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Fußball
Liverpool fürchtet das „Tor-Monster“

 Der Norweger Erling Haaland ist das derzeit wohl spektakulärste Fußball-Talent in Europa. Der 19-Jährige spielt für Red Bull Salzburg und hat in 21 Pflichtspielen in dieser Saison schon 28 Mal getroffen.
Der Norweger Erling Haaland ist das derzeit wohl spektakulärste Fußball-Talent in Europa. Der 19-Jährige spielt für Red Bull Salzburg und hat in 21 Pflichtspielen in dieser Saison schon 28 Mal getroffen. FOTO: dpa / Georg Hochmuth
Salzburg. Das Salzburger Sturm-Juwel Erling Haaland kann den Titelverteidiger aus der Champions League schießen. dpa

28 Tore in 21 Pflichtspielen – die Hinrunden-Bilanz von Erling Haaland ist beeindruckend. Die österreichische „Kronen Zeitung“ bezeichnete den 19-Jährigen von Red Bull Salzburg zuletzt als „Wunderstürmer“ und „Tor-Monster“. Sein Trainer Jesse Marsch traut ihm zu, „einer der besten Neuner“ der Welt zu werden. „Erling ist jung, explosiv, dynamisch und furchtlos. Mit 19 Jahren hat er ein riesiges Potenzial“, sagt Marsch. Keine Frage: Der 1,94 Meter große Blondschopf ist derzeit der auffälligste Nachwuchsstar im europäischen Fußball.

Eines seiner 28 Saisontore hat Haaland Anfang Oktober gegen den FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp erzielt. Die Salzburger verloren zwar die Partie, erzielten beim 3:4 in Anfield aber wichtige Auswärtstore. An diesem Dienstag (18.55 Uhr/DAZN) treffen beide Teams wieder aufeinander – und Haaland könnte mit weiteren Treffern Klopps Starensemble besonders schmerzhaft erwischen.

Mit einem Heimsieg gegen die Reds würde RB höchstwahrscheinlich ins Achtelfinale einziehen, Klopps Team hingegen stünde damit vor dem Aus. „Liverpool ist das beste Team der Welt, aber wir haben zu Hause eine gute Chance“, sagt Haaland, der seine irre Torbilanz weiter verbessern könnte. Bei acht Toren steht er in der Champions League. Sechs davon erzielte er in den ersten drei Partien – das hat vor ihm niemand geschafft.



Dabei lief es für den Norweger in Österreich zunächst nicht wirklich rund. Haaland wechselte im vergangenen Winter in die Mozartstadt, sagte dafür Juventus Turin ab, kam dann aber unter dem jetzigen Gladbach-Trainer Marco Rose nicht zum Zug. Der bullige Mittelstürmer, dessen Vater und Berater Alf-Inge zwischen 1994 und 2001 unter anderem für Manchester City und Leeds United in der Premier League auflief, musste sich erst an das neue Umfeld und die Spielweise gewöhnen.

Mit der neuen Saison und dem neuen Salzburger Trainer Jesse Marsch wurde Haaland zum Stammspieler bei Red Bull – und bedankte sich mit Treffern am Fließband. Auch durch diese ist es nicht ausgeschlossen, dass die Salzburger nach elf gescheiterten Versuchen, sich überhaupt für die Champions League zu qualifizieren, gleich im ersten Königsklassen-Jahr die Gruppenphase überstehen.

Klopps Liverpooler führen die Gruppe E mit zehn Punkten vor dem SSC Neapel (9) und RB Salzburg (7) an. Die Ausgangslage für die Reds ist dennoch knifflig. Denn im direkten Vergleich gegen Neapel haben sie das Nachsehen. Sollten die Salzburger Liverpool jetzt im eigenen Stadion schlagen, dürfte auch hier der direkte Vergleich zu Gunsten Salzburgs ausfallen. Kurzum: Liverpool muss punkten – oder auf einen Überraschungssieg des KRC Genk gegen Neapel hoffen.

Für die Zukunftsplanung Haalands dürfte es eine entscheidende Rolle spielen, ob RB Salzburg in der Champions League überwintert. Bereits jetzt wollen mehrere Topclubs den Stürmer verpflichten. Zuletzt wurde vor allem Borussia Dortmund und RB Leipzig großes Interesse an Haaland nachgesagt. „Uns ist schon bewusst, dass wir einen besonderen Spieler bei uns haben“, sagt Salzburgs Sportchef Christoph Freund. Haaland sei „vielleicht der spektakulärste Spieler, den wir je hier gehabt haben“, findet Freund. „Er ist niemals zufrieden und will sich immer verbessern. Er geht bereits so professionell mit seinem Körper um“, erklärt Salzburg-Trainer Marsch.