| 21:24 Uhr

Löws Neustart-Notfall

Berlin. Das Machtwort in Sachen Kapitän ist verschoben - erst einmal muss Joachim Löw (Foto: dpa) eine Notlösung für den ungeliebten Saisonauftakt in Dänemark zusammenbasteln. Nur ein Mini-Aufgebot von 17 Spielern wird der Bundestrainer an diesem Montag in Frankfurt begrüßen, lediglich sieben Akteure waren beim erfolgreichen Südafrika-Trip des WM-Dritten dabei

Berlin. Das Machtwort in Sachen Kapitän ist verschoben - erst einmal muss Joachim Löw (Foto: dpa) eine Notlösung für den ungeliebten Saisonauftakt in Dänemark zusammenbasteln. Nur ein Mini-Aufgebot von 17 Spielern wird der Bundestrainer an diesem Montag in Frankfurt begrüßen, lediglich sieben Akteure waren beim erfolgreichen Südafrika-Trip des WM-Dritten dabei. In Manuel Neuer und Jérome Boateng werden am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) in Kopenhagen beim Neustart gerade mal zwei WM-Stammkräfte auflaufen. Die Stars um WM-Kapitän Philipp Lahm bleiben bei ihren Vereinen, die den frühen Länderspiel-Termin heftig kritisiert hatten. "Capitano" Michael Ballack kämpft bei Bayer Leverkusen um seine endgültige Gesundung und seine immer mehr bröckelnde Ausnahmestellung. Dennoch will die sportliche Leitung der DFB-Auswahl, die die brisante Kapitäns-Frage erst vor der EM-Qualifikation im September beantworten wird, von einer bunt oder gar wild zusammengewürfelten deutschen Fußball-Nationalmannschaft nichts wissen. Es seien "ausnahmslos" Spieler nominiert worden, "die wir vor der WM immer beobachtet haben und die sich mit guten Leistungen für weitere Einladungen empfehlen können", betonte Löw. Nur zwei Trainingseinheiten hat Löw, um aus den nach der Absage des Hamburgers Piotr Trochowski nur noch sieben WM-Kräften, acht Rückkehrern sowie den beiden Neulingen Sascha Riether (Wolfsburg) und Marco Reus (Mönchengladbach) ein halbwegs funktionierendes Ensemble zu kreieren. Auch wer beim ersten Spiel nach Löws Vertragsverlängerung die Kapitänsbinde tragen wird, bleibt vorerst offen. Denn nicht nur Ballack und Lahm, die sich beide als geeignete Spielerchefs sehen, fehlen beim Kaltstart. Auch der komplette Mannschaftsrat mit Vize-Kapitän Schweinsteiger, Friedrich, Klose und Mertesacker pausiert gegen WM-Teilnehmer Dänemark, der ebenfalls einige Stars schont. Richtig spannend aber wird die Kapitänsfrage erst vor dem EM-Qualifikations-Auftakt Anfang September in Belgien und gegen Aserbaidschan. Dann muss Löw bei der jetzt verschobenen Entscheidung ein Machtwort sprechen: Ballack oder Lahm. Der Münchner Lahm hatte sich noch während der WM in Stellung gebracht. "Warum soll ich dann das Kapitänsamt wieder freiwillig zur Verfügung stellen?", hatte der Bayern-Profi gesagt. Da gebe es nicht viel hinzufügen, meinte Lahm am Sonntag. "Die Entscheidung trifft ganz alleine der Bundestrainer." Ballack legte nach: "Im Prinzip ist ja nichts passiert. Ein Spieler hat geäußert, dass er gern Kapitän sein möchte." Da er nichts anderes gehört habe, gehe er davon aus, die Mannschaft als Anführer zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine zu führen, übermittelte der 33-Jährige seine Botschaft. Löw blieb zu dem Thema bisher in Deckung. "Wichtig ist zu sehen, dass er die nächsten Wochen den Rhythmus aufnimmt, die Verletzung auskuriert und dann auch spielt", hatte der Bundestrainer zu Ballack gesagt. dpa