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Rodeln
Loch träumt vom großen Gold-Coup

 Rodel-Star Felix Loch will an seine großen Erfolge anknüpfen.
Rodel-Star Felix Loch will an seine großen Erfolge anknüpfen. FOTO: dpa / Martin Schutt
Innsbruck-Igls. Mit dem Weltcup in Innsbruck-Igls beginnt für die Rodler die Olympia-Saison.

(sid) Vor dem Start in die Olympia-Saison sprach Rodel-Star Felix Loch die Wahrheit unumwunden aus. „Es geht halt einfach manchmal etwas in die Hose.“ Und damit meinte der 28-Jährige vor dem Weltcup-Auftakt in Innsbruck-Igls am Wochenende nicht seinen einjährigen Sohn, sondern den vergangenen Winter. Die ungewohnt dürftigen Ergebnissen. In diesem Jahr soll wieder alles anders werden, schließlich will Loch Historisches schaffen.

Bei den Winterspielen in Pyeongchang peilt Loch sein drittes Einzelgold nacheinander an. Damit würde er mit seinem Freund und Vorbild Georg Hackl gleichziehen und seinen Status als einer der besten Rodler der Geschichte zementieren. „Das wäre etwas Besonderes, natürlich. Aber erzwingen kann ich das nicht“, sagte der Berchtesgadener: „Es wird vieles zusammenpassen müssen: Der Sportler, der Schlitten, die Bahn, das Wetter.“

Erster Schritt zu diesem Ziel war die Aufarbeitung der enttäuschenden Vorsaison. Nach fünf Siegen im Gesamtweltcup in Folge musste er die große Kristallkugel an den Russen Roman Repilow abtreten, bei den Weltmeisterschaften in Innsbruck fuhr er nur hinterher. Die Gründe? Der Sportler, der Schlitten. Neben der neu erstarkten Konkurrenz, vor allem aus Österreich und Russland, sei bei ihm „die athletische Komponente einfach zu kurz gekommen“, außerdem habe er „zu viele Fehler gemacht“. Nun aber: Alles auf Anfang. Loch kehrte über den Sommer zu seinem Erfolgsschlitten zurück, widmete sich wieder mehr dem Grundlagentraining für seinen kraftvollen Start. „Ich habe ein deutlich besseres Gefühl als im letzten Winter“, versicherte er: „Die athletischen Werte sind besser, es sah in den Trainingswochen gut aus.“ Und schließlich ist es doch ganz einfach: Was muss man ändern, damit es besser wird? „Schneller rodeln.“



Hinter Loch wird die Luft bei den Männern allerdings dünn. Johannes Ludwig (Suhl) und Andi Langenhan (Zella-Mehlis) sind höchstens dann Siegfahrer, wenn wirklich alles zusammenpasst. Ralf Palik (Oberwiesenthal) und Julian von Schleinitz (Königssee) konnten noch nicht nachhaltig in die Weltspitze vorstoßen. Daher heißt es weiterhin: Alle Augen auf Loch.

Ganz anders sieht es bei den Frauen des deutschen Bob- und Schlittenverbandes (BSD) aus. Natalie Geisenberger (Miesbach) dominierte im vergangenen Jahr wie gewohnt den Weltcup, Tatjana Hüfner (Blankenburg) ist amtierende Weltmeisterin. Bei den Winterspielen 2014 gewannen sie Gold und Silber.

Die Hauptkonkurrentin sitzt für die beiden Ausnahmefahrerinnen also im eigenen Lager. „Man muss dabei natürlich aufpassen, dass sich die Wölfe nicht zerfleischen“, sagte Bundestrainer Norbert Loch zur nicht immer einfachen Situation in seinem Team: „Das muss man schon moderieren.“ Für Geisenberger ist es eher Ansporn als Druck: „Ich glaube, dass uns genau das im vergangenen Jahrzehnt so stark gemacht hat. Man weiß schon im Training immer, wo man international steht, jedes kleine Testrennen ist wie ein großer Wettkampf.“