musste sich die VT Zweibrücken-Saarpfalz im großen Drittliga-Derby der HG Saarlouis durch den 27:26-Siegtreffer von Josip Grbavac Sekunden vor Schluss geschlagen geben.

Es war das erhofft spannende Derby der beiden besten Mannschaften des saarländischen Handballverbands. „Beide haben hart gespielt, aber meiner Meinung nach hielt sich das alles im Rahmen. Es waren keine unfairen Aktionen oder versteckten Fouls dabei“, sagte VTZ-Mannschaftskapitän Philip Wiese. Der Aufsteiger zeigte in der ersten Halbzeit seine bis dahin beste Saisonleistung. Die zweiten 30 Minuten gehörten dann dem Zweitliga-Absteiger aus Saarlouis, der lediglich ein einziges Mal in der zweiten Hälfte in Führung ging. Und das mit dem Schlusspfiff.

Beide Trainer waren sich einig, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre. Der frühere HGSler und heutige VTZ-Coach Danijel Grgic, der nach der Partie wie in alten Zeiten von den HG-Fans gefeiert wurde, zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Jungs. „Wir haben alles versucht und uns super gewehrt. Die erste Halbzeit war überragend. Das waren die alten VTZ-Tugenden wie Kampf, Leidenschaft und Feuer.“



Zunächst aber übernahmen die Gäste in der Westpfalzhalle das Kommando. Bis zu zehnten Minuten hielten sie eine Zwei-Tore-Führung. Dann wendete sich das Blatt. Die VTZ wurde von Minute zu Minute stärker. Dem zwischenzeitlichen 6:6 (11.) durch Rechtsaußen Dusan Maric folgte das 7:6 (14.) durch Wladislaw Kurotschkin. Doch nur Sekunden später bekam Tomas Kraucevicius glatt Rot, nachdem er unglücklich Ivan Kucharik erwischt hatte. „Die Karte tat weh. Ich glaube nicht, dass es Absicht war“, kommentierte Grgic die Entscheidung. Laurynas Petrusis rückte ins Team – er musste fortan die ganze Last alleine schultern. Nach der ersten Grgic-Auszeit (15.) waren die Zweibrücker bis zur Pause der HGS in nahezu allen Belangen überlegen. Die Abwehr stand bombensicher und auch Yannic Klöckner zeigte starke Paraden. Insgesamt zehn Würfe entschärfte er alleine im ersten Durchgang. Fast zwölf Minuten lang blieb die VTZ ohne Gegentreffer, zog auf 12:7 (26.) davon. Zur Halbzeit stand eine überraschende 15:10-Führung.

Wer die bisherigen Spiele der HG verfolgt hat, wusste aber, dass das noch kein beruhigender Vorsprung war. Während die VTZ weiter mit viel Ruhe versuchte, ihre Angriffe aufzubauen, brachten die Gäste jetzt mehr Tempo in die Partie. „Wir wussten, dass dem Zweibrücker Innenblock irgendwann die Kraft ausgehen muss“, erklärte HGS-Coach Philipp Kessler. Nicht nur die Tempoverschärfung setzte den Hausherren zu, sondern vor allem die Einwechslung von Patrick Schulz ins HGS-Gehäuse. Bis zum 21:18 (48.) behielt die VTZ die Partie noch im Griff, jedoch merkte man den Jungs an, dass die Kräfte zusehends nachließen. In der 50. Minute war es dann passiert. Philipp Leist erzielte den verdienten Ausgleich zum 21:21. Die Zuschauer hielt es kaum noch auf den Plätzen. Beide Teams kämpften verbissen um jeden Ball. Das Spiel war sicher kein handballerischer Leckerbissen, aber es blieb mitreißend. Die VTZ, der man das Fehlen von Kraucevicius anmerkte, konnte dem Druck der Gäste aber Stand halten und ging immer wieder in Front. Doch die HSG hatte stets die richtige Antwort parat. Knapp eine Minute vor Schluss (26:26) nahm Grgic seine letzte Auszeit. VTZ-Rückraumspieler Tom Paetow, der letzte Saison noch für Saarlouis in der 2. Liga auflief, nahm den Wurf, der aber von Schulz entschärft wurde. Es kam noch bitterer. Drei Sekunden vor dem Ende gab es Freiwurf für die Gäste. Josip Grbavac positionierte sich hinter seinem Block, stieg hoch und traf ins Schwarze.