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Meister gegen Pokalsieger
Löwen mit Wut im Bauch gegen Meister Flensburg

In der vergangenen Saison wurde die SG Flensburg-Handewitt zum zweiten Mal nach 2004 deutscher Meister. In der anstehenden Spielzeit gilt die SG im Titelkampf aber als Außenseiter. Heute steigt die Generalprobe im Supercup.
In der vergangenen Saison wurde die SG Flensburg-Handewitt zum zweiten Mal nach 2004 deutscher Meister. In der anstehenden Spielzeit gilt die SG im Titelkampf aber als Außenseiter. Heute steigt die Generalprobe im Supercup. FOTO: dpa / Axel Heimken
Düsseldorf. Meister Flensburg gegen Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen: Bei der Bundesliga-Ouvertüre – dem Supercup – geht es heute in einem Prestigeduell um den ersten Titel der Saison.

Neue Rolle, altes Ziel: Die Rhein-Neckar Löwen streben bei der Bundesliga-Ouvertüre Supercup mit Revanchegelüsten nach dem historischen Titel-Hattrick. „Wir kommen mit Wut im Bauch nach der verpassten Meisterschaft“, sagte Löwen-Spielmacher Andy Schmid vor dem heutigen Showdown zwischen dem Pokalsieger und Meister SG-Flensburg-Handewitt (19.30 Uhr/Sky Sport News HD) in Düsseldorf.

Bevor die Handball-Bundesliga morgen in ihre 53. Saison startet, könnte das Prestigeduell im ISS Dome schon ein kleiner Fingerzeig sein. „Es geht um einen Titel, die Mannschaften werden sich nichts schenken“, sagte Schmid bei Sky Sport News HD und erklärte, dass „die beiden besten Mannschaften der letzten drei Jahre aufeinandertreffen“.

Der Schweizer Nationalspieler betonte zwar, dass man noch nicht alle Karten für die Meisterschaft offenlegen wolle, doch der ehemalige Weltmeistercoach Heiner Brand ist davon überzeugt, dass „die Löwen zeigen wollen, dass sie die bessere Mannschaft sind“. Dreimal in Folge hat den Supercup seit der Einführung 1994 zudem noch kein Team gewonnen.



Während sich die Mannheimer, die im Frühjahr erstmals den DHB-Pokal gewonnen haben, laut Brand „intelligent verstärkt“ haben, hat Meister Flensburg einen großen Aderlass zu verkraften. Sechs Spieler verließen die SG – darunter Leistungsträger wie Thomas Mogensen, Torwart-Ikone Mattias Andersson oder Kentin Mahe. „Wir haben aber auch hervorragende Spieler verpflichtet“, sagte Holger Glandorf. Der Ex-Weltmeister räumte aber ein: „Alles braucht seine Zeit.“

Daher tippte in einer Meister-Umfrage der Handballwoche unter allen 18 Trainern keiner auf den Titelverteidiger. Für Bundestrainer Christian Prokop ist der THW Kiel der große Favorit: „Der THW hat in meinen Augen die stärkste Mannschaft zusammen. Bleiben Sie hungrig nach Erfolg und von langwierigen Verletzungen verschont, sind sie der Titelkandidat“, sagte Prokop dem sid.

Die Kieler holten zuletzt 2015 den Titel, sind in dieser Saison aber besonders motiviert. Erfolgscoach Alfred Gislason verlässt am Saisonende den THW. „Mein Gefühl ist sehr gut. Es gibt eine neue Aufbruchstimmung. Das merkt man schon“, sagte Gislason, der sich den Supercup erst zum zweiten Mal in den vergangenen 14 Jahren in der Rolle des Zuschauers anschauen kann.

Mit neun Triumphen ist der THW Rekordgewinner des Wettbewerbs, die Löwen und Flensburg peilen jeweils ihren dritten Supercup-Sieg an. Während die Löwen aber auch erst zum dritten Mal dabei sind (2007 verlor der Vorgänger-Klub SG Kronau-Östringen gegen Kiel), hat Flensburg schon sechs Endspielniederlagen kassiert. Eine weitere soll nicht dazu kommen. „Meine Mannschaft und ich haben ambitionierte Ziele“, sagte Trainer Maik Machulla. Das wollen sie heute auf großer Bühne untermauern.