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Großes Jubiläum
100 Jahre bewegte Sportgeschichte in Einöd

 Statt auf roter Asche wird bei der Spielvereinigung Einöd seit 2004 auf einem Kunstrasenplatz Fußball gespielt. Im Juli wird hier auch die Homburger Fußballstadtmeisterschaft ausgetragen.
Statt auf roter Asche wird bei der Spielvereinigung Einöd seit 2004 auf einem Kunstrasenplatz Fußball gespielt. Im Juli wird hier auch die Homburger Fußballstadtmeisterschaft ausgetragen. FOTO: Markus Hagen
Einöd. Die Spielvereinigung Einöd-Ingweiler feiert am Samstag ihr großes Jubiläum. Der Verein ist stolz auf seine Historie – und auch auf seine starke Jugendarbeit. Von Markus Hagen

Auf eine stolze – und auf eine lange Geschichte kann die Spielvereinigung Einöd-Ingweiler zurückblicken. Am kommenden Samstag ab 19 Uhr feiert der Club im großen Festzelt auf dem Vereinsgelände seinen 100. Geburtstag mit einem großen Festakt.

Der Vorsitzende Wolfgang Brünnler wird mit seinen Vorstandskollegen an diesem Abend viele Freunde und Gönner aus den zurückliegenden Jahren begrüßen. Langjährige Mitglieder mit Vereinszugehörigkeit ab 60 Jahren werden ausgezeichnet. „Selbstverständlich steht auch die 100-jährige Geschichte unseres Vereins im Blickpunkt“, sagt Brünnler. Über die Historie wird er die geladenen Gäste in einem Vortrag informieren.

Die Vereinsgründung geht auf das Jahr 1919 zurück, als am 15. September der Fußballverein „Schwalbe“ Einöd in der örtlichen Bahnhofswirtschaft von 23 jungen Männern ins Leben gerufen wurde. Viele Jahre später sollte das „Schwalbe“ Vergangenheit sein – der Verein wurde in Spielvereinigung Einöd-Ingweiler umbenannt.



Hermann Ehrmanntraut leitete zunächst als Vorsitzender des neuen Fußballvereins dessen Geschicke. Sein Sohn Horst sollte übrigens später als Profi (FC Homburg, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC Berlin) und erfolgreicher Trainer (Frankfurt, Hannover 96, 1. FC Saarbrücken) in der ersten und zweiten Bundesliga weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt werden.

1921 wurde der erste Sportplatz auf dem Wiesengelände „Am Bruchberg“ eingeweiht. 1925 wurde die erste Meisterschaft gefeiert. Schwalbe Einöd stieg in die B-Klasse auf. Inzwischen spielten beim Verein zwei aktive Mannschaften, zwei Jugendteams und eine Altherrenmannschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es 1926 nach der Auflösung des FV Schwalbe für die Fußballer zunächs im Turnverein Einöd weiter.

Am 19. April 1930 fand die erneute Gründung im Gasthaus „Zum Alten Bahnhof“ statt. Die vereinslosen Fußballer hatten nun wieder einen Verein, der nun als „Spielvereinigung Einöd-Ingweiler“ am Spielbetrieb teilnahm. 1937 war die erste Herrenmannschaft nach mehreren Auf- und Abstiegen in der A-Klasse gelandet. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Club nach der durch die Nationalsozialisten angeordneten Gleichschaltung der Sportvereine vorübergehend in VfL Einöd umbenannt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam es am 20. März 1946 zur Wiederaufnahme des Fußballbetriebs unter dem alten Vereinsnamen. Drei Jahre später wurde der Ausbau des Sportplatzes fortgesetzt. Doch durch die Lage unmittelbar am Bruchberg, der heute unter der Autobahn liegt, kam es immer wieder zu großen Problemen. Oft wurde der Platz vom Hochwasser überflutet.

In den 50er-Jahren waren auch Turner und Faustballer in der Spielvereinigung aktiv. Die Faustballer waren durchaus erfolgreich und sorgten für Erfolge auf Kreisebene.

Der 19. Juni 1960 ging in die Vereinsgeschichte ein. Der Umzug auf das heutige Sportgelände an der Karl-Leibrock-Straße war mit der Einweihung des neuen Hartplatzes vollzogen. Drei Jahre später war das neue Sportheim fertig gestellt. 1964 wurde Volleyball ins Sportangebot des Vereins aufgenommen. Der sportliche Höhepunkt dieser Abteilung ging auf das Jahr 1969 mit der Vizemeisterschaft bei den Südwestdeutschen Meisterschaften und der Teilnahme an der deutschen Meisterschaft zurück.

1986 stieg die erste Fußball-Mannschaft bis in die Landesliga auf. Doch der Abstieg folgte nur ein Jahr später. Der nächste Meilenstein in der Vereinsgeschichte geht auf das Jahr 2004 zurück. Statt auf der roten Erde des Hartplatzes konnte fortan auf dem satten Grün eines Kunstrasens gespielt werden. Im Mai 2018 stieg die Spielvereinigung Einöd-Ingweiler nach einem 3:0-Sieg im Entscheidungsspiel gegen Nohfelden in Illingen in die Verbandsliga Nord-Ost auf. Doch erst vor wenigen Wochen musste die Mannschaft den Abstieg in die Landesliga Ost hinnehmen. Jubeln durfte dagegen die zweite Mannschaft. Sie wurde in der Saison 2018/19 Meister in der Kreisliga A Saarpfalz und spielt in der kommenden Runde in der Bezirksliga Homburg.

Heute präsentiert sich der Verein auf einer schmucken Sportanlage. Der Kunstrasenplatz und das Vereinsheim sowie ein Verkaufspavillon gehören dem Club, bei dem die Zahl der Mitglieder inzwischen auf 650 angewachsen ist. Brünnler berichtet: „In den letzten Jahren ist die Zahl um gut 50 angestiegen“. Der Grund sei unter anderem, dass man sich in der Jugendarbeit viel Mühe gebe. zum Beispiel durch Werbeaktionen in der Schule und den Kindergärten des Ortes. Besonders in den Jugendklassen G-, F-, E- und D-Jugend habe man viele neue Fußballer aufgenommen. 145 Nachwuchsspieler jagen dem runden Leder zur Zeit beim Jubiläumsverein nach. Neben den beiden Aktiven-Männermannschaften gibt es auch eine Mädchen sowie eine Frauenmannschaft, die in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Ixheim spielt.

Im Rahmen des Jubiläums am 13. Juli findet auf dem Kunstrasenplatz der Spielvereinigung auch ein großes Sportprogramm statt. So wird die erste Mannschaft am 14. Juli um 18 Uhr gegen den Regionalligisten FC Homburg antreten. Zudem ist die Spielvereinigung vom 17. bis 21. Juli Gastgeber der diesjährigen Homburger Fußballstadtmeisterschaft.